Donnerstag, 28. April 2011

Kulturland Rumänien: Banat, Siebenbürgen, Bukarest - aus dem Skizzen-Buch von Michael Blümel

Kulturland Rumänien: 
Banat, 
Siebenbürgen, 
Bukarest - 
aus dem Skizzen-Buch von Michael Blümel




Griechisch-orthodoxe Kirche in Bukarest





Die Oper in Temeschburg (Timisoara), Banat - Detail




Im Zentrum von Bukarest





Das "Rumänische Athenäum" im Herzen der Hauptstadt




Weltliches Gebäude in der City von Bukarest




Unterwegs in der rumänischen Hauptstadt Bukarest






Silhouette der "Schwarzen Kirche" in Kronstadt (Brasov), Siebenbürgen


Die Zeichnungen entstanden im Herbst 2010.

Copyright: Michael Blümel. Alle Rechte vorbehalten.


Maler Michael Blümel aus Bad Mergentheim
ist zugleich der Illustrator meines Werkes zur jüngsten rumänischen Geschichte:

Symphonie der Freiheit.
Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur. 2008.





Mehr von Carl Gibson hier:
Allein in der Revolte -
Carl Gibsons neues Buch
zur kommunistischen Diktatur in Rumänien -
über individuellen Widerstand in einem totalitären System.

Allein in der Revolte -
im Februar 2013 erschienen.

Das Oeuvre ist nunmehr komplett.

Alle Rechte für das Gesamtwerk liegen bei Carl Gibson.

Eine Neuauflage des Gesamtwerks wird angestrebt.
Carl Gibson

Allein in der Revolte, Buchrückseite


Fotos von Carl Gibson: Monika Nickel

©Carl Gibson. Alle Rechte vorbehalten.















Ganz unten – Exodus, Flüchtlingselend und Armut im „reichen Westen“

Ganz unten – Flüchtlingselend und Armut im „reichen Westen“


Fallen gelassen und ausgegrenzt
Von „kleinen Teufeln“ und „Gefallenen Engeln“ -
von Mauern und Brücken,
von der Würde und der „zynischen Freiheit“ ...
und
vom „Locus amoenus“ zum „Locus terribilis“

Wie viel Würde brauchen wir eigentlich, um als Mensch zu bestehen?

Zwei Drittel der Erdbewohner leben unfreiwillig in Diktaturen, ohne Chance über "Würde" und "Gerechtigkeit" nachdenken zu können, geschweige diesen Grundwert einzufordern.
Sie akzeptieren ihr Los und leben fatalistisch  in den Tag hinein wie kastendeterminierte Inder, weil sie nicht oder nicht mehr an die Veränderung des Status quo glauben –
oder sie riskieren Leib und Leben, indem sie sich auf einen Exodus begeben, auf die gefährliche Flucht über das todbringende Meer
in der Hoffnung am Ufer des wohlhabenden Europa und in den Vereinigten Staaten doch noch das Mekka zu finden, von dem alle träumen.
Italien aber will die Tunesier, Libyer, Ägypter, Jemeniten und andere Afrikaner
Nicht aufnehmen – die Humanität endet dort,
wo das Eigeninteresse beginnt.
Das Schengener Abkommen soll – nach italienischer Vorstellung – ausgesetzt werden;
Die Flüchtlinge aus Afrika sollen weiter reisen,
noch Norden,
dorthin, wo sie auch keine haben will.
Wer den Exodus ermutigt und Diktatoren im Namen der Freiheit verjagen will, der muss auch ein Ohr haben für das Elend in der Welt,
für Flüchtlinge
und die „helfenden Hände“ der den Nächsten liebenden Christenmenschen,
nicht nur zur Ostern- Zeit und zu Weihnachten!

Was darf ein Mensch in einen zivilisierten Kultur-Staat erwarten?

Ein menschenwürdiges Dasein in einer Gesellschaft mit sozialer Verantwortung und sozialem Netz?

"Wenn in Deutschland und Europa die Lichter ausgehen, dann gehe ich eben nach Amerika",
das sagte ich mir immer wieder in den Folgejahren der Wiedervereinigung,
als ich merkte, dass die "blühenden Landschaften" ausblieben
und die Umverteilung des DDR-Volksvermögens über die so genannte "Treuhand" eher das Unrecht mehrte, statt ausgleichende Gerechtigkeit zu schaffen.
Amerika mit seinen vielen Freiheiten war mein "Hintertürchen", das ich mir insgeheim immer offen hielt, als Ideal,
als regulative Idee - und als psychologische Krücke wie das noch fernere Himmelreich,
wo ein guter Vater wohnt,
umgeben von der Engel Ordnungen und himmlischen Heerscharen,
die alles wieder gut machen, was die Erdenwelt an Kummer und Leid bereitet hat.

Weshalb ging ich trotzdem nicht nach Amerika, in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, obwohl dieser Schritt fast schon vollzogen war um 1991?
Weil Amerika auch eine andere Seite hat,
eine unschöne Gesichtshälfte,
einer zynischen Fratze gleich,
entstellt vom Raubtierkapitalismus und von der Verlogenheit eines Finanzsystems,
dessen Kollaps für das weltwirtschaftliche Unheil der Jetztzeit verantwortlich ist.


Foto: Monika Nickel


Blick auf das Banken-Viertel in "Mainhattan" - Frankfurt am Main, die "amerikanischste"
der deutschen Großstädte.



Foto: Monika Nickel

Viele Flüchtlinge zieht es gerade nach Frankfurt, in eine Stadt mit hohem Ausländer-Anteil.


Wer lange an die USA glaubte,
an universelle Menschenrechte,
an Dollar-Stabilität,
an Prosperität für alle,
an das Funktionieren einer Wirtschaft in der "offenen Gesellschaft" der Freiheit,
der musste schließlich enttäuscht werden als offenbar wurde,
dass im Grunde doch  die Lüge regiert
im Bund mit Bestechlichkeit und dramatischem Werteverfall. 

Ein Kapitel für sich – nicht nur aus der Sicht der Moralisten.

Das andere Amerika - das Amerika der Stigmatisierten, der Schwachen, der Ausgegrenzten, auch diese Seite gibt es,
ein Kontrast, um den Goldenen Westen mit anderen Augen zu sehen, vielleicht gar empathisch aus der Perspektive eines Betroffenen?
Vor einiger Zeit fand ich wieder die Muße, um fern zu sehen ...
bis hin nach Kalifornien ...
auf den Sunset Boulevard in Hollywood, an einen Ort, den ich einst als Tourist erkundet hatte ...
Die Gaukelwerkstätten der Welt stehen dort,
Schmieden der Illusion auf Zelluloid,
Filmstudios mit unzähligen Schauspielern, Stars und Sternchen,
berühmten und fallen gelassenen!

Tatsächlich!

War das Oscar-Kandidat Nick Nolte, der da in einer Mülltonne wühlte und nach etwas Essbarem oder sonstwie zu Verwertendem suchte?
Hatte ich richtig hingesehen oder hatte ich mich getäuscht?
Noch wollte ich es nicht glauben - Ließ Amerika seine Weltstars auflaufen ... scheitern, einfach so:
 Marlon Brando,
Michael Jackson ... in einem sonderbaren Anflug von Pseudo-Moral und Heuchelei?

Ein alt gewordener "Columbo"- Darsteller wurde von Polizisten abgeführt, verdreckt, aggressiv, randalierend.
Einst der "große Zampano" - und jetzt, um die 80 Jahre alt, nur noch ein Wrack!?
Wenn kümmerte es im „reichen Amerika“, wenn einer, der hoch aufgestiegen war, nun vor den Augen der Welt so tief fiel?

Solidarität - weit gefehlt!
Man ließ ihm und anderen die Freiheit, vereinsamt, verarmt, in die Ecke gestellt zu Grunde gehen zu dürfen.

Schein und Sein - Täuschung und Wahrheit?
Potjomkinsche Dörfer und glitzernde Fassaden gab es nicht nur an der Karl-Marx-Allee in Ost-Berlin, wenn die Truppen der NVA vor den roten Staatschefs der Welt in Waffen vorüber paradierten –
Auch Los Angeles machte das möglich ... und der andere beliebte Drehort, 5 000 Meilen entfernt, auf Florida, in Miami.
Nur einen Steinwurf von der Beach entfernt eine riesige Brücke.
Und unter dieser Brücke leben Menschen!
Nicht freiwillig etwa - wie in Avignon oder an der Seine –
sondern "verbannt",
mit Fußfesseln kontrolliert und auf einen kleinen Raum festgelegt.

Ehemalige Sexual-Straftäter müssen ihren Resozialisierungsweg in die Gesellschaft "unter der Brücke" ableisten,
jahrelang und ohne Hoffnung, die selbst errichtete Baracke unter der Autobahnbrücke verlassen zu dürfen.
Das regionale Recht des Sonnenschein-Bundesstaates Florida will es so.
Und keiner von der zentralen Regierung im nicht allzu fernen Washington hat etwas dagegen. „Mir geht es hier schlechter als im Knast“,
wundert sich einer, der sich im Affekt mit Schuld beladen hat ... und für sein Tun schon büßte. Und jetzt?
„Das ist der richtige Ort, wo solche Leute hingehören“,
meinen die Konservativen in der von Kriminalität geprägten Stadt - Law and order in seiner drastischen Form, jenseits von Würde und Menschenrechte!
Und was wird aus den wirklich großen Verbrechern,
die einen Schaden von 60 Milliarden Dollar anrichten und das Weltfinanzsystem ins Wanken bringen - über betrügerische Hedge- Fonds, nur um alle Puppen tanzen zu lassen?
Auch Star-Finanzverbrecher und Milliardenbetrüger Madoff trägt eine Fußfessel, hörte ich! 
Aber unter der Brücke leben musste er wohl nicht?
Doppelmoral und Heuchelei auch hier!
Wie schnell landet man in einem US-Gefängnis, nur weil ein Sherriff gnadenlos ist und weil seine Aussage vor Gericht mehr zählt als alle vorgetragenen Fakten?
Auch ich gab Gas im liberalen Bundesstaat New York - und hatte Glück : Der Polizist hatte ein Einsehen:
Im "Alten Europa" gingen die Uhren doch anders?
Andere Länder, andere Sitten! Kultur und Zivilisation - oder nur schnöder Wille zur Macht?
Sehr wohl!

Auch die Rehabilitation wurde und wird anders gehandhabt in „good old Germany“ ,
 das soziale Netz ist ein anderes , der Stellenwert der Menschenwürde und das Gebot –
 das mehr ist als nur eine regulative Idee und Maxime der Politik,
verankert im Grundgesetz der Bundesrepublik  Deutschland:
"Die Würde des Menschen ist unantastbar".

Wohl dem,, der weiß, was er hat - der vergleichen kann.
Also - weshalb nach höheren Sphären schweben, wenn das Gute liegt so nah!
Bleibt daheim,
nährt euch redlich und schaut euch die böse Welt im Fernsehen an,
auch wenn uns manches doch zu denken geben sollte.

In Berlin wurde eine Mauer niedergerissen .- die Ost-Deutschen wurden wieder frei!
Südlich von San Diego im Wüstenland an der Grenze zu Mexiko baut die USA eine andere Mauer, um Armutsflüchtlinge aus ganz Mittel- und Südamerika abzuhalten, ihr Erdenglück in der USA zu finden.
Der Exodus tobt überall, genährt vom Armutsgefälle zwischen Nord und Süd der Welt!

Was unternahm Kommunismus- und Totalitarismus- Kritiker George Orwell, als es ihm ganz dreckig ging, damals in Paris und in London? Er schrieb ein Buch darüber und dokumentierte das eigene Elend und das Elend seiner Zeit!
Und heute?
Seine modernen Schriftsteller-Kollegen schweigen!
Sie schweigen, weil sie angepasst sind,
weil sie es sich nicht verderben wollen mit den Mächtigen!
Gelegentlich schimpft man von sicheren Hafen Deutschland aus gegen die Menschenrechtsverletzungen im fernen China,
wohin man selbst nie reisen wird,
und begeistert sich – auch gegen dessen Willen – für Ai Weiwei,
vergisst aber die Not und Elend im eigenen Land.
Zu sozialen Fragen und innenpolitischen Themen pflegt man sich nicht zu äußern;
Denn das könnte ja als „Regimekritik“ ausgelegt werden und künftige Privilegien und Preise gefährden!

Das Ergebnis dieser opportunistischen Haltung unter den „freien Geistern“ der Jetztzeit :

Der Januskopf,
das doppelte Gesicht,
die doppelte Moral, die Heuchelei, die Verlogenheit,
bis hinein in Krieg oder Nichtkrieg,
Sein oder Nichtsein.


Foto: Monika Nickel

Frankfurt am Main - Stadt der Kontraste und der Diskrepanzen
zwischen Steinreichen und Bettelarmen.

Die Finanzkrise traf nur die einen, die anderen wurden dabei stärker.

  
©Carl Gibson. Alle Rechte vorbehalten.

Kunst gegen das Vergessen - bei der CNSAS in Bukarest Impressionen und Expressionen - Aus Michael Blümels "Bukarest"-Graphik-Serie

Impressionen und Expressionen -

Kunst gegen das Vergessen - bei der CNSAS in Bukarest


Aus Michael Blümels "Bukarest"-Graphik-Serie:



Im "Lesesaal" der CNSAS -
Bis die eigene Akte eintrifft, darf man etwas warten ... wie einst im Sozialismus.
Das Warten ist gut geeignet, die Lebensläufe verfolgter Bürgerrechtler, Politiker, Schriftsteller und Philosophen aus der finsteren Zeit des "Stalinismus" zu studieren.

In neueren Securitate-Akten fehlen Details aus der Kartei-Karte, z. B. "Fingerandrücke" oder "Fotos", Hinweise auf die "nicht lückenlosen" Dokumente-Sammlungen.
Die Securiate bewahrte das auf, was ihr in den Kram passte, ihre Sicht, ihre Interpretation.



Wer zur CNSAS reist, sollte eine Begleit-Person dabei haben. Denn es könnte sein, dass ihm die Erinnerung oder der Akten-Inhalt die Luft abschnürt.

Unerwarteter, sogar freiwilliger "Verrat" aus nächsten Bekanntenkreis ist nicht selten. Trotzdem: In der Regel übte die Securiate Druck aus, um an Informationen heran zu kommen.
So funktionierte die Diktatur - mit Einschüchterungen und Terror. 




Archetypisches für alle totalitären Systeme der Welt - Folter und Gefängnishaft



"Erinnerung" an die "peinliche Befragung" im real existierenden Sozialismus.

Personen, die den Terror nicht auf eigener Haut erleben mussten, trauern inzwischen der einstigen Utopie nach.

Das Copyright für alle hier veröffentlichten Graphiken liegt bei Michael Blümel, Bad Mergentheim.

Michael Blümel illustrierte mein Erinnerungswerk zur Gründung der freien Gewerkschaft SLOMR in Temeschburg (Timisoara):

Symphonie der Freiheit.
Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur.
2008.

Freitag, 22. April 2011

Steinigung und Kreuzigung … der Passionsweg zu Golgatha und Schafott damals wie heute

Steinigung und Kreuzigung … der Passionsweg zu Golgatha und Schafott damals wie heute



Ethisch-moralische Überlegungen zum Karfreitag -

Passionsgänge und Golgatha-Erlebnisse finden täglich statt, still und individuell -

Zeit zur Einkehr,
zur Meditation,
zur Kontemplation,
zur seelisch-geistigen Läuterung und Erneuerung.


"Ecce Homo" - Jesus Christus, Der Gekreuzigte,
gesehen im Kerner-Haus zu Weinsberg. 

Justinus Kerner,
Mitglied der "schwäbischen Dichter"-Schule und Freund Lenaus, 
war ein frommer Lyriker der Hochromantik 


Von archaischer Brutalität und christlicher Nächstenliebe,
von alten und von neuen Tafeln;
von den Guten und Gerechten;
von den Anfängen der Moral und ihrem drohenden Ende.

Tief im Taubergrund in einer Einöde nahe der pittoresken Stadt Wertheim erbauten fromme Mönche vor mehr als eintausend Jahren eine Eremitage,
ein Refugium des Rückzugs,
um in stiller Einsamkeit Einkehr zu halten und kontemplativ Gott zu gedenken,
 mystisch versenkt und in „ora et labora“.


Koster Bronnbach im Taubertal bei Wertheim -
Ort der Einkehr, der Begegnung und des Austauschs


Das Kloster Bronnbach steht heute noch, Behausung dreier Mönche aus Polen, Ort des Austauschs, der Muse und der Musik.
In der  Kirche der Klosteranlage mit sehenswertem Kreuzgang und vielen alten Grabsteinen aus verwittertem Sandstein der Region, hängt ein Bild, das mir fast zufällig auffiel, als während eines Konzerts junger Virtuosen mein gelangweilter Blick durch den Raum schweifte.

Passion, Golgatha, Kreuzigung?
Nein! Es war ein anderes Sujet, das der Maler in Farbe gebannt hatte:

Eine „Steinigung“ – alttestamentarisch grausam,
ganz im Gegensatz zur Botschaft eines auf Liebe begründeten Christentums im Gefolge Jesu und des Neuen Testaments.

Eine Dreier-Konstellation:
Ein Steiniger hinten,
ein Steiniger rechts vorn –
das Opfer kniend und mit nach Gnade flehendem Blick in der Mitte,
den Todes-Wurf ergeben erwartend.
In den nach oben gerissenen Händen des einen ein kopfgroßer Felsbrocken,
gerade recht geschaffen, um niederzusausen und den Kopf des Schuldig - Gewordenen, des Opferlammes, zu zerschmettern.

Alttestamentarisch grausam?



Die Botschaft des Gemäldes erschütterte mich wie die Vorstellung der Steinigung überhaupt,
deren Hauptopfer in der Regel Frauen waren,
Ehebrecherinnen und Hetären bis hin zu Maria Magdalena.

Die Gedanken schweiften ab, hinein in die heutige Zeit, wo im Wirkungsbereich der scharia immer noch gesteinigt wird. Doch sind die Hinrichtungen am "Elektrischen Stuhl", Giftspritze, Galgen, Erschießung etc. humaner?
Zufällig arbeitete ich gerade an einem Text über "Denunziation und moderne Steinigung" – und jetzt: Diese Fügung!?

Zwei Werte-Systeme  prallen aufeinander:
Judentum und Christentum,
alte Werte, neue Werte.
Was ist Recht – und was Gerechtigkeit?
Wer weiß es?
Die Guten und Gerechten – sie wussten es damals
 und sie wissen es heute.
Sie wissen, was Moral ist,
wo sie anfängt und wo sie endet.

Sie wissen, was Sünde ist – und wer sündig wird.
Sie wissen, wer sich in Schuld verstrickt – und wer zur Steinigung frei gegeben wird.

Sie wissen, wer gehetzt werden darf.
Sie wissen, wer gegeißelt werden muss,
wer das Spießrutenlaufen zu erdulden hat
und wer letztendlich nach dem Blutschwitzen auf dem Kalvarienberg mit dem
finalen Todesstoß erlöst wird –
am Kreuz,
oder eben mit einem Stein am Kopf!

Wer wirft den ersten Stein?
Die Guten und Gerechten?
Wissen sie, was sie tun?
Oder sollte, wer im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen?

Ist das Christentum heute in Sachen Moral weiter als das Judentum vor 2000 Jahren?



Kloster Bronnbach, Innenhof -
Viel Raum für Musik und Kunstausstellungen




Kreuzgang im Kloster Bronnbach im Taubertal




Zur Thematik,  weniger ernst:



Am Pranger - Selbstapologie kurz vor der Steinigung


Selbstverteidigungsrede aus der Zeit,
als ich meine Zeit-Kritik noch auf der linken Plattform „der Freitag“ formulieren durfte. Irgendwann wurde ich dann gestoppt – aus ideologischen Gründen? Weil  manchem Kommunisten meine „Dissidenz“ missfiel? Eine Antwort blieb aus.

„Warum bin ich hier?
Warum schreibe ich auf „Freitag“?
 Warum stelle ich so viele Fragen?
Warum provoziere und irritiere ich andere hier und anderswo?
 Warum frage ich überhaupt?
 Am Anfang steht die Frage!
Philosophen, Wissenschaftler werfen Fragen auf, bevor sie Lösungen suchen und finden.
Eine Frage ist oft schon eine Antwort, ob offen oder geschlossen.
Sie appelliert an das Denken, an das kritische Nachhaken, an das selbstständige Erforschen von Ursache und Wirkung.
 Aber  der Reihe nach: Weshalb agiere ich gerade in Berlin – beim Freitag?
Und nichts anderswo, in Hamburg vielleicht oder in Frankfurt?
Vielleicht will ich berühmt werden?
Berlin ist ein guter Ort, um berühmt zu werden!
Und weshalb schreibe ich im Forum des Freitag?
Weil ich an einen Freitag geboren bin!
Weil die Freitags-Geburt einem eine Pflicht auf lebenslange Freiheit auferlegt!
 Weil ich ein Loblied auf den Verleger des Freitag singen will – wie damals in der konzeptionellen Diskussion, als ich – scheinbar unsolidarisch mit dem Redakteur – Partei ergriff für Ausbeutung und Kapital.
Weil viele in der Redaktion alle so nett sind und mich gewähren lassen in der Ausübung von Freiheit.
Weil es mit gefällt, hier zu schreiben!
Und weil es anderen, die sich vielleicht brüskiert oder auch nur übergangen fühlen, nicht gefällt, dass ich da bin.
Hier bin ich auch, weil ich kluge Leute vorfinde, die mich verstehen oder auch missverstehen,
weil hier – bei allem Ernst einzelner Themen – der Humor noch nicht untergegangen ist
und weil die junge, kritische Freitag- Community blüht, lebt und gedeiht!
Auch wenn einige mich dorthin wünschten, wo der Pfeffer wächst, fühle ich mich noch nicht stigmatisiert, ausgegrenzt, gar an den Pranger gestellt.
Selbst sensible Naturen mit weichem Kern können einiges ertragen, wenn sie sich ein „dickes Fell“ zulegen.
Milva singt davon!
Ist es ein Allerleirau, dann  wird man eben zum „bunten Hund“!
Davon singt Reinhard Mey!
Doch lieber ein bunter Hund, der auf den roten Teppich pinkelt oder ein Diogenes im Fass,
als ein angepasster Autor,der in der ZEIT oder in der FAZ das schreibt, was er zu schreiben hat.
 Die Freiheit ist etwas, was täglich neu erstritten, erkämpft werden muss.
Kampf ist Leben – und geistige Menschen ringen im Geistigen!

Wer in der Antike zur Macht griff, wurde „ostrakisiert“, einem Scherbengericht und unterworfen und dann aus dem Land verwiesen, verbannt.
Nach Jahren in der Einsamkeit des Exils durfte er dann wieder heimkehren, wenn er für die Republik oder den Staat nicht mehr gefährlich war.
So bewahrte man die Demokratie vor dem machthungrigen Usurpator.
 Im Mittelalter stellte man auserkorene Opfer (nicht nur Streitsüchtige!) an den „Pranger“ auf dem Markt, wo sie von allen gesehen und anspuckt werden konnten!
Das war offiziell!
Heute, in der Zeit des Internets, werfen die Anonymen mit ihrem Dreck aus dem Busch, ritterlich getarnt, unter einer Maske oder Zauber-Kappe versteckt wie Siegfried bei der Vergewaltigung der Brunhild, bereit den zur Steinigung und Kreuzigung Bestimmten zu vernichten.

Worte töten!
Worte demotivieren,
Worte grenzen aus,
sie stigmatisieren – und Worte steinigen!

Wer wirft den ersten Stein in der neuzeitlichen Steinigung?
 Leider ist es so, seit alttestamentarischen Zeiten:

Wer an den Pranger kommt, landet bald darauf auf dem Scheiterhaufen!
Das Schafott ist überall – überall dort,
wo Einzelne über ihre Mitmenschen richten!
 Wissen sie, was sie tun?
Wer gibt ihnen das Recht, den ersten Stein zu werfen?
Klagen? Ja!
Doch anklagen?
Einfach so?
Wie rein ist die Weste der Steinewerfer?
Und wer darf den „Inquisitor“ spielen?
Wenn es existenziell wird, hört der Spaß auf.
Manches ist eine Frage der Ehre, anderes eine der Moral – ein weites Feld. Deshalb setze ich hier einen Punkt –
audiatur et altera pars!“




Philosoph und Zeitkritiker Carl Gibson am "Pranger" - Selbstironie in Rothenburg ob der Tauber


Alle Fotos: Monika Nickel

Mehr von Carl Gibson hier:
Allein in der Revolte -
Carl Gibsons neues Buch
zur kommunistischen Diktatur in Rumänien -
über individuellen Widerstand in einem totalitären System.

Allein in der Revolte -
im Februar 2013 erschienen.

Das Oeuvre ist nunmehr komplett.
Alle Rechte für das Gesamtwerk liegen bei Carl Gibson.
Eine Neuauflage des Gesamtwerks wird angestrebt.
Carl Gibson

Allein in der Revolte, Buchrückseite


Fotos von Carl Gibson: Monika Nickel

©Carl Gibson. Alle Rechte vorbehalten.



Der bisher an dieser Stelle veröffentlichte Beitrag wurde fünf Jahre lang der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die neue, überarbeitete Text-Fassung ist in dem inzwischen abgeschlossenen Werk enthalten.

Das 521 Seiten umfassende Buch liegt seit dem 20 Juli 2015 vor:
unter dem Titel:


Carl Gibson

Koryphäen
der
Einsamkeit und Melancholie
in
Philosophie und Dichtung
aus Antike, Renaissance und Moderne,
von Ovid und Seneca
zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche



Motivik europäischer Geistesgeschichte und anthropologische Phänomenbeschreibung – Existenzmodell „Einsamkeit“ als „conditio sine qua non“ geistig-künstlerischen Schaffens

Mit Beiträgen zu:

Epikur, Cicero, Augustinus, Petrarca, Meister Eckhart, Heinrich Seuse, Ficino, Pico della Mirandola, Lorenzo de’ Medici, Michelangelo, Leonardo da Vinci, Savonarola, Robert Burton, Montaigne, Jean-Jacques Rousseau, Chamfort, J. G. Zimmermann, Kant, Jaspers und Heidegger,

dargestellt in Aufsätzen, Interpretationen und wissenschaftlichen Essays

1. Auflage, Juli 2015

Copyright © Carl Gibson 2015

Bad Mergentheim
Alle Rechte vorbehalten.

ISBN: 978-3-00-049939-5



Aus der Reihe:
Schriften zur Literatur, Philosophie, Geistesgeschichte
und Kritisches zum Zeitgeschehen. Bd. 2, 2015



Herausgegeben vom
Institut zur Aufklärung und Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Europa, Bad Mergentheim



Bestellungen direkt beim Autor Carl Gibson,

oder regulär über den Buchhandel.

(Der Preis beträgt 54,9 Euro.)

Inhalt des Buches: 

Carl Gibson

Koryphäen
der
Einsamkeit und Melancholie
in
Philosophie und Dichtung
aus Antike, Renaissance und Moderne,
von Ovid und Seneca


zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche

Carl Gibson

Koryphäen
der
Einsamkeit und Melancholie
in
Philosophie und Dichtung
aus Antike, Renaissance und Moderne,
von Ovid und Seneca
zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche





Das 521 Seiten umfassende Buch ist am 20 Juli 2015 erschienen. 

Carl Gibson

Koryphäen
der
Einsamkeit und Melancholie
in
Philosophie und Dichtung
aus Antike, Renaissance und Moderne,
von Ovid und Seneca
zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche


Motivik europäischer Geistesgeschichte und anthropologische Phänomenbeschreibung – Existenzmodell „Einsamkeit“ als „conditio sine qua non“ geistig-künstlerischen Schaffens


Mit Beiträgen zu:

Epikur, Cicero, Augustinus, Petrarca, Meister Eckhart, Heinrich Seuse, Ficino, Pico della Mirandola, Lorenzo de’ Medici, Michelangelo, Leonardo da Vinci, Savonarola, Robert Burton, Montaigne, Jean-Jacques Rousseau, Chamfort, J. G. Zimmermann, Kant, Jaspers und Heidegger,


dargestellt in Aufsätzen, Interpretationen und wissenschaftlichen Essays

1. Auflage, Juli 2015
Copyright © Carl Gibson 2015
Bad Mergentheim

Alle Rechte vorbehalten.


ISBN: 978-3-00-049939-5


Aus der Reihe:

Schriften zur Literatur, Philosophie, Geistesgeschichte
und Kritisches zum Zeitgeschehen. Bd. 2, 2015

Herausgegeben vom
Institut zur Aufklärung und Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Europa, Bad Mergentheim


Bestellungen direkt beim Autor Carl Gibson,

Email: carlgibsongermany@gmail.com

-         oder regulär über den Buchhandel.

„Fliehe, mein Freund, in deine Einsamkeit!“ – Das verkündet Friedrich Nietzsche in seinem „Zarathustra“ als einer der Einsamsten überhaupt aus der langen Reihe illustrer Melancholiker seit der Antike. Einsamkeit – Segen oder Fluch?

Nach Aristoteles, Thomas von Aquin und Savonarola ist das „zoon politikon“ Mensch nicht für ein Leben in Einsamkeit bestimmt – nur Gott oder der Teufel könnten in Einsamkeit existieren. Andere Koryphäen und Apologeten des Lebens in Abgeschiedenheit und Zurückgezogenheit werden in der Einsamkeit die Schaffensbedingung des schöpferischen Menschen schlechthin erkennen, Dichter, Maler, Komponisten, selbst Staatsmänner und Monarchen wie Friedrich der Große oder Erz-Melancholiker Ludwig II. von Bayern – Sie alle werden das einsame Leben als Form der Selbstbestimmung und Freiheit in den Himmel heben, nicht anders als seinerzeit die Renaissance-Genies Michelangelo und Leonardo da Vinci.

Alle großen Leidenschaften entstehen in der Einsamkeit, postuliert der Vordenker der Französischen Revolution, Jean-Jacques Rousseau, das Massen-Dasein genauso ablehnend wie mancher solitäre Denker in zwei Jahrtausenden, beginnend mit Vorsokratikern wie Empedokles oder Demokrit bis hin zu Martin Heidegger, der das Sein in der Uneigentlichkeit als eine dem modernen Menschen nicht angemessene Lebensform geißelt. Ovid und Seneca verfassten große Werke der Weltliteratur isoliert in der Verbannung. Petrarca lebte viele Jahre seiner Schaffenszeit einsam bei Avignon in der Provence. Selbst Montaigne verschwand für zehn Jahre in seinem Turm, um, lange nach dem stoischen Weltenlenker Mark Aurel, zum Selbst zu gelangen und aus frei gewählter Einsamkeit heraus zu wirken.

Weshalb zog es geniale Menschen in die Einsamkeit? Waren alle Genies Melancholiker? Wer ist zur Melancholie gestimmt, disponiert? Was bedingt ein Leben in Einsamkeit überhauptWelche Typen bringt die Einsamkeit hervor? Was treibt uns in die neue Einsamkeit? Weshalb leben wir heute in einer anonymen Single-Gesellschaft? Wer entscheidet über ein leidvolles Los im unfreiwilligen Alleinsein, in Vereinsamung und Depression oder über ein erfülltes, glückliches Dasein in trauter Zweisamkeit? Das sind existenzbestimmende Fragen, die über unser alltägliches Wohl und Wehe entscheiden. Große Geister, Dichter, Philosophen von Rang, haben darauf geantwortet – richtungweisend für Gleichgesinnte in ähnlicher Existenzlage, aber auch gültig für den Normalsterblichen, der in verfahrener Situation nach Lösungen und Auswegen sucht. Dieses Buch zielt auf das Verstehen der anthropologischen Phänomene und Grunderfahrungen Einsamkeit, Vereinsamung, Melancholie und Acedia im hermeneutischen Prozess als Voraussetzung ihrer Bewältigung. Erkenntnisse einer langen Phänomen-Geschichte können so von unmittelbar Betroffenen existentiell umgesetzt werden und auch in die „Therapie“ einfließen.

Carl Gibson, Praktizierender Philosoph, Literaturwissenschaftler, Zeitkritiker, zwölf Buchveröffentlichungen. Hauptwerke: Lenau. Leben – Werk – Wirkung. Heidelberg 1989, Symphonie der Freiheit, 2008, Allein in der Revolte, 2013, Die Zeit der Chamäleons, 2014.

ISBN: 978-3-00-049939-5


Inhalt:


Einleitung: „Einsamkeit“ heute – Segen oder Fluch?6
Der Mensch der Single-Gesellschaft – Leben im uneigentlichen Sein?6

Teil I: Griechisch-römische Antike12

1. Waren die heiteren Griechen auch einsam? Das Verständnis von Einsamkeit und Melancholie bei Vorsokratikern und Aristoteles. 12
1.2. Der Melancholiker – ein Genie? - Empedokles, Demokrit und eine nicht authentische, missverstandene Aristoteles-Sentenz  13
1.3. Im Garten des Epikur – Lebe zurückgezogen! Das naturgemäße Leben im Verborgenen. 18
2. Marcus Tullius Cicero - Einsamkeit und Gesellschaft: Musischer Rückzug in den ruhigen Hafen – „otio“ - „Gespräche in Tusculum“  22
3. Ovidius Naso in Verbannung in Tomis, am Schwarzen Meer – Vereinsamung und Melancholie im Spätwerk, in den Elegien „Tristia“ und in den Briefen „Epistulae ex Ponto“. 26
3. 1. „einsam lieg’ ich am Strande des äußersten Endes der Erde“ - Zur Einsamkeit verdammt am Ende der Welt: Ovids melancholische Dichtung vom Pontus26
3. 2. Nemo propheta in patria?32
3. 3. Kummer, „aegritudo“, „mania“, „melankolia“ in Ciceros „Disputationes Tusculanae“ - Bellerophon, der antike Einsame, Unbehauste; Einsamkeit und Melancholie in der mythisch-analytischen Zeitdiskussion. 35
3. 4. Psychosomatik40
3. 5. Das „Schwarze Meer“ und „Tomis“ – antike Unort(e)?43
3. 6. Künstlerisches Schaffen in Einsamkeit an sich und als Selbsttherapie  47
3. 7. Melancholie und Versöhnung – Concordia und Amor fati 54
4. Lucius Annäus Seneca - Lebe zurückgezogen - „solitudine“ und „in otio“  57
4. 1. „exsilium“, Senecas Verbannung auf Korsika – Unfreiwillige, äußere Einsamkeit und innere Freiheit, dargestellt im „Epigramm“  58
4. 2. Existenzbewältigung über Poesie bei Ovid und ethisches Philosophieren bei Seneca  63
4. 3. Ruhe der Einsamkeit - Apathie, Ataraxie, Eudämonie, „constantia“64
4. 4. „De constantia sapientis“ – Die „Unerschütterlichkeit des Weisen“66
4. 5. „Jeglicher Ort ist für den Weisen Heimatland.“ – Oder: „Patria est, ubicumque est bene“  68
4. 6. Senecas Klage als Anklage – Gesellschaftskritik und Dekadenz-Kritik aus der Einsamkeit des Exils heraus in der Auseinandersetzung mit den Tyrannen Caligula und Nero74
4. 7. „De otio“ – Von der „Zurückgezogenheit“; Zwischen stiller Muße (otio) und hektischer Geschäftigkeit (negotio) 77
4. 8. In „secreto“ – „Menschen (…) leisten in der Einsamkeit Größtes“- Ethische Haltung und Charakterbildung entstehen in der Stille der „Zurückgezogenheit“. Die Funktionen des einsamen Lebens und der Nutzen für die Gesellschaft 77
4. 9. Selbsterkenntnis und die Idee des Selbstseins erwachsen dem Alleinsein - Das Existieren in der Eigentlichkeit. Psychologische und soziologische Aspekte erfahrener Einsamkeit 81
4. 10. Die Gefahren des Alleinseins – Einsamkeit als Last 83
4. 11. Das Alleinsein in den eigenen vier Wänden – Chance und Risiko. Freiwilliger Rückzug in die Einsamkeit, statt Weltflucht aus Enttäuschung und Überdruss84
4. 12. Typen und Charaktere – introvertiert oder extrovertiert? Senecas Beschreibung der Melancholie-Symptomatik  86
4. 13. Geselligkeit – Senecas Plädoyer für ein ausgewogenes Wechselverhältnis zwischen freiwilligem Sein in Einsamkeit und sozialem Austausch  90
4. 14. Schöpferische Einsamkeit - Medium des Kreativen91
4. 15. Die Apotheose des einsam-kontemplativen Lebens in der Schrift „De brevitate vitae“, „Die Kürze des Lebens“  93
4. 16. Im „Jetzt“ leben, nicht erst morgen und am Leben vorbei! Hic et nunc und Memento mori! 95
4. 17. Der ruhige Hafen als Endziel - Individuelles Leben oder Massen-Existenz?  97
5. Mark Aurel - Der Weg zum Selbst in Zurückgezogenheit 99
5. 1. Gelebter Stoizismus als Vorbild101
5.2. „Alleinsein“ bei Epiktet – Individualität und Selbsterkenntnis101

Teil II: Vom frühen Mittelalter bis zur Scholastik103

1. „Einsamkeit“ und „Melancholie“ im frühen Mittelalter. Anachoreten im frühen Christentum - „anachoresis“ und „monachoi“. 103
1.1.         Eremitentum und monastisches Leben um 300 – 400 n. Chr. Antonius, (der Ägypter), Evagrius Ponticus und Augustinus: DerWeg zu Gott vollzieht sich in der Einsamkeit 103
1.2. Antonius, der Ägypter – Einsiedlertum, Wüstenspiritualität und Mystik  105
1.3. Aurelius Augustinus in „reiner Einsamkeit“ - „Alleingespräche“ aus Cassiciacum - Früchte des Schaffens in der Einsamkeit des Selbstgesprächs  107
1.4. „Acedia“ seit Evagrius Ponticus, bei Thomas von Aquin und Bonaventura  110
1.5. Die „Wirkscheu“ des Johannes Cassian113
1.6. Thomas von Aquin - Wirkscheu ist Todsünde – Acedia oder „Tristitia“  113
2. Deutsche Mystik115
2.1. Meister Eckhart: Die absolute Freiheit des Gottsuchenden - Der unmittelbare, mystische Weg zu Gott. „Abgeschiedenheit“ und „innerliche Einsamkeit“ neu definiert 115
2.2. In der Abgeschiedenheit – Das Aufgeben des Selbst, das Ledigwerden, als Voraussetzung der Unio mystica und die Gottesgeburt 115
2.3. „innerliche Einsamkeit“ – Zum Wesen der Dinge! 120
2.4. „Unio mystica“ und Buddhismus – Stufen und Wege des Rückzugs aus allgemein philosophischer, christlicher Sicht bzw. aus der Perspektive der Zen-Meditation - Exkurs121
2.5. Heinrich Seuses „Weg in die Innerlichkeit“ und die Beschreibung der Mönchskrankheit (Acedia) in der Schrift „Das Leben des Dieners“  125
2.6. „Das Büchlein der ewigen Weisheit“ - „Wie man innerlich leben soll“, „lautere Abgeschiedenheit“ und Entwerdung (Selbst- bzw. Ich-Auflösung) 129
2.7. Theresa von Avila - „Der Weg zur Vollkommenheit“ und „Die Seelenburg“.

Teil III: Humanismus

1. Francesco Petrarcas Loblieder auf die Einsamkeit. Der zentrale Stellenwert der „Einsamkeit“ im Werk der Humanisten  135
1.1. Zur Vita Petrarcas – Von der Vita activa zur Vita contemplativa im mundus aestheticus  135
1. 2. „De otio et solitudine“ - Von Freiheit (Muße) und Einsamkeit 137
1.3. „De vita solitaria“: Francesco Petrarcas Hymnus in Prosa auf das Leben in Einsamkeit. Die Begründung der Auffassung von der „schöpferischen Einsamkeit” als elitäre Phänomen-Definition139
1.4. „felix solitarius“ contra „miser occupatus“ – besser allein, frei und glücklich als vielbeschäftigt, gestresst und in permanenter Disharmonie – Einsamkeit: die „conditio sine qua non“ einer ethisch fundierten Lebensführung und Existenzbewältigung  141
1.5. Zur Modernität des Existenzmodells „Leben in der Eigentlichkeit“142
1.6. Das schaffende Subjekt … und die Ahnenreihe der Einsamen143
1.7. „Secretum“ – Melancholie und Misanthropie147
1.8. „Gespräche über die Weltverachtung“: Petrarcas negativer Melancholie-Begriff und Dante  148
1.9. Melancholie und Selbst-Therapie – Ist die „unheilvolle“ „Seelenkrankheit“ „Weltschmerz“heilbar?  149
1.10. Dante weist die Muse Melancholie zurück155

Teil IV: Renaissance156

Einsamkeit und Melancholie während der Renaissance in Italien - Die „Saturniker“ des Mediceer-Kreises  156
1. Angelo Poliziano – Der Dichter am Kamin als personifizierte Melancholie und eine Melancholie-Beschreibung im Geist der Zeit. 156
2. Marsilio Ficino – Therapierte Melancholie. Das Bei-sich-Selbst-Sein der Seele führt zu Außergewöhnlichem in Philosophie und Kunst 159
2.1. Marsilio Ficino in freiwilliger Zurückgezogenheit in Carreggi - Einsamkeit als „conditio sine qua non“ des künstlerischen Schaffens  160
2.2. Im Zeichen des Saturn - Marsilio Ficinos Werk, „De vita triplici“, eine Diätetik des saturnischen Menschen. Ficinos astrologisch determinierter, antik physiologischer Melancholie-Begriff. 161
2.3. Definition der Melancholie und des Melancholikers in „Über die Liebe oder Platons Gastmahl“ - Die Liebe als melancholische Krankheit?  163
2.4. Krankheit „Melancholie“ - Therapeutikum Musik166
3. Pico della Mirandolas Entwurf des Renaissancegenies in „De hominis dignitate“ – Von Einsamkeit und Freiheit 167
3.1. Die „dunkle Einsamkeit Gottes“168
3.2. „Die Freiheit des Menschen“ und der „Geniebegriff der Epoche“ in „Oratio“  170
3.3. Die ethisch eingeschränkte Freiheit des Genies und das Humanum als Endziel 172
4. Lorenzo de’ Medicis „melancholische“ Dichtung174
4.1. War der Prächtige ein Melancholiker? Vanitas, Wehmut und Schwermut 175
4.2. Der Typus des „Inamoroso“ als Melancholiker - Liebeslyrik im Sonett 179
4. 3. Melancholia - Lorenzo de’ Medici rezipiert Walter von der Vogelweide  184
5. Die Familie der Melancholiker oder die Metamorphose des sinnenden Geistes zur Plastik und zum Gedicht - Exkurs  186
6. Einsamkeit, Melancholie und künstlerisches Schaffen während der Renaissance in Italien. 189
6.1. Geniale Werke der Einsamkeit bei Michelangelo Buonarroti und Leonardo da Vinci - Einsamkeit als die künstlerische Schaffensbedingung schlechthin, als „conditio sine qua non“ des kreativen Subjekts. 190
6.2. Michelangelo Buonarroti - „Wer kann, wird niemals willig sein.“ – Individuelle Freiheit und künstlerische Selbstbestimmung  190
6.3. Große Kunst ist gottgewollt 192
6.4. Der Schaffende ist das Maß aller Dinge - oder die Lust, mit dem Hammer neue Werte zu schaffen  194
6.5. Weltflucht und Weltverachtung195
6.6. Der sinnende Melancholiker „Micha Ange bonarotanus Florentinus sculptor optimus“  197
6.7. – „La mia allegrezz’ e la maniconia” – “Meine Lust ist die Melancholie!” – Existenzbewältigung im “Amor fati“ oder eine ins Positive transponierte „Melancholie als Mode“?199
6.8. Hypochondrie und Misanthropie in burlesker Entladung – bei Michelangelo und Leonardo  201
6.9. Michelangelos „Sonette“: Kreationen reiner Eitelkeit?211
7. Leonardo da Vinci – Ein Einsamer, aber kein Melancholiker. Die Wertschätzung der „vita solitaria e contemplativa“. 214
7.1. Leonardo und Michelangelo – ein geistesgeschichtlicher Vergleich. Der verbindende Hang zur Einsamkeit … und viele Kontraste! 222
8. Girolamo Savonarola – Der melancholische Reformator vor der Reformation  225
8.1. Gott geweihtes Leben in stiller Einkehr und früher Protest aus der Klosterzelle  230
8. 2. Zeitkritik und Fragen der Moral in „Weltflucht“ und „De ruina mundi“- Vom Verderben der Welt 231
8.3. Kritik des Christentums sowie des dekadenten Papsttums im poetischen Frühwerk - „De ruina Ecclesiae“ oder „Sang vom Verderben der Kirche“, (1475) 237
8.4. „Poenitentiam agite“! – Buße , Einkehr, Rückbesinnung, Katharsis239
8.5. Savonarolas Humanismus-Kritik und seine Zurückweisung der Astrologie – ist die Philosophie eine Magd der Theologie?  243
8.6. Sozialreformer Savonarola - „De Simplicitate vitae christianae“ - Von der Schlichtheit im Christenleben. 246
8.7. Savonarola setzt politische Reformen durch – Über die demokratische Verfassung in Florenz zum Fernziel der Einheit Italiens  248
8.8. Niccolo Machiavelli und Die Schwermut der Tyrannen250
8.9. Einsamkeit, Kontemplation und rhetorischer Auftritt – Savonarola Volkstribun und Redner nach Cicero?  254
8.10. Einsamkeit und Gesellschaft bei Savonarola255
8.11. Christliche Ethik als geistige Basis der Staatsform – Contra Tyrannis  256
8.12. „Der Tyrann“ trägt „alle Sünden der Welt im Keim in sich“ - Melancholie als Krankheit: Savonarolas Typologie, Definition und Phänomen-Beschreibung des Renaissance-Macht-Menschen und das Primat des Ethos im Leben und im Staat. 259
8.13. Genies des Bösen – Lorenzo de’ Medici und der Borgia-Clan260
8.14. Thomasso Campanellas idealer Gegenentwurf zum Typus des Tyrannen in seiner christlich-kommunistischen Utopie „Città del sole“  263
8.15. Golgatha - Traurigkeit und Verlassenheit in der Todeszelle und auf dem Scheiterhaufen  264
8.16. Hybris und Zuflucht zu Gott – „in Schwermut und voll Schmerz“! 266
8.17. Melancholia - „In te, Domine, speravi“, letzte Einsamkeit und existenzielle Traurigkeit - Hoffnung gegen Melancholie?  268
8.18. Auch Päpste irren! Schweigepflicht, Exkommunikation, Inquisition, Folter – Reformator Savonarola stirbt den Flammentod in Florenz  272
8.19. Giordano Bruno und die Flammen der Inquisition – Der Märtyrer-Tod auf dem Scheiterhaufen wiederholt sich … doch  274
9. Michel de Montaignes Essay „De la solitude“- Das Leben in Abgeschiedenheit zwischen profaner Weltflucht und ästhetischer Verklärung  276
9.1. Süße Weltflucht in den Turm – Melancholie als Habitus276
9.2. War Michel de Montaigne ein Melancholiker?278
9.3. Einsamkeit, ein Wert an sich, ist nie Mittel zum Zweck, sondern immer Selbstzweck. 280
9.4. „Nichts in der Welt ist so ungesellig und zugleich so gesellig als der Mensch“ – Einsamkeit und Gesellschaft 284
9.5. Vanitas - Der Rückzug aus der Gesellschaft ist auch historisch bedingt 289
10. „The Anatomy of Melancholy“ - Der extensive Melancholie-Begriff bei Democritus junior alias Robert Burton  292
10.1. „Elisabethanische Krankheit“ oder „maladie englaise“ – Melancholie als Mode!? Von der Pose zur Posse?  292
10.2. Demokritos aus Abdera – Der lachende Philosoph als Vorbild und Quelle der Inspiration  294
10.3. „sweet melancholy“ - Burtons Verdienste bei der Umwertung und Neuinterpretation der grundlosen Tieftraurigkeit zur „süßen Melancholie“  297
10.4. „Göttliche Melancholie“: „Nothing’s so dainty sweet as lovely melancholy“ - Zur positiven Melancholie-Bewertung vor, neben und nach Burton  302

Teil V: „Einsamkeit“ und Melancholie in der Moderne304

1. Jean-Jacques Rousseau – Alle großen Leidenschaften entstehen in der Einsamkeit. Die Apotheose der Einsamkeit im Oeuvre des Vordenkers der Französischen Revolution304
1.1. Rückzug, „Schwermut“ und „Hypochondrie“304
1.2. „Zurück zur Natur“! im „Discours“ - Plädoyer für das einfache Leben und harsche Gesellschaftskritik. Macht die „Sozialisierung“ den an sich guten Menschen schlecht?306
1.3. Im Refugium der Eremitage von Montmorency: Kult der Einsamkeit – Landleben, Naturgenuss und geistiges Schaffen  308
1.4. „Sanssouci“ – Asyl: Ein Einsamer, Friedrich der Große unterstützt einen anderen Einsamen, den verfolgten Wahlverwandten Jean-Jacques Rousseau312
1.5. „Les Rêveries du promeneur solitaire“ - Träumereien eines einsamen Spaziergängers  314
1.6. Einsamkeit ist im Wesen des Künstlers selbst begründet - «Toutes les grandes passions se forment dans la solitude»! 316
2. Einsamkeit und Gesellschaftskritik im Werk der Französischen Moralisten La Rochefoucauld, Vauvenargues und Chamfort 318
2.1. Rekreation im Refugium – die bücherlesende Einsamkeit des Herzogs La Rochefoucauld  319
2.2. Einsamkeit – Katharsis, Chance und Gefahr 320
2.3. Chamfort - „Vom Geschmack am einsamen Leben und der Würde des Charakters“ - „Man ist in der Einsamkeit glücklicher als in der Welt.“  321
2.4. Abkehr von der Gesellschaft, melancholische Heimsuchungen, Vereinsamung und Menschenhass  323
2.5. „Ein Philosoph, ein Dichter, sind fast notwendig Menschenfeinde“ – Chamforts Rechtfertigung von Misanthropie und Melancholie. 325
3. „Ueber die Einsamkeit“ - Johann Georg Zimmermanns Monumentalwerk aus dem Jahr 1784/85 - Einsamkeit als Lebenselixier – Die Gestimmtheit im deutschen Barock – Inklination zur Melancholie?326
3.1. Von den „Betrachtungen über die Einsamkeit“ zur Abhandlung „Von der Einsamkeit“ – Thema mit Variationen  328
3.2. Die Ursachen von wahrer und falscher Einsamkeit - Müßiggang, Menschenhass, Weltüberdruss und Hypochondrie  330
3.3. „gesellige Einsamkeit“ - eine „contradictio in adjecto“?331
3.4. Aufklärer Immanuel Kant definiert den zur „Melancholie Gestimmte(n)“, „Melancholie“ als „Tiefsinnigkeit“ und die „Grillenkrankheit“ Hypochondrie richtungweisend für die Neuzeit. Exkurs. 333
4. Arthur Schopenhauers „elitäres“ Verständnis von Einsamkeit - nur wer allein ist, ist wirklich frei! 336
4.1. Der Ungesellige - „Er ist ein Mann von großen Eigenschaften.“338
4.2. Die „Einsamkeit ist das Los aller hervorragenden Geister“ - Ist der Mensch von Natur aus einsam? Ist „Einsamkeit“ ein Wert an sich?  341
4.3. Das Sein in der Einsamkeit als existenzielles Problem - Einübung in die zurückgezogene Lebensführung. 343
5. Lenau, Dichter der Melancholie. „Einsamkeit“ und Schwermut (Melancholie) im Werk von Nikolaus Lenau – Anthropologische Phänomenbeschreibung und literarisches Motiv345
5.1 Lenaus Verhältnis zur Philosophie. Entwicklung und Ansätze346
5.2. „Einsamkeit“ und „Vereinsamung“ als existenzielle Erfahrung351
5.3. Nikolaus Niembsch von Strehlenau, genannt „Lenau“ vereinsamt in Wien  352
5.4. Das „melancholische Sumpfgeflügel der Welt“ - Vereinsamt in Heidelberg und Weinsberg. Therapeutikum Philosophie: Lenau setzt der „Seelenverstimmung“ die „Schriften Spinozas“ entgegen! 357
5.5. Amerika – Lenaus Ausbruch in die Welt der Freiheit 358
5.6. Schwermut und Hypochondrie – Therapeutikum: Philosophie und Sarkasmus  359
5.7. „Einsam bin ich hier, ganz einsam. Aber ich vermisse in meiner Einsamkeit nur dich.“  361
5.8. „wahre Menschenscheu“ - „Die Geselligkeit“ „ist ein Laster“ - „Mein Leben ist hier Einsamkeit und etwas Lyrik.“  362
5.9. Die „äußere Einsamkeit“– Vom „Locus amoenus“ zum „Locus terribilis“  364
5.10. Situation und Grenzsituation – präexistenzphilosophisches Gedankengut bei Lenau auf dem Weg zu Karl Jaspers. Exkurs. 366
5.11. „Einsamkeit“ als ontische Dimension - Menschliches Dasein ist nicht Gesellig-Sein – Mensch-Sein bedeutet ein Sein in Einsamkeit. 371
5.12. „Einsame Klagen sinds, weiß keine von der andern“ - Monologische Existenz in dem existenzphilosophischen Gedicht „Täuschung“  372
5.13. In „dunklen Monologen“ - „Jedes Geschöpf lebt sein Privatleben“ - Mitsein in existenzieller Gemeinschaft erscheint unmöglich  375
5.14. „O Einsamkeit! Wie trink ich gerne / Aus deiner frischen Waldzisterne!“ Dionysisch „zelebrierte Einsamkeit“ im Spätwerk  377
5.15. „Der einsame Trinker“ - Das dionysische Erleben der Einsamkeit im Fest 379
5.16. „Fremd bin ich eingezogen/Fremd zieh ich wieder aus“ - Der „Unbehauste“, ein „Fremdling ohne Ziel und Vaterland“  381
5.17. „Nun ist’s aus, wir müssen wandern!“ - In-der-Welt-Sein ist Einsamkeit 383
5.18. Lenaus melancholische Faust-Konzeption - „metaphysische Vereinsamung“. 388
5.18.1. Der „Unverstandene“, das ist der „Einsame“. 388
5.18.2. Endlichkeit und Ewigkeit 390
5. 18. 3. Die Geworfenheit des existenziellen Realisten „Görg“392
5. 18. 4. Das Unbewusste als Antrieb - Die tragisch konzipierte Faust-Figur in Disharmonie mit dem Selbst und in der Uneigentlichkeit 393
5.18.5. Gott ist tot - existenzielle Exponiertheit des metaphysisch Vereinsamten vor Nietzsche und Rilke  397
5.19. Im dunklen Auge – ein „sehr ernster, melancholischer Knabe“„hochgradig zur Melancholie disponiert“  und hinab gestoßen in die „Hohlwege der Melancholie“„Mein Kern ist schwarz, er ist Verzweiflung.“ – Melancholie-Symptomatik und Definitionen der Krankheit bei Lenau  403
5.20. „Lieblos und ohne Gott! Der Weg ist schaurig“ – „Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig.“ „Melancholie“ und „absolute Vereinsamung“ in Lenaus Doppelsonett „Einsamkeit“408
5.21. Der Werte-Kampf in Lenaus Ballade „Die nächtliche Fahrt“ - Von darwinistischer Selektion über den „Kampf um das Dasein“ nach existenzphilosophischen Kategorien zur Ethik des Widerstands im Politischen - Exkurs  424
5.21.1. Wettkampf und Werte-Kampf 431
5.21.2. Lenaus Imperialismus-Kritik in seinem „anderen“ Polenlied433
5.21.3. Ethik des Widerstands - Der Existenz-Kampf der Individuen entspricht dem Souveränitätsstreben der - tyrannisierten - Völker 434
6. Friedrich Nietzsche, der einsamste unter den Einsamen? Absolute Einsamkeit, extreme Vereinsamung und schwärzeste Melancholie  436
6.1. Wesensgemäße Daseinsform und  Schaffensbedingung der Werke der Einsamkeit. 437
6.2. „Also sprach Zarathustra“ - Nietzsches großer „Dithyrambus auf die Einsamkeit“  438
6.3. Strukturen der „Einsamkeit“ in „Also sprach Zarathustra“439
6.4. „Fliehe, Fliehe mein Freund, in deine Einsamkeit!“ - „Wo die Einsamkeit aufhört, da beginnt der Markt.“  442
6.5. Die Auserwählten – Nietzsches kommende Elite: Der „Einsame“ als Brücke zum Übermenschen  444
6.6. Der Einsame – das ist der Schaffende! „Trachte ich nach Glück? Ich trachte nach meinem Werke!“  446
6.7. Nietzsches „Nachtlied“ - das einsamste Lied, welches je gedichtet wurde! 447
6.8. „Oh Einsamkeit! Du meine Heimat Einsamkeit!“449
6.9. „Jede Gemeinschaft macht irgendwie, irgendwo, irgendwann – ‚gemein’“ – Zum Gegensatz von individuellem Leben in Einsamkeit und gesellschaftlichem Massen-Dasein. 451
6.10. „Einsam die Straße ziehn gehört zum Wesen des Philosophen.“ Fragmentarische Aussagen zur „Einsamkeit“  453
6.11. Therapeutikum Einsamkeit – schlimme und gefährliche Heilkunst! „In der Einsamkeit frisst sich der Einsame selbst, in der Vielsamkeit fressen ihn die Vielen. Nun wähle.“454
6.12. Die „siebente letzte Einsamkeit“ - Nietzsches „Dionysos-Dithyramben“  456
6.13. „Vereinsamt“ – Düstere Melancholie und metaphysische Verzweiflung  458
7. „Einsamkeit“ bei Jaspers und Heidegger - Exkurs463
8. Der „Neue Mensch“ – eine Konsequenz der Einsamkeit? „selbstestes Selbst“ und Apologie des Selbst bei Lenau und Nietzsche - Exkurs  466
8.1. Die Suche nach dem „Humanum“ – Absage an den Irrweg „Übermensch“  468
8.2. Lenaus „Homo-Novus-Konzeption“ nach Amalrich von Bene470
8.3. „Idemität“ und „Konkreativität“ – Der „menschliche Mensch“! Zur Strukturanthropologie Heinrich Rombachs. Exkurs  473

Teil VI: Essays zur Thematik und kleine Beiträge476

9. Stufen der Einsamkeit – Auf dem Weg vom Alleinsein in die Vereinsamung, Melancholie und Verzweiflung – Zur Metamorphose eines anthropologischen Phänomens476
9.1. Von der existenziellen Situation „Einsamkeit“ zum Krankheitsbild „Melancholie“ in der Erscheinungsform „Acedia“ und Hypochondrie  480
9.2. Melancholie als Charakteristikum des genialen Menschen. 482
9.3. Die Phänomene „Einsamkeit“, „Alleinsein“, „Vereinsamung“ und „Melancholie“ („Schwermut“, „Depression“) – im Wandel der Zeiten: Anthropologische Konstanten und Grundbefindlichkeiten des Daseins oder zeitbedingte Entwicklungsphänomene? Zur Begriffsbestimmung. 484
9.4. Strukturen der Einsamkeit - Zum Bedeutungswandel der Begriffe Einsamkeit und Melancholie durch die Zeiten  494
9.5. Existenzbewältigung: Angewandte Philosophie in philosophischer Praxis – Zur Konzeption und Intention der Studien zur Einsamkeit. 497
9.6. Zur Einsamkeit verflucht? – Alleinsein zwischen gesellschaftlicher Pest und segensreicher Schaffensbedingung –Selbsterfahrungen und Autobiographisches503
9.7. Das Existenzmodell „Alleinsein“ zwischen Weltflucht und verklärender Utopie: Abgeschiedenheit, Einkehr, Selbstfindung, Eigentlichkeit - Selbst erfahrene und selbst beobachtete Phänomene – Einsamkeit, ein Zeitproblem?  506
9.8. Ein Einsamer von heute – In memoriam Theo Meyer513


Nachwort: 514
Inhalt: 517
Namenregister: 517
Bibliographie539
Primärliteratur 539
Anthologien, Aufsatz-Sammelwerke zur Thematik: 539
Sekundärliteratur: 539
Bilder-Verzeichnis: 539
Bücher von Carl Gibson539