Sonntag, 25. Juni 2023

Mit gebundenen Händen: Pontius Pilatus Scholz als schwacher Kanzler gegen das starke China

 Entwurf:

 

    Mit gebundenen Händen: Pontius Pilatus Scholz als schwacher Kanzler gegen das starke China

Scholz ist unschuldig – und er kann seine Hände in dieser Unschuld waschen wie der römische Statthalter beim Gericht über Jesus, denn es sind die faktischen Zwänge der Realpolitik, die dem Umgang der beiden Staaten und Nationen miteinander bestimmen. Die deutsche Wirtschaft, die Russland ertüchtigte und China, hat Fakten geschaffen, um kurzfristig viel Geld zu verdienen. Und – die viel zu lang regierenden Kanzler – Kohl und Merkel haben das ermöglicht, sanktioniert, mitgetragen, auch Schröder im traditionell sozialdemokratisch, ostwestorientierten Russland-Geschäft, wobei der – damals schon machtzynische – Schamlose nicht vergaß, die Weichen für sein eigenes Auskommen nach der Kanzlerschaft so auszurichten, dass es ihm und seinen Seilschaften gut ging, wenn auch über eine so genannte Freundschaft zu einem Kriegsverbrecher.

Scholz, der schwach erscheint, dessen Hände aber gebunden sind, weil er die in der Vergangenheit von anderen geschaffenen Fakten nicht ungeschehen machen kann, schon gar nicht die Anhängigkeiten von China, für die Merkel zeichnet, ist heute ein Gefangener der Situation, des Status quo, in Konfrontation mit einem China, das zur Supermacht angewachsen ist, durchaus in der Lage, die USA in die Schranken zu weisen.

Während Putins Russland nur noch ein Hanswurst ist, wenn auch einer mit Atomwaffen, der vom mächtigen Mann Chinas - und über den Krieg in der Ukraine - Xi Jinping in die Arena geschickt wird, um die Entschlossenheit der USA auszutesten, politisch wie militärisch auch in der Taiwan-Frage, bleibt das – gestern noch wirtschaftsmächtige – Deutschland heute in der Rolle eines Einzelkämpfers, ohne viel bewirken zu können, ganz egal, ob außerhalb der EU oder mit der uneinigen EU.

Also „weiter so, wie bisher!?“

Denn es geht nicht anders! Die Makro-Situation ist verfahren, ins Patt versetzt, ja, fast schon ins Aus manövriert von den Bossen aus der deutschen Wirtschaft, die, jenseits der Moral sowie der nationalen und der globalen Verantwortung, nur schnell viel Geld verdienen wollten, im Bund mit der deutschen Politik.

Dass die chinesische Diktatur dabei autark und aggressiv wird, den gesamten Westen bedrohend – das hätte den Weitsichtigen von damals auffallen müssen. Doch die Stimmen derer, die vor dem wiedererstarkten Kommunismus[1] warnten, wurden seinerzeit überhört – und man ignoriert die Rufer und Mahner auch noch heute!



[1] Nachzulesen in meinen politischen Schriften, in Büchern und im Internet.

  



 

 

Der starke Mann Chinas, die schwache Frau Europas und Franzose Macron, der Außerirdische

 

Was unmittelbar nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine zu befürchten war, ist längst eingetreten: die Schurkenstaaten rücken zusammen und kochen, von eigenen Interessen getragen und bestimmt, je ihr eigenes Süppchen. Ohne die Aggression Russlands zu verdammen, tragen weitere Schlüsselstaaten das unmoralische Gebärden diktatorischer Machtentfaltung mit, das bevölkerungsreiche Indien ebenso wie Brasilien, von dessen Tun das Weltklima abhängt, aber auch Saudi-Arabien und Israel, interessiert nach innen oder nach außen zu punkten. Die Diktatoren Xi und Putin verstehen sich – Öl, Gas, Rohstoffe gegen Cash (und Waffen?)! Und der Dritte im Bunde der Schmutzigen, Kim, narrenfrei durch die Bombe, darf auf seine Art für Ablenkung sorgen.

Was alle vereint, verbündet ist die Ablehnung und Zurückweisung der Vormachtstellung der USA, die es de facto seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und trotz des wirtschaftlich wie militärisch erstarkten Staates China gibt, jener USA, die seit dem Zweiten Irakkrieg moralisch in der Defensive und auf globaler Ebene nicht mehr ganz glaubwürdig ist.

Nur Europa steht noch zu den USA, freiwillig und freiwillig, denn ohne die Wirtschafts- und NATO-Führungsmacht USA geht nichts mehr in Europa. Auf Gedeih und Verderb sind alle Europäer, auch die Briten, den Vereinigten Staaten von Amerika ausgeliefert.

Also ist der gesamte Westen, ganz egal ob frei, demokratisch oder auch nur dekadent, das Feindbild schlechthin für Xi Jinping, den starken Mann Chinas, der nicht mehr abtreten will, ebenso wie für den inzwischen zum Massenmörder und Kriegsverbrecher avancierten roten Zar Putin, der sich noch eine Weile im Leben und an der Macht hält, indem er, längst ein Minor-Partner, dem expansiven Imperialisten Xi zuarbeitet.

Europa, der Pudel Amerikas -Putin, der Dackel Chinas!?

In dieser makropolitischen Konstellation der verfahrenen Art reisen der französische Präsident Macron und die – undemokratisch ins hohe Amt gelangte - EU-Chefin Ursula von der Leyen nach Peking, antichambrierend wie gefügige Domestiken, flankiert von einer großen Wirtschaftsdelegation und somit von Leuten, die, gleich ihren politischen Vorbildern, mit Moral und Völkerrecht wenig im Sinn haben, aber einen besonderen Sinn für Umsätze und Geld, für Geschäfte, wenn auch jenseits der Moral – und das in Zeiten, wo im Namen der Moral und hehrer Prinzipien Waffen geliefert und indirekt längst Krieg geführt wird. Doppelmoral nennt man das nicht nur in Frankreich und nicht erst seit Voltaire!

Was schert das einen Macron, der mit Dekreten gegen seit Volk regiert, selbstherrlich wie schon Napoleon, der aber auch außenpolitisch wieder das macht, was Frankreich in jenem Bereich immer schon machte: eine eigene, auf Frankreich zugeschnittene Interessenpolitik, die weder eine besondere Rücksicht auf Deutschland nimmt, nach auf Europa, das eine politische Einheit sein will, faktisch aber zerstrittene ist als je zu vor. Das deutsch-französische Verhältnis: zerrüttet wie eine moderne Ehe! Auch wegen eines phlegmatischen Kanzlers, der sich eine Außenministerin leistet, die in Sachen Erfahrung und Bildung das Kindergartenniveau noch nicht überschritten hat.

Europa im Feministen-Wahn, bestimmt von einer „feministischen Außenpolitik“ im Inland und einer ebenso „feministischen Europapolitik“, die – auch über die Person einer Ursula von der Leyen – eine Politik der Schwäche ist!

Alles, was das Leben schwächt, ist dekadent, lehrt Nietzsche! Und damit meint er auch das leben des Staates, in dem er das kälteste Ungeheuer überhaupt erkennt, Leviathan!

Nun tritt die schwache Frau Europas gegen Macho Xi an, und das auch noch in der Höhle des Löwen? Ist das mutig, nach dem Vorbild anderer Heroinen, echten wie falschen, die dem Bösen trotzdem?

Hat Ursula von der Leyen sich mit diesem Gang nicht selbst überschützt? Und hat dieses Europa mit den auseinanderdrifteten Staaten nach dem Urknall-Modell sich nicht auch symbolisch verrannt, indem dem chinesischen Machtmenschen der ganz zynischen Art eine zarte, wenig eiserne Lady kultur-zivilisatorischer Prägung entgegengestellt wurde?

Dazu passend Macron, der gute Europäer, der als tüchtiger Franzose der Europäischen Sache in den Rücken fällt und der Dame, nicht nur auf dem Schachbrett, als König der eigenen Interessen?

Wie E. T., der Außerirdische, nach Hause telefonierte, so telefonierte Emanuel Macron mit Kriegsherr Vladimir Putin, damals, nach dem Empfang am langen Tisch, als die Zeit des Redens längst vorbei vor und einen verbrecherischen Angriffskrieg längst Fakten geschaffen hatte. Er redete und verhandelte – mehr geheim als öffentlich – mit einem Diktator, so, wie er heute mit XI Tee trinkt, dabei aber die Moral vergisst, auf die die Kulturnation der Franzosen so großen Wert legt, auch lange nach den Französischen Moralisten!

Zum Außerirdischen wird er dadurch nicht, er, der Menschlich-Allzumenschlichen, aber Außermoralischen wird er – und dahinter vor allem Außereuropäischen, womit er – auf seine Art – zum Abbau der europäischen Idee und Einigung beiträgt.

Die Polen, die im Schatten des Kriegs ihren Staat zur Militärmacht ausbauen, aber auch die Ungarn und andere Nationen, die an ihren – gerade erst errungenen – Nationalstaat noch eine Weile festhalten wollen, ohne sich der Hegemonie eines schon wieder übermächtig gewordenen Deutschlands zu beugen, werden angesichts solcher Entwicklungen frohlocken.

Ein Keil ist da, um zu spalten, Holz oder Nationen.

Macron wirkte als Keil.

Um Xi, der schlaue Stratege der Macht, vertiefte die Spaltung der Europäer, indem er Macron Vorzüge erwies, die er Ursula von der Leyen versagte. Mehr noch: er ließ die Frau, die kam, um ihm und seinem expansiven Rotchina, das sich Taiwan einverleiben will, die Leviten zu lesen, richtig abblitzen, mit einem Lächeln im Gesicht!

Mit der EU-Chefin aber blitzte ganz Europa ab, das – über das bigotte Handeln des Macron - das Gesicht durchaus verlor, einbüßte im Land der Chinesen, gut sichtbar für die aufmerksamen Welt; aber auch der Westen machte keine gute Figur in diesem Spiel – und mit dem Westen die USA und die Glaubwürdigkeit der freien Supermacht dahinter.

 

  


  Macron Oder Die Krise der Demokratie

Man sieht es ihm nicht an, ob er die Fußfessel noch trägt oder nicht; jedenfalls steht er neben Hollande, Präsident der Franzose ohne Fortune, der heute zum Stoppen Putins aufruft, und schüttelt dem im Amt bestätigten die Hand, so, als wäre nichts geschehen: Sarkozy, der kriegslüsterne Husar, der den libyschen Diktator stürzte, um die 50 Millionen Wahlgeld aus der Wüste ungeschehen zu machen.

Die Franzosen machten ihm den Prozess und führten, lange nach der Zeit der Guillotine, der Gerechtigkeit zu, so konsequent, wie sie Hollande in die Wüste geschickt hatten. Macron aber, der vielfalsch gemacht hat und den kaum eine will, darf bleiben, nur, weil es keinen besseren gibt, nur, weil Marine Le Pen, die Rechte, verhindert werden muss!

Macron- ein Präsident der Verhinderer?

In der Tat! Doch das Phänomen ist nicht ganz neu! Es ist ein Deja-Vu mit Vorläufern in Italien, wo man sich einen Cavaliere leistete, den eitlen Berlusconi, und Deutschland, wo der - inzwischen zum Schandfleck der Nation verkommene – SPD-Genosse Gerhard Schröder Kanzler werden und die Geschicke der Deutschen in Europa verhängnisvoll bestimmen konnte, nicht zuletzt im Bund und fortgesetzt durch Kanzlerin Angela Merkel, die, gleich Macron, nur aus „kleineres Übel“ Deutschland schlecht regieren und die Abhängigkeit Russlands führen konnte.

Also macht Macron dort weiter, wo er aufgehört hat Frankreich mittelmäßig zu dienen, in guter Tradition mit den Vorgängern im Amt, mit dem Italiener und den Deutschen, die alle als mächtigste Repräsentanten ihrer Nation nur das Beste wollten, ins Amt katapultiert von Wählern, die anders wählten als sie eigentlich wählen wollten.

Ist der Westen also doch dekadent? Und die – nicht recht funktionierende – Demokratie ein Auslaufmodell, wie das ein Diktator Putin sieht oder ein Xi Jinping?

Europa will sich eine Dekadenz-Diskussion[1] nicht aufzwingen lassen, will sie nicht führen, weil so viel faul ist nicht nur im Staate Dänemark! Und doch wird man sie führen müssen, wenn die Demokratie nichts an sich selbst scheitern will.

 



[1] In meinen wenig bekannten Büchern wird sie trotzdem geführt, wenn auch ohne großen Widerhall. Manches, was nicht behagt, was nicht opportun ist, wird einfach verdrängt, auch der schon bevorstehende Untergang.

 

 Vgl. auch:

 

 Telefoniert Macron mit einem Deppen? Absurdes Theater im 21. Jahrhundert?

Den Gesprächsfaden nie abreißen lassen – das war die Devise der Ost-West-Politiker in den Amtszeiten von Brandt und Schmidt, als man mit der Sowjetunion redete, nicht nur, um deutsche Interessen zu wahren - damals, als es noch zwei deutsche Staaten gab und die BRD auch für die Menschen aus der DDR quasi mitverhandeln musste, vor allem für die eingekesselten und exponierten Berliner - sondern auch, um mögliche Eskalationen oder gar kriegerische Konflikte zu verhindern. Breschnew, Gromyko und Kossygin[1] hatten seinerzeit ein Ohr für die Westdeutschen und einen pragmatischen Sinn für Handel und Handeln, wenn auch ohne großen Wandel.

Diesen Sinn hat der längst an Realitätsverlust leidende Putin, der sich selbst eine eigene Welt schafft, eine Weltsicht im Wahn, längst eingebüßt.

Er werde an dem G 20-Treffen in Indonesien teilnehmen[2], hieß es jüngst aus der Machtzentrale Kreml, wobei Putin vergaß mitzuteilen, wie er, das Hauptziel der ukrainischen Landesverteidiger aber auch mancher Geheimdienste, die Putin ausschalten werden, wenn es geht, sicher dorthin gelangen will, ohne eine Zielscheibe abzugeben.

Solange Putin Staatschef in Russland ist, wird man ihn völkerrechtlich nicht belangen und somit auch nicht verhaften können; doch wer wird Putins Sicherheit garantieren, die Sicherheit eines Aggressors, der sich durch seinen Angriffskrieg viele Feinde geschaffen hat, in der Ukraine, aber auch in anderen Staaten der Welt, deren Frieden und Wohlergehen dieser Putin bedroht?

Dessen ungeachtet telefoniert ein Macron[3], der selbst manches falsch gemacht hat, in Frankreich, aber auch auf globaler Bühne, mit dem Irrationalisten aus Moskau, wohl in der Hoffnung, irgendwo doch noch etwas zu erreichen! Ein Sujet für Ionesco oder Becket? Absurdes Theater im 21. Jahrhundert?



[2] Illusorisches Wunschdenken, um den Russen nach innen politische Normalität vorzugaukeln, nach außen nicht haltbar, da Russland inzwischen isoliert dasteht, geächtet zum Paria-Staat verkommen ist.

 

[3] Wie im Fall Mariupol, sucht Macron die Schlagzeile, die Öffentlichkeit, er müsste aber längst wissen, mit wem er spricht.

 

Inzwischen telefoniert auch Papst Franziskus mit Putin – genauso erfolgreich wie der Franzose Macron!

 

 

Vgl. auch:

 

Die Franzosen haben Europa gerettet -

die aufgeklärten, mündigen, politisch vernünftigen Franzosen!

 

Nicht anders, als seinerzeit die deutsche Wiedervereinigung Kanzler Kohl zufiel, so fiel dieser Wahlsieg Emmanuel Macron zu, zu dessen Weitermachen keine Alternative bestand, ohne ganz Europa zu opfern, genauer den fragilen Zusammenhalt der europäischen Nation in ganz kritischer Zeit.

Die nicht erst seit Voltaires Zeiten aufgeklärten Franzosen haben das begriffen und entsprechend gewählt: sie haben für Macron gestimmt, um Marine Le Pen zu verhindern.

Es war eine Wahl diktiert von der politischen Vernunft, ausgeführt von mündigen Staatsbürgern, die, über die eigene existenzielle Situation hinaus, die europäische Perspektive sehen in einem Europa, an dem es noch viel zu arbeiten, zu bauen gibt, aber mit den Völkern, vor allem mit den immer noch wirtschaftlich übermächtigen Deutschen, nicht gegen diese, wie von Marine Le Pen beabsichtigt und bestimmt auch realisiert, insofern die Rechte die Zäsur, den Bruch, geschafft hätte.

Der Kelch ging noch einmal an Frankreich vorbei – und an Europa, das einiger werden muss, wenn es gegenüber einem verrückt gewordenen Aggressor wie Putin bestehen will.

Die aktuelle Konfrontation der westlichen Welt der Freiheit und der Demokratien mit den totalitären und autoritären Systemen in Russland, das inzwischen zur reinen Diktatur verkommen ist und China, das sich nicht scheut, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Putins zu billigen und zu stützen, indem es die Aggression Russlands nicht verurteilt und sich von den Kriegsverbrechen diese Putin nicht distanziert, hat auch etwas Gutes: sie hat offengelegt, wo Europas Schwächen liegen – und sie hat aufgezeigt, dass ein konsolidiertes Europa, das in den Augen Putins im Augenblick nur aus Vasallenstaaten der USA besteht, künftig mit einer Stimme spreche muss, ökonomisch wie militärisch.

Insofern schaffte die Frankreich-Wahl Klarheit.

Der Weg der Einheit aller Europäer ist vorgezeichnet. Beschreiten müssen ihn die Völker, nicht anders als die Franzosen in diesen Stunden, aus der Einsicht heraus, getragen von politischer Vernunft gegen nationale Egoismen, die Frankreich ebensowenig abgestreift hat wie Deutschland, das, oft fern von der Moral, die eigenen Interessen machtpolitisch wahrt und durchsetzt, auch wenn dabei kleinere, weniger einflussreichere Staaten übergangen werden, was im Fall der verschaukelten Ukraine deutlich wird, die als souveräner Staat den Weg der Freiheit aber mitgehen will und wird.

Dabei müssen alle anderen Europäer – gestützt und flankiert von den USA - tatkräftig helfen.

 

 

 

 

 

 

Wird Marine Le Pen Frankreich Putin ausliefern, den Deutschen die „Freundschaft“ kündigen und die EU sprengen? 

Wie korrumpierbar durch das Geld der Diktatoren sind westliche Politiker? 

Gedanken zur Frankreichwahl, in letzter Stunde vorgetragen von Carl Gibson

Darüber wird der französische Wähler morgen entscheiden, aus dem Bauch heraus, denn rational lassen sich die Fragen nicht konkret beantworten.

Es wird eine Gewissensentscheidung für jeden Franzosen, eine weltanschaulich bedingte Entscheidung, eine Gefühlsentscheidung – aus der Sicht der kleinen Leute aber – eine existenzielle Entscheidung, denn Macron, überheblich, wie er nun einmal ist, agiert mit Tricks und Täuschungsmanövern, die vom Volk der aufgeklärten Franzosen längst durchschaut wurden!

Marine Le Pen – das rechte Gespenst! Eine Antideutsche, die die EU auflösen will? Eine Rechte, die ihr Vaterland dem roten Diktator aus dem Kreml unterwerfen wird?

Wird dies Marine Le Pen nun Frankreich Putin ausliefern, weil sie von Putins Geld abhängig ist?

Fakt ist: sie hat das Geld für ihren Wahlkampf von Putins Banken genommen, notgedrungen, weil – politisch nicht ganz unabhängige - französische Banken ihr den Kredit verweigert hatten.

Damit handelte Marine Le Pen nicht anders als Frankreichs Präsident Sarkozy, der seinerzeit das Geld, ganze 50 Millionen Euro, von dem libyschen Diktator Gaddafi nahm, um seinen Wahlkampf zu finanzieren, an den Augen der Franzosen vorbei!

Diktator Gaddafi wurde später von dem kriegslüsternen Sarkozy gestürzt, um die Spuren zu verwischen, die Spuren der eigenen Korrumpierbarkeit, so, wie Putin heute mit fahrenden Krematorien die Spuren der Kriegsverbrechen auch an Folteropfern in Mariupol beseitigen lässt.

Dafür wurde Sarkozy verurteilt und läuft heute mit Fußfesseln in Frankreich herum, auch zur Wahlurne, vielleicht!

Das besorgniserregende Phänomen dahinter: westliche Politiker sind bereit, dass Geld von Despoten zu nehmen, ohne Rücksicht auf Moral, wenn es um die Machtergreifung geht!

Hitler nahm seinerzeit – aus Aversion gegen das internationale Kapital des „Finanzjudentums“ – das Geld der deutschen Industrie, der potenziellen „Kriegsgewinnler“, um die NSDAP an die Macht zu bringen und um selbst Kanzler zu werden!

Die Industrie gab es gern!

Heute sind es schwerreiche Diktatoren wie Putin, dessen Vermögen auf 200 Milliarden Dollar geschätzt wird, die Geld hergeben oder geben lassen, um Demokratien zu destabilisieren, zu schwächen, Frankreich, Deutschland, ja, selbst die USA, wo ein durch und durch verblödeter, inkompetenter Kandidat, ein pathologischer Fall, US- Präsident, werden konnte, weil die Destabilisierung Putins erfolgreich war.

Putins 5. Kolonne ist überall – und überall versucht sie, das zu vernichten, was im – angeblich längst „dekadenten Westen“ noch bestand hat, die demokratische Kultur der Freiheit und der Menschenrechte!

Ergo müssen sich die Franzosen für das „geringere Übel“ entscheiden, für Macron, der zwar nicht perfekt ist, und der – politisch naiv - Putin aufwertet, indem er so oft und sinnlos mit dem Diktator telefoniert, der aber immerhin den politischen Status quo mit Deutschland[1] und in der EU noch erhalten wird.

 



[1] Das wissen Kanzler Scholz, die Spanier und Portugiesen, die mit einem gemeinsamen öffentlichen Aufruf an die politische Vernunft, an die Prinzipien und Werte der französischen Wähler appellierten, ohne den Namen Macron als Wahlempfehlung auszusprechen.

 

 



 

 Macron auf Abwegen und vielleicht bald – mit Proust - auf die Suche nach der verlorenen Zeit!?

Statt mit seinem Volk zu reden, hat Macron, der viele Franzosen als Hoffnungsträger enttäuschte, aber trotzdem wiedergewählt werden will, mit Putin telefoniert! Der französische Präsident hat viel von seiner kostbaren Zeit damit verloren und nichts weiter in die Welt gesetzt, als ein paar dumme Sprüche, auch gegen US-Präsident Joe Biden, nur, um einen Massenmörder zu verteidigen und um mit diesem Psychopathen aus dem Kreml irgendwie im Gespräch zu bleiben.

Putin sei kein „Schlächter“[1], fand Macron; und später meinte er dann auch, mit dem Begriff „Genozid“ müsse man vorsichtig umgehen! Haarspaltereien der demagogischen Art!?

Wie viele Menschen muss Putin noch töten, um als Schlächter zu gelten? Wie viele Ukrainer müssen noch liquidiert und deportiert werden, bevor man im Fall der Ukraine, der Putin das Existenzecht abspricht, von „Völkermord“ spricht?

Was hat Macron, der sich mit diesem sonderbaren Dialog – nach dem Disput am langen Tisch – doch nur selbst auswerten wollte, überhaupt erreicht? Das wird wohl sein Geheimnis bleiben, denn wenn er etwas Konkretes erreicht hätte, hätte es Folgen gegeben, positive Entwicklungen. Die aber blieben bisher aus.

Die versprochene Evakuierung Mariupols[2] verlief im Sand – und auch sonst hat Macron nichts erreicht. Es ist, wie es der italienische Regierungschef Draghi auf den Punkt gebracht hat: verlorene Zeit! Es bringt nichts, mit Putin zu reden, denn dieser Aggressor mit imperialen Visionen der völkisch-kranken Art ist für rationale Argumente nicht mehr zugänglich! Das hat die Welt inzwischen verstanden, bis auf einige Schurkenstaaten, die Putins Krieg immer noch decken und es scheuen, den Angriffskrieg gegen ein ganzes Volk moralisch wie völkerrechtlich zu verurteilen.

Wenn Macron abgewählt wird, kann er sich – mit Proust _ auf die Suche nach der verlorenen Zeit begeben und über das nachdenken, was er als Politiker und Präsident nicht erreicht[3] hat.



[1] Vgl. dazu meinen Beitrag unter dieser Überschrift.

[2] Vgl. dazu meinen Beitrag unter dieser Überschrift.

[3] Mein Wort von der Wahl zwischen Pest und Cholera wird von vielen Franzosen, die, auch lange nach Descartes, „in dubio“ verharren, aber in einem ungesunden Zweifel, ähnlich gesehen und so ausgedrückt.

 

 

Macron, der Außereuropäische, muss mit Putin telefonieren 

Oder 

Über die schlechte Figur des französischen Präsidenten. Ein Wahl-Essay von Carl Gibson zur Schicksalsentscheidung der Franzosen … zwischen Pest und Cholera

Macron, der Hoffnungsträger, hat viel Franzosen enttäuscht. Er hat die kleinen Leute enttäuscht, die an einen Neuanfang glaubten, an einen Aufbruch unter Macron, der ausblieb.

Macron hat innenpolitisch auf breiter Front versagt, aber auch außenpolitisch, indem er sich gegen US- Präsident Joe Biden stellte, speziell gegen dessen Putin-Bezeichnung „Butcher!

Ist Putin ein Butcher, ein Schlächter[1]?

In den Augen von Macron, der glaubte als Krisenmanager immer wieder mit Putin telefonieren zu müssen – wie ET, der Außerirdische mit der fernen Heimat – ist Putin wohl kein Schlächter!?

Wir sollen, müssen bei den Fakten bleiben!

Bei welchen Fakten?

Wie viele Menschen muss dieser Putin noch abschlachten, bevor er den Namen „Schlächter“ verdient, eine Berufsbezeichnung, die man auch dem neuen, von Putin bestellten Befehlshaber im Ukraine-Feldzug angeheftet hat –

dem „Schlächter aus Syrien“,

aus Aleppo!?

Allein in Mariupol soll es 20 000 Opfer geben, zivile Opfer, für die Putin verantwortlich ist, denn das ist Putins Krieg, Putins „Ausrottungskrieg“!

Ist das kein „Genozid“, kein Schlächter-Werk, das Robespierres Taten im Grande Terreur der Französischen Revolution verblassen lässt?

Putin hat viel getan, um die EU zu destabilisieren, über die AfD in Deutschland, über Marine Le Pen in Frankreich – und Putin hätte beinahe über Trump die USA destabilisiert, nachdem es ihm gelungen war, mit obskuren Mitteln und Desinformation Hillary Clinton als Präsidentin der USA zu verhindern.

Jetzt darf der Franzose entscheiden, ob er sich für den Versagen Macron entscheidet, weil es nicht anders geht, oder für eine frau, die dem langen Arm Putins verpflichtet ist.

