Samstag, 29. März 2025

Provokationen

 

 

 


 

Carl Gibson, 

Natur- und Lebensphilosoph, ethisch ausgerichteter Zeitkritiker,

Naturfotograf, im August 2021





Mehr zu Carl Gibson, Autor,  (Vita, Bibliographie) hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson_(Autor)



https://www.worldcat.org/identities/lccn-nr90-12249/

 Bücher von Carl Gibson, zum Teil noch lieferbar.



 

 

 

Provokationen

Was macht der geistige „Agent provocateur“ in eigener Sache? Er provoziert – und zwar am laufenden Band, um wachzurütteln, auch, wenn das, was er tut, nicht immer verstanden wird.

Dauerschläfer lassen sich nicht wachkitzeln – Dickhäuter aus der Politik aber kann man kaum provozieren. Jene Gestalten machen ungeniert weiter, so lange es geht.

Am Ende sterben sie weg – der von ihnen angerichtete Schaden aber bleibt, mit den geschädigten Menschen, die dann selbst zusehen müssen, wo sie bleiben.

 

 Entwürfe:

In Deutschland gibt es 10 000 gescheite Leute, die schreiben – die Dümmste unter den Dummen aber bekommt den Preis und auch die Ehre,

vielleicht, weil sie auch noch bekloppt ist!?

Mit ihren neuen Werten und Wertungen sind die Deutschen auch wohl andere geworden?

 



Für die Schweigsamen … in der Einsamkeit – Bloggen als Einbahnstraße

„Siehe, da, da ist einer, der das niederschreibt, was wir auch denken“, meinen sie vielleicht, wenn sie das, was ich auf dem Blog publiziere, lesen, zufällig oder auch systematisch, nachdem sie feststellten, dass Kritisches wiederkommt – und zwar in alle Richtungen kritisch ist … und bleibt.

Wesens- und Geistesverwandte in aller Welt lesen das, was ich schreibe, bleiben aber ohmmächtig, wie ich es selbst bin, ohne in bestimmten Bereichen Abhilfe schaffen zu können.

Schreibend blieb ich aktiv, am Werk, in bewusster Auseinandersetzung mit der Welt, oft ausgebremst von höheren Mächten, die es nicht immer gut meinen – trotzdem ist dieses Bloggen als Einbahnstraße, irgendwo ein Selbstgespräch – mit dem eigenen Gewissen oder der vermuteten Gottheit dahinter, die man aufrechterhält, weil man die Welt nicht voll und ganz dem Bösen überlassen will.

 

 

Wachrütteln

Kann man einen wachrütteln, der unbedingt weiterschlafen will, der, einmal kurz geweckt, sich, abwendet und die Decke über den Kopf zieht, um sich dann süßen Träumen hinzugeben, auch, wenn die Welt um ihn herum in Scherben fällt?

So ins Paradies gelangt, werden diese Glücklichen auch dort weiter dösen, in Trance, um Gott das Walten zu überlassen, wie auf der Erde schon den irdischen Göttern!

Wohl dem, der einen gesunden Schlaf hat, denn den, wird nichts erschüttern!

 

Das Recht auf Frustration

Auch das ein Menschenrecht, das man in die Verfassung aufnehmen sollte?

Wer viele Jahre gegen eine bodenlose Ungerechtigkeit angekämpft hat, der darf auch einmal frustriert sein! Oder?

Ein Rückschlag jagt den anderen – ein Stehaufmännchen aber steht immer wieder auf, vor allem dann, wenn es nicht aus Fleisch und Blut ist.

 

 

 

Wenn in Deutschland ein Häufchen Katholiken und ein Prediger Luthers sich zusammentun, dann entsteht - in deutscher Wertarbeit - eine große Lüge … mit unabsehbaren Folgen

So geschehen im Jahr 2004, als Pastor Gauck, der Aufklärer, seine Nebelrede hielt[1], als der Mann der Kirche Christi den Christo spielte, um zu verhüllen, was zu enthüllen war.

Solcherlei ist im Land des Immanuel Kant heute möglich, nach der Wende – und nachdem die guten alten Sitten der kommunistischen Welt wieder Einzug hielten – als „Methode der Wahrheitsfindung“ in der Persilschein-Republik[2] der zurechtgezimmerten Lebensläufe, in welcher das vor der Wahl Gesagte, dem Wahlvolk Versprechen, nach der Wahl nicht mehr gilt, nur noch Makulatur ist – politisch wie moralisch korrekt!

Ob - kranke[3]- Puppe nur oder Kanzlerin und Bundespräsident – sie alle lassen sich einen Lebenslauf zurechtschneidern, der passt, nach Maß, in einer Fake-Fabrik in Bonn am Rhein, die den Namen eines alten Mannes trägt, der von seinem „Geschwätz von gestern“ am Tag danach nichts mehr wissen wollte, ethisch ausgerichtet und Maßstab für alle verlogenen Politiker[4] von heute, die es in Deutschland schon vor Berlusconi und Trump gab.

Das „C“ im Namen der Partei und der bestellte Pfaffensegen runden das alles ab – so wird das, was im Islam schlecht ist und verwerflich, im Abendland auf wundersame Weise gut.

 



[1] Ein – von mir oft beschriebener - Fall, in welchem ich zum Kollateralschaden wurde, ein symptomatischer Fall, repräsentativ für viele ähnliche Fälle, die leider nur von betroffenen durchschaut werden, während die Allgemeinheit wegschaut, überzeugt davon, dass alle Politiker lügen, auch in Amt und Würden – und auch als Staatoberhaupt.

 

Carl Gibsons Philosophie- und Essayistik-Blog: Kritische Kommunismus-Aufarbeitung schwer gemacht - Weshalb Carl Gibsons „Symphonie der Freiheit“ totgeschwiegen und „Allein in der Revolte“– gar ganz verhindert werden sollte!?

 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Zum Fall Carl Gibson: Unschuldig schuldig – haben ein deutscher Minister, ein deutscher Ministerpräsident und ein deutscher Bundespräsident aus dem deutschen Staatsbürger Carl Gibson einen Sozialfall gemacht? J‘ accuse!

 

 

Vgl. dazu meinen Beitrag „Bruder Johannes“, in welchem ich meine Reaktion anspreche, als ich im deutschen Fernsehen, in der ARD vor vielen Jahren erfuhr, dass der deutsche Bundespräsident Johannes Rau während einer USA-Reise auf frivole Weise und ungeniert log. Wer lügt nicht, sagte ich mir damals – und ging zur Tagesordnung über, denn ich war von den Auswirkungen der Lüge nicht unmittelbar betroffen!

 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Bruder Johannes

 


[4] Vergleiche dazu meine zahlreichen Beiträge in den Büchern zur Thematik sowie im Internet, insofern dort noch auffindbar.

 

 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Die Persilschein-Unkultur in Deutschland nach gescheiterter „Entnazifizierung“ – ein Vorbild für die Rumänen, die ihre kommunistische Vergangenheit immer noch nicht aufgearbeitet haben? Also sind die Kommunisten dort zurück, im Bund mit Putin?

 

 

 

 

Eine kleine Provokation - 

„Der nackte Arsch“ - ein Opfer der Zensur!? 

Wie Carl Gibsons Satire zum „Pudels Kern[1]“ metamorphosierte!

Griff ein Deus ex machina wieder ein, ein Zensor der freien Welt, die eine Zensur nicht kennt?

Keinesfalls!

Noch bevor er von einer ketzerischen Suchmaschine aufgegriffen und in alle Welt gestreut wurde, habe ich ihn selbst zurückgenommen und etwas entschärft – speziell in der Überschrift, damit die kleine Humoreske auch in der „islamischen Welt“ rezipiert, gelesen werden kann, also dort, wo man westliche Dekadenzliteratur schon aus Gründen der Frömmigkeit nicht liest, Obszönes á la Herta Müller, das nicht nur westliche Seelen beschmutzt und verdirbt, falls diese noch jungfräulich rein sind, sondern auch östliche!

Wo der fromme Anhänger des Mohammed die Augen niederschlägt und sich abwendet, gibt man sich im freien Westen tolerant und liberal – der Erste Mann im Staat der Deutschen etwa, der auch noch ein Prediger Luthers, ein Mann der Kirche und ein Mann Gottes ist, empfängt als guter Demokrat, der keinen diskriminiert und ausschließt, es sei denn Dissidenten, eine Verfasserin von obszöner, halbpornographischer Literatur zum Tee, um mit dieser Bekloppten dann tiefsinnig über Schwachsinn aller Art zu diskutieren, über Erfindungen, Nazis – und über das, was noch erfunden werden muss.

Schamlos nannten die alten Griechen solch freies Verhalten – und Zyniker nannte die Welt jene Schamlosen wie Diogenes, der schon vor 2 000 Jahren auf dem Markt onanierte, öffentlich, plastischer vielleicht noch als Herta Müller in ihrer nobelpreiswürdigen[2] Literatur – über die ich mit gläubigen Moslems nicht reden kann – denn man schämt sich dort noch, im „Reich des Bösen“!

Wie soll da der west-östliche Diwan gelingen, wenn die eine Welt der anderen Welt verborgen bleibt, dafür aber das „Feindbild“ gepflegt wird, auch im Film, auch über Literatur? Und, bei aller Liberalität, auch im Bereich des Obszönen, doch sehr einseitig, wenn es um das Wesentlich geht, also heuchlerisch durch und durch, bigott – scheinheilig!

Die Scheinheiligsten aber sind auch noch die Pfaffen, besonders diejenigen, die in Personalunion auch noch Staatsoberhäupter sind, „religiöse Führer“ der westlichen Welt, doch nicht direkt, wie im Iran, wo man den großen wie den kleinen Satan beim Namen nennt, sondern einmal um die Ecke herum … und mit hohlen Phrasen wie Gesten zur Volksverdummung!

Also hatte ich ein Einsehen – und deutete mit viel Aufwand - in einer sich mir intuitiv aufdrängenden Metamorphose- die derbe Provokation „Der nackte Arsch“ zu einem tiefsinnigen Goethe-Wort um, zu „Des Pudels Kern“, nach dem nicht nur die Phänomenologen in aller Welt suchen.

Wer sich überwindet und liest, was vielleicht etwas enigmatisch-abstrakt klingt, wird dann doch noch etwas zum Lachen vorfinden, wenn es um Schwachsinn oder Tiefsinn geht – wie auf Schloss Bellevue, wo man heuchelt und gaukelt oder gaukelt und heuchelt, weil man sich davon etwas verspricht – Volkverdummung und arrogante Machdemonstration, je nach dem Blickwinkel des Betroffenen.

Wer kein Forum bekommt, der muss sich sein Forum schaffen – das schrieb ich früher; und er, der allein da steht seit Jahren und auf breiter Flur, muss seine rechten Mittel ausfindig machen, damit er zum Zuge und zu seinem Zweck gelangen kann, speziell zur Aufklärung in finsterer Zeit, zum Lüften der Missstände in der bigotten „Welt der neuen Pharisäer“, die, gut und gerecht wie eh und je, es in Deutschland in großer Zahl gibt, besonders in den beiden Kirchen wie in der Politik!

Dort, wo Anstand das Maß aller Dinge sein sollte – dort thront die nackte, unverblümte, schamlose Heuchelei!

Wer will da noch in Richtung Vatikan schimpfen!?

Gauck, der Prediger, unter den Guten der Beste, erhebt den Zeigefinger – die Deutschen im Land zurechtweisend! Im Ausland aber die Chinesen!

Und Herta Müller unterstützt ihn dabei auf ihre Weise: mit dem Mittelfinger[3]!

Der Michel aber findet das gut so!

Gauck, der Sittenstrenge, schreibt dann eine Abhandlung über die „Freiheit“ zur Lüge und über die „Toleranz“ im Umgang mit den Kommunisten, geeignet auch als Predigt, während Herta Müller, inspiriert von dem Tee oder der Essenz aus einem Pharisäer, über die Hamas schreibt, anstatt über die 17 000 toten Kinder in Gaza.

 

 



[1] Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Des Pudels Kern

Es kann sein, dass man im Internet noch auf Relikte unter dem alten Titel stößt.

 

[3] Carl Gibsons Philosophie- und Essayistik-Blog: Mit dem Zeigefinger … und dem Mittelfinger zum Nobelpreis oder Malala und Herta Müller, Auszug aus: Carl Gibson, Zeitkritik

 

 

 

Carl Gibson, Freidenker,

Natur- und Lebensphilosoph, 

 ethisch ausgerichteter Zeitkritiker, Gesellschafts- und Staatskritiker,

politischer Analyst und Essayist,

Ethiker und Moralphilosophen von heute müssen reden, schreiben, publizieren – sie dürfen nicht schweigen! 

Sie müