Donnerstag, 29. Oktober 2015

Zum Beginn des Bürgerkriegs in Syrien, internationale Eskalation und öffentliche Resonanz in Deutschland[1] – Dokumentation, Thesen, Argumente eines politischen Beobachters

Zum Beginn des Bürgerkriegs in Syrien, internationale Eskalation und öffentliche Resonanz in Deutschland[1] – Dokumentation, Thesen, Argumente eines politischen Beobachters



Es gibt sie seit Monaten auch in Deutschland[2] - die Proteste für Freiheit und Menschenrechte in Syrien, in der Hauptstadt Berlin wie auch jüngst in Stuttgart. Sie sind mehr als berechtigt-

Syrien ist eine der repressivsten Diktaturen in der Arabischen Welt.

Einige Zahlen der öffentlichen Fernsehanstalten unterstreichen das: Seit dem Beginn des Freiheitskampfes der Syrer gegen das Regime von Präsident Assad soll es bis zum heutigen Tag 3 500 Opfer gegeben haben, Menschen, Oppositionelle, die im Protest gegen ein totalitäres Regime ihr Leben einsetzten und verloren.




Stoppt das Blutbad in Syrien -
Exil-Syrer protestieren lautstark am Markt vor dem Rathaus in Stuttgart.




Stoppt das Blutbad in Syrien - Exil-Syrer protestieren lautstark am Markt vor dem Rathaus in Stuttgart.

Ein Megaphon verstärkt die Stimmen der Aufklärer - am Rande der Veranstaltung werden Flyer gereicht, die über die Aktionen eines Hilfskomitees "Help Syrian People" informieren. Was weiß man in Deutschland vom Leben der Menschen in Syrien? Von der Unterdrückung elementarer Freiheiten und Menschenrechte dort? Nicht viel!


Geheimdienst und Teile der Armee gehen brutal gegen Oppositionelle vor:

Verhaftungen, Folter, Exekutionen.

Wer als Soldat aus der Reihe tanzt, wer sich weigert, auf das eigene Volk zu schießen, der ist des Todes.

Die Resonanz der Stuttgarter ist - typisch für andere Deutsche auch - relativ gering. Weshalb? Die Bürger der Stadt sind mit "Stuttgart 21" beschäftigt, mit einem Mega-Projekt, das die Stadt spaltet. An einer anderen Stelle sammeln Türken für die jüngsten Erdbebenopfer. Darüber hinaus ist die Medienberichterstattung über die Ereignisse in Syrien recht zurückhaltend. Mehr zum Protest in Deutschland unter


Weshalb hält sich die Westliche Welt zurück? Syrien ist aufgrund seiner geopolitischen Lage ein Pulverfass. Eine Eskalation der Gewalt, Bürgerkrieg und andere unüberschaubaren Entwicklungen  könnten den Staat Israel gefährden.

Deshalb hat der „Schutz der Bevölkerung" vor ihrem Diktator und dessen System für den Westen keine Priorität.

Mit Saddam Hussein und Moammar al Gaddafi wurde ein „kurzer Prozess“ gemacht. Die Machthaber in Tunis und Kairo flohen und gaben auf. In Syrien aber wird keine NATO eingreifen, ebenso wenig wie im Jemen.

Inzwischen ist die Arabische Liga bereit, Assads Regime unter Druck zu setzen. Präsident Assad regiert darauf, indem er den Mob mobilisiert, seine Anhänger, die nun Botschaften stürmen und so zur Eskalation beitragen.

Die Zeit der Diktatoren neigt sich dem Ende zu, zunächst in Ost-Europa und nun auch in der Arabischen Welt. Wenn die Zeichen der Zeit erkannt werden, bedarf es keiner Waffengewalt um den Status quo zu verändern. Möge die Einsicht sich durchsetzen - anders als im Irak oder in Libyen.

Nachtrag am 1 Dezember 2011: Das Blutbad in Syrien geht weiter. Die Arabische Liga, EU und USA haben inzwischen den Druck auf Diktator Assads Syrien erhöht und Sanktionen beschlossen. Trotzdem macht der Diktator weiter, zynisch und unbeeindruckt, während die Welt - abgelenkt durch die Entwicklungen im Iran - wegblickt. Syrien ist eben nicht Libyen. Auf eine NATO-Intervention werden die oppositionellen Syrer vergebens warten. Zweierlei Maß: im Freien Westen und vor allem in der Weltpolitik! Cui bono?

Nachtrag am 17. Dezember: Das Morden in Syrien geht weiter.

Nachtrag am 31. Januar 2012: Das Morden in Syrien geht weiter. Präsident Assad hält zynisch an der Macht fest und geht über Leichen. Die Arabische Liga hat versagt - die UNO ist untätig; die USA agiert nur verbal und Russland hält die schützende Hand über eine Diktatur der übelsten Sorte, weil es Geschäfte machen will, Hunderte Millionen für Waffen, die gegen das syrische Volk eingesetzt werden können. Dürfen wir wegsehen?

Nachtrag am 17. Dezember 7. Februar 2012: Lizenz zum Töten? Das Veto Russlands und Chinas im UNO-Sicherheitsrat erinnert an die Tage des Kalten Krieges, an die Konfrontation zwischen Ost und West, an die Auseinandersetzung der Freien Welt mit dem Weltkommunismus. Die noch bestehende Allianz Russland - Syrien ist ein Relikt aus jener Zeit! Alte Seilschaften. Hinzu kommen Geschäfte in Milliardenhöhe, Waffenverkäufe (Kampf-Flugzeuge) Russlands an Diktator Assad.

Weshalb legten Russen und Chinesen ihr Veto ein, obwohl Diktator Assad mit nie gekannter Brutalität gegen das eigene Volk vorgeht? Vielleicht, weil Diktatoren sich immer schon verstanden? Russland und China müssen ähnliche Unruhen im eigenen Land befürchten, wenn die heimische Opposition das Spiel der Mächtigen nicht länger tolerieren und auf die Barrikaden gehen wird. Das Morden in Syrien geht weiter, ohne dass es Konsequenzen geben würde. Der UNO-Generalsekretär ist entsetzt – angeblich schließen die USA und Großbritannien enttäuscht und in Sorge ihre Botschaften in Syrien – die Arabische Liga und die Weltöffentlichkeit sind ratlos. Assad darf weiter morden, ohne mit einer internationalen Intervention militärischer Art à la Libyen rechnen zu müssen. Was kann die deutsche Öffentlichkeit tun? Sie kann wach bleiben und – zumindest moralisch – öffentlich dagegen halten.

Nachtrag am 17. Dezember 05.03.2012: Schutzzone für syrische Opposition und Bombardierung der Truppen von Diktator Assad durch den Westen wie von US-Senator McCain gefordert?

Der Schutz, den der Westen der „libyschen Opposition“ einräumte, sollte der „syrischen Opposition“ nicht versagt bleiben, aus prinzipiellen Gründen.

Andererseits kann die prekäre geopolitische Lage in Syrien zu einem verheerenden Flächenbrand führen, der die gesamte Region destabilisieren könnte. Senator McCain, Kriegsheld und Hardliner ist mehr Militär als Diplomat - doch was nutzt Diplomatie nach mehr als 8000 toten Oppositionellen und einem uneinsichtigen Diktator Assad? Handeln ist angesagt - sonst führt ein Diktator die Völkergemeinschaft (UNO) erneut ad absurdum.

Soweit die Dokumentation.

Heute, im Herbst 2015, haben die Bürgerkriegsflüchtlinge, gerufen von Kanzlerin Angela Merkel, deutschen Boden erreicht – sie leben mitten unter uns, Das ist sicher Grund genug, um die Syrien-Thematik genauer zu betrachten.

Faktisch müssen die Deutschen und Europäer die Folgen eines internationalen Konfliktes ausbaden, den sie nicht versursacht haben. Cui bono?




[2] Meine kommentierten Beobachtungen der Entwicklungen dauerten fünf Monate (von November 2011 bis März 2012) an.
Heute, vier Jahre danach spricht man von mehr als 250 000 zivilen Opfern des Bürgerkrieges und der an sich schon internationale Konflikt und Stellvertreterkrieg (Iran – Saudi Arabien, USA – Russland) ist immer noch nicht gelöst, ja er eskaliert gerade in diesen Tagen, wo Hunderttausende aus Syrien flüchtend nach Deutschland und Europa strömen – eine Entwicklung mit noch unabsehbaren Folgen für den Alten Kontinent.
 



Carl Gibson

Quo vadis, Germania,



wohin steuert Europa?


 


Spaltet Kanzlerin Merkels forcierte Einwanderungspolitik die deutsche Gesellschaft und die Europäische Union?


 


Deutschland, deine Präsidenten … und ihre Moral – „Korruption“ auf Schloss Bellevue? Der Fall Christian Wulff aus ethischer Sicht. Joachim Gauck, der bessere Präsident? Weshalb schweigt Bundespräsident Horst Köhler zur inneren Spaltung? Flüchtlingsströme - Terror-Gefahr, Politikverdrossenheit - Euro-Skepsis. Ursachen und Folgen der Kriege im Irak, in Libyen und Syrien - Zur Destabilisierung Nordafrikas und des Nahen Ostens. Frankreich im Fadenkreuz islamistischer Terroristen. Russlands Konflikte mit der EU, der NATO und der Türkei. Das „Wertesystem“ der „offenen Gesellschaft“ westlicher Demokratien im Wandel. Staat, Nation und Parteien im Umbruch. Kommunismus-Aufarbeitung. Auswirkungen der globalen Wirtschafts-und Finanzkrise. Deutscher Atomausstieg nach Fukushima. Volksbefragung zu „Stuttgart 21“. Meinungsfreiheit, Manipulation, Lobbyismus. „Neue Armut“ in Deutschland.


Paradigmen der Zeitkritik Analysen, Kommentare, Essays zur aktuellen Innen- und Außenpolitik.


 


Herausgegeben vom


Institut zur Aufklärung und Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Europa.







Carl Gibson

Quo vadis, Germania, wohin steuert Europa?




Carl Gibson

Quo vadis, Germania, wohin steuert Europa?

 

 
 
Buchrückseite Carl Gibson

Quo vadis, Germania, wohin steuert Europa?



 


 


Motto:


„Denk ich an Deutschland in der Nacht,


Dann bin ich um den Schlaf gebracht“


Heinrich Heine, Nachtgedanken


 


 


ISBN: 978-3-00-051989-5


 


1.  Auflage, Januar 2016


Copyright © Carl Gibson. Alle Rechte vorbehalten.


 


Aus der Reihe: Schriften zur Literatur, Philosophie, Geistesgeschichte und Kritisches zum Zeitgeschehen, Bd. 1, 2016.


 


Herausgegeben vom Institut zur Aufklärung und Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Europa.
 




Germania-Statue, Niederwalddenkmal bei Rüdesheim an Rhein


Germania-Statue, Niederwalddenkmal bei Rüdesheim an Rhein, Detail.

(Fotos: Carl Gibson)



Mehr :


Neu, seit Januar 2015 im Buchhandel:

Carl Gibson,

Vom Logos zum Mythos !? Die Herta Müller-Maskerade im Brenn-SPIEGEL der ZEIT-Kritik 


Ein forcierter Nobelpreis für Literatur (2009)!?

Wie eine Hasspredigerin und Systemprofiteurin der Ceausescu-Diktatur deutsche Politiker hinters Licht führt und die Werte des christlichen Abendlandes auf den Kopf stellt!

Abschied von der Moral - Umwertung aller Werte!?

Zum aktuellen politischen Wandel im Land des aufwachenden Deutschen Michel:
Renaissance des Kommunismus, Wille zur Macht oder neues Biedermeier in Deutschland?



Was ist los in Deutschland? 

Verabschiedet sich das neue Deutschland nach der Wende von der Moral? 

Weshalb werden in Berlin Kommunisten mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt? 

Weshalb setzen sich deutsche Politiker rücksichtslos über die Wahrheit hinweg und segnen in fragwürdigen Ehrungen Lügen ab, ohne auf berechtigte Einsprüche und Bürgerprotest einzugehen? 

Fallen die Deutschen, saturiert, apolitisch unkritisch in die Welt des Biedermeier zurück, den Blick abwendend, wenn Unrecht geschieht, während sich so in politischer Arroganz eine neue Form des Willens zur Macht ausbildet? 

Carl Gibsons zunehmend politischer werdendes Aufklärungswerk geht weiter. 

Nachdem bereits in den drei im Jahr 2014 publizierten Kritiken zum Leben und Werk Herta Müllers argumentativ dargelegt und philologisch-komparatistisch im Detail nachgewiesen wurde, wie die umstrittene Nobelpreisträgerin für Literatur (2009) systematisch lügt, täuscht und plagiiert, fragt der Zeitkritiker Gibson nun nach den Hintermännern der forcierten Abläufe und inszenierten Maskeraden sowie nach dem Endzweck des – für die demokratische Kultur fatalen - Zusammenspiels von Medienwirtschaft und Politik auf Kosten von Ethos und traditionellen Werten. Wohin steuert dieses Deutschland, das die „Tugenden des Kommunismus“, das Lügen, das Täuschen und das Stehlen, der Ehrung wert findet? In den antidemokratischen Berlusconi-Staat der Machtzyniker? Oder fallen die wiedervereinten Deutschen ethisch blind und politisch kurzsichtig in die verlogene Welt des Kommunismus zurück?

Carl Gibson, Zeitkritiker, Historiker, Literaturwissenschaftler, Gründer und Leiter des „Instituts zur Aufklärung und Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Europa“, lieferte mit seinen autobiographischen Aufklärungswerken „Symphonie der Freiheit“ (2008) und Allein in der Revolte“ (2013), verfasst aus der Insider-Perspektive eines verfolgten Dissidenten während der kommunistischen Diktatur in Rumänien, die realistischen Vorlagen für Herta Müllers Selbst-Inszenierung als Oppositionelle. Gibsons scharfe, seit 2009 weltweit rezipierte Herta Müller Kritik ist in der bundesdeutschen „Forschung“ noch nicht recht angekommen. Mehr zur Materie in den –in Deutschland noch boykottierten, inzwischen aber an den US-Eliten-Universitäten vorliegenden - Studien: „Die Zeit der Chamäleons. Kritisches zum Leben und Werk Herta Müllers aus ethischer Sicht, 2014, in: „Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit“ – Herta Müllers erlogenes Securitate-Folter-Martyrium, 2014 bzw. in: „Plagiat als Methode – Herta Müllers „konkreative“ Carl Gibson-Rezeption“. Diese Studien - teils mit umfassender Dokumentation - bilden eine Basis für die noch ausstehende „kritische“ Herta Müller-Monographie  sowie für die systematische Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Rumänien.

ISBN: 978-3-00-048502-2







Carl Gibson, Bücher:

Deutsche Nationalbibliothek (DNB):

Internationaler Katalog: Worldcat Identities:

Zur Vita und Auswahl-Bibliographie:





Bücher Carl Gibsons an 

US-Hochschulen – 

nach dem weltweit größten Bibliotheks-Verzeichnis 

(Katalog)


Worldcat:

Lenau:


Plagiat als Methode


Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit


Die Zeit der Chamäleons


Symphonie der Freiheit


Allein in der Revolte

Carl Gibson: 

Plagiat als Methode - Herta Müllers „konkreative“ Carl Gibson-Rezeption


Wo beginnt das literarische Plagiat? Zur Instrumentalisierung des Dissidenten-Testimoniums „Symphonie der Freiheit“ – 

Selbst-Apologie mit kritischen Argumenten, Daten und Fakten zur Kommunismus-Aufarbeitung 

sowie mit  kommentierten Securitate-Dokumenten zum politischen Widerstand in Rumänien während der Ceaușescu-Diktatur.


Rezeption - Inspiration - Plagiat!?








Herausgegeben vom Institut zur Aufklärung und Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Europa, Bad Mergentheim. Seit dem 18. Juli auf dem Buchmarkt.
399 Seiten.


Publikationen des
Instituts zur Aufklärung und Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Europa,
Bad Mergentheim











Zur Geschichte des Kommunismus,
zu Totalitarismus
und zum Thema Menschenrechte





 Aktuell in der Presse:

Die Bücher von Carl Gibson - 

und aktuelle Veröffentlichungen (2014/15) 









Ein weiteres Werk aus der Feder des Zeitkritikers Carl Gibson



Wahrheit oder Lüge - Fiktion oder Faktion?

Ex-Regimegegner kämpft weiter. Carl Gibson kontra Herta Müller: "Vom Logos zum Mythos !?",


 Bericht der Tauber-Zeitung vom 21. Februar 2015




Der antikommunistische Bürgerrechtler Carl Gibson mit seinem neuen Werk 
zur "Herta Müller-Maskerade im Brenn-SPIEGEL der ZEIT-Kritik" 

und einer Kopie seiner Securitate-Opfer-Akte, 

eingesehen im Oktober 2010 bei der rumänischen Gauck-Behörde CNSAS in Bukarest



Seit Juli 2015 im Buchhandel:

Pressebericht: Hans-Peter Kuhnhäuser, in: 

Fränkische Nachrichten, 11. August 2015.

http://www.fnweb.de/region/main-tauber/bad-mergentheim/in-single-gesellschaft-standige-begleiter-1.2376562






Das neue Werk von Carl Gibson jetzt im Buchhandel

Carl Gibson

Koryphäen
der
Einsamkeit und Melancholie
in
Philosophie und Dichtung
aus Antike, Renaissance und Moderne,
von Ovid und Seneca
zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche




Das 521 Seiten umfassende Buch ist am 20 Juli 2015 erschienen. 

Carl Gibson

Koryphäen
der
Einsamkeit und Melancholie
in
Philosophie und Dichtung
aus Antike, Renaissance und Moderne,
von Ovid und Seneca
zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche


Motivik europäischer Geistesgeschichte und anthropologische Phänomenbeschreibung – Existenzmodell „Einsamkeit“ als „conditio sine qua non“ geistig-künstlerischen Schaffens


Mit Beiträgen zu:

Epikur, Cicero, Augustinus, Petrarca, Meister Eckhart, Heinrich Seuse, Ficino, Pico della Mirandola, Lorenzo de’ Medici, Michelangelo, Leonardo da Vinci, Savonarola, Robert Burton, Montaigne, Jean-Jacques Rousseau, Chamfort, J. G. Zimmermann, Kant, Jaspers und Heidegger,


dargestellt in Aufsätzen, Interpretationen und wissenschaftlichen Essays

1. Auflage, Juli 2015
Copyright © Carl Gibson 2015
Bad Mergentheim

Alle Rechte vorbehalten.


ISBN: 978-3-00-049939-5


Aus der Reihe:

Schriften zur Literatur, Philosophie, Geistesgeschichte
und Kritisches zum Zeitgeschehen. Bd. 2, 2015

Herausgegeben vom
Institut zur Aufklärung und Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Europa, Bad Mergentheim


Bestellungen direkt beim Autor Carl Gibson,

Email: carlgibsongermany@gmail.com

-         oder regulär über den Buchhandel.











„Fliehe, mein Freund, in deine Einsamkeit!“ – Das verkündet Friedrich Nietzsche in seinem „Zarathustra“ als einer der Einsamsten überhaupt aus der langen Reihe illustrer Melancholiker seit der Antike. Einsamkeit – Segen oder Fluch?

Nach Aristoteles, Thomas von Aquin und Savonarola ist das „zoon politikon“ Mensch nicht für ein Leben in Einsamkeit bestimmt – nur Gott oder der Teufel könnten in Einsamkeit existieren. Andere Koryphäen und Apologeten des Lebens in Abgeschiedenheit und Zurückgezogenheit werden in der Einsamkeit die Schaffensbedingung des schöpferischen Menschen schlechthin erkennen, Dichter, Maler, Komponisten, selbst Staatsmänner und Monarchen wie Friedrich der Große oder Erz-Melancholiker Ludwig II. von Bayern – Sie alle werden das einsame Leben als Form der Selbstbestimmung und Freiheit in den Himmel heben, nicht anders als seinerzeit die Renaissance-Genies Michelangelo und Leonardo da Vinci.

Alle großen Leidenschaften entstehen in der Einsamkeit, postuliert der Vordenker der Französischen Revolution, Jean-Jacques Rousseau, das Massen-Dasein genauso ablehnend wie mancher solitäre Denker in zwei Jahrtausenden, beginnend mit Vorsokratikern wie Empedokles oder Demokrit bis hin zu Martin Heidegger, der das Sein in der Uneigentlichkeit als eine dem modernen Menschen nicht angemessene Lebensform geißelt. Ovid und Seneca verfassten große Werke der Weltliteratur isoliert in der Verbannung. Petrarca lebte viele Jahre seiner Schaffenszeit einsam bei Avignon in der Provence. Selbst Montaigne verschwand für zehn Jahre in seinem Turm, um, lange nach dem stoischen Weltenlenker Mark Aurel, zum Selbst zu gelangen und aus frei gewählter Einsamkeit heraus zu wirken.

Weshalb zog es geniale Menschen in die Einsamkeit? Waren alle Genies Melancholiker? Wer ist zur Melancholie gestimmt, disponiert? Was bedingt ein Leben in Einsamkeit überhauptWelche Typen bringt die Einsamkeit hervor? Was treibt uns in die neue Einsamkeit? Weshalb leben wir heute in einer anonymen Single-Gesellschaft? Wer entscheidet über ein leidvolles Los im unfreiwilligen Alleinsein, in Vereinsamung und Depression oder über ein erfülltes, glückliches Dasein in trauter Zweisamkeit? Das sind existenzbestimmende Fragen, die über unser alltägliches Wohl und Wehe entscheiden. Große Geister, Dichter, Philosophen von Rang, haben darauf geantwortet – richtungweisend für Gleichgesinnte in ähnlicher Existenzlage, aber auch gültig für den Normalsterblichen, der in verfahrener Situation nach Lösungen und Auswegen sucht. Dieses Buch zielt auf das Verstehen der anthropologischen Phänomene und Grunderfahrungen Einsamkeit, Vereinsamung, Melancholie und Acedia im hermeneutischen Prozess als Voraussetzung ihrer Bewältigung. Erkenntnisse einer langen Phänomen-Geschichte können so von unmittelbar Betroffenen existentiell umgesetzt werden und auch in die „Therapie“ einfließen.

Carl Gibson, Praktizierender Philosoph, Literaturwissenschaftler, Zeitkritiker, zwölf Buchveröffentlichungen. Hauptwerke: Lenau. Leben – Werk – Wirkung. Heidelberg 1989, Symphonie der Freiheit, 2008, Allein in der Revolte, 2013, Die Zeit der Chamäleons, 2014.


ISBN: 978-3-00-049939-5


Copyright © Carl Gibson 2015

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