Vom Regen in die Traufe?

Was ist schlimmer, verhängnisvoller für Frankreich, für das Verhältnis zu Deutschland, für eine geschwächte EU und NATO, für ein diskrepantes Verhältnis zu den USA?

Diese Wahl wird zur Qual – keine Stimme für Marine Le Pen, fordert die Linke Frankreichs!

Also muss Frankreichs erneut Macron vertrauen, weiter mit dem kleineren Übel leben, nicht anders, als die Deutschen viel zu lange mit Merkel leben mussten und mit der desolaten, für Deutschland verhängnisvollen Politik Merkels, die uns alle in die Anhängigkeit von Putins Energie führte, und das nur, weil Merkel unfähig war, Deutschland autark zu machen, uns zu wappnen und uns alle vor der politischen Erpressung durch einen finsteren Diktator zu beschützen!

Armes Deutschland, armes Frankreich, armes Europa – Amerika, du hast es besser!



[1] Vgl. dazu meinen Beitrag

 

 

 

Macron wollte doch Mariupol befreien, die Belagerten aus der Stadt unterstützt von Griechenland und der Türkei evakuieren – eine Sache für Frankreichs Fremdenlegion? Was ist daraus geworden?

Atommacht Frankreich leistet sich – trotz EU-Einbindung – eine eigene, eigenwillige Sicherheits- und Außenpolitik, auch im Umgang mit Diktator Putin, dazu auch noch – neben Flugzeugträger und Atom-U-Booten – auch noch das historische Relikt „Fremdenlegion“, eine Truppe von Nichtfranzosen im Dienst Frankreichs, von Kriegern, die bereit sind, in Himmelfahrtskommandos die Kohlen aus dem Feuer zu nehmen – wie eben in dem belagerten Mariupol!

Wird Macron diese Elite-Truppe einsetzen? Das fragte ich mich im Zweifel.

Dann wurde es still um diese Aktion!

Mehrfach wurden Konvois aus Bussen und Versorgungsfahrzeugen von den russischen Belagerern gestoppt. Eine Evakuierung war nicht möglich. 

Ein paar Fahrzeuge ließ man durch, um, von deutschen Medien nach meinen Erkenntnissen unterschlagen, übergangen, die für die Notleidenden bestimmte Nahrung und die Medikamente an sich zu nehmen! 

Plünderungen auch beim Roten Kreuz! 

Verständlich! 

Auch russische Soldaten an der Front, die, da der Nachschub ausbleibt, gezwungen sind, Bauern die Hühner zu stehen, sich im Supermarkt zu bedienen oder gar Hunde zu erlegen und aufzuessen, wollen einmal satt werden, bevor sie anderen Bedürfnissen nachgehen, vergewaltigen, im Blutrausch morden wie marodierende Banden vor Jahrhunderten im Dreißigjährigen Krieg – und weitaus schlimmer als die deutsche Wehrmacht[1] im Zweiten Weltkrieg in der Ukraine.

Macron, der wieder gewählt werden will, ist in dieser Frage inzwischen auf Tauchstation – und die Legion bleibt in den Kasernen!

 



[1] Vgl. dazu meinen Beitrag 

 

 

Ist Putin ein „Schlächter“ – spricht Macron mit einem „Schlächter“, heuchlerisch, auf Kosten der Moral, nur, um daheim, im französischen Wahlkampf, als weltpolitische Instanz und dahinter noch als „großer Retter der Bedrängten von Mariupol“ zu punkten ?

Fragen wir die Belagerten in den Katakomben von Mariupol, was sie von dieser Wortwahl halten!

Fragen wir die unmittelbare betroffenen, die Opfer unter den Zivilisten, die seit Wochen ohne Trinkwasser, Essen, Wärme, Hygiene im Bombenhagel ausharren, die selbst im Schutzraum unter dem historischen Theater im Stadtzentrum zu hunderten ermordet werden, jene Bürger, die in größter Not überleben müssen, nur weil Putin einen Angriffskrieg führt, indem er – nicht an der als andere Diktatoren und Menschheitsverbrecher – vor nicht zurückschreckt!

Für Biden, der sich als US-Präsident ganz wesentlich von dem Psychopathen und Vorgänger im Amt Trump unterscheidet, der moralisch denkt und agiert, der, ohne Rücksicht auf verlogene diplomatische Gepflogenheit die Dinge beim Namen nennt, ist das so: ja, in der Tat, Putin ist ein Schlächter, auch wenn das – dem sprachlich spitzfindigen - Macron, der noch mit dem Schlächter, spricht nicht gefällt!

Macron verweist auf Fakten, mehr rhetorisch als faktisch! Reichen dem aufgeklärten Franzosen die Fakten nicht, die Putin, der Verrückte aus dem Kreml, mit blutiger Hand und krankem Kopf – über seine Handlanger im Militär – geschaffen hat?

Hört, hört: der erste Repräsentant der Grande Nation, immer noch vom idealistisch-humanistischen Geist der Französischen Revolution inspiriert, von den richtungweisende Botschaften eines Voltaire und Rousseaus, aber auch die Bluttaten des „Grande terreur“ unter Robespierre vor den Augen, er, Macron, der Präsident im Wahlkampf, der um jeden Preis wiedergewählt werden soll, will angeblich die Belagerten von Mariupol – unterstützt von Griechenland und der Türkei in einem einmalig harmonischen Bündnis, das an ein echtes Wunder grenzt, in die Freiheit führen.

Chapeau!

Doch heuchlerisch - auf Kosten der Moral, indem er sich mit Putin arrangiert, um selbst daheim als großer Retter zu punkten?

Um nicht von Putins Russen im Kampf auf dem Territorium des souveränen Staates Ukraine währen der angeblich geplanten „humanitären Aktion“ beschossen zu werden, spricht Macron also auch mit dem „Schlächter“, mit dem Tyrannen, mit dem sonst kaum noch einer spricht, es sei denn, die Inder, die noch etwas überschüssiges Erdöl der Russen auf dem Weltmarkt zu Schnäppchenpreisen einkaufen! Moralverzicht für Rabatt?

Während in Israel sich das Gewissen regt und ein ganzes Feldlazarett in die Ukraine geschickt wird, ohne Putins Russland direkt anzuprangern, moralisch zu verurteilen wird, verfolgen bestimmte Staaten nur ihre Wirtschaftsinteressen, auf Kosten der Moral.

Nationalegoistisch auch Macron, der Präsident einer Atommacht, die ihre Atomwaffen nur für Frankreich einsetzen wird, nicht aber für die EU, den Westen oder die Moral in der Welt: er lässt drei seiner vier Atom-U-Boote durch die Weltmeere tauchen, damit sie bei einem Erstschlag Putins nicht getroffen werden, spricht nebenbei aber mit „Schlächter“, etwa indigniert darüber, dass Biden – und hinter dem Aufrichtigen aus dem Weißen Haus – auch noch ein paar Angsthasen aus der Partei des Olaf Scholz die Fakten sehen und in Putins den „Kriegsverbrecher“ – und das vom ersten Kriegstag an!

Für mich bestand am ersten Kriegstag, als Städte beschossen und bombardiert wurden, also Zivilisten, schon Gewissheit: das wird ein Vernichtungskrieg mit vielen unschuldigen Menschenopfern, ausgegeckt und geführt von einem Irren im Kreml, der die Zeichen der Zeit, die auf Frieden ausgerichtet sind, verkannt hat.

Einige Stimmen aus dem sozialdemokratischen Lager des Bundestags, die in Putin den Kriegsverbrecher sahen, einen Tyrannen, der auf das Völkerreicht pfeift, bestätigten meinen ersten Eindruck!

Nun, nach mehr als dreißig Tagen Vernichtungskrieg, kann Biden zu seiner – vom Herzen diktierten Wortwahl stehen; aber auch zur Einsicht, dass der Diktator von der Macht entfernt werden muss im Attentat über Tyrannenmord[1] wie Julius Caesar und andere Machthaber, die der Demokratie im Staat gefährlich wurden, wie Geßler, von Tell erschossen, wenn auch aus dem Hinterhalt – auch, wenn das dem Wahlkämpfer mit Doppelmoral Macron aus dem Land der „französischen Moralisten“ nicht gefällt.



[1] Das Thema „Tyrannenmord“ wurde von mir in meiner großen Warnung vor der kommunistischen Diktatur, in meinem zweibändigen Werk „Symphonie der Freiheit“, 2008 und in dem durch Intrigen verspätet edierten „Allein in der Revolte“, 2013, abgehandelt, auch, was die vielen gescheiterten Attentate auf Hitler betrifft.

 

 


Carl Gibson, 

Natur- und Lebensphilosoph, 

 ethisch ausgerichteter Zeitkritiker, 

politischer Essayist,

Naturfotograf, 

 im September 2022 

(zwei Jahre nach der Krebs-Erkrankung bzw. Operation)



Mehr zu Carl Gibson, Autor,  (Vita, Bibliographie) hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson_(Autor)



https://www.worldcat.org/identities/lccn-nr90-12249/

 Bücher von Carl Gibson, zum Teil noch lieferbar.



Copyright: Carl Gibson 2023.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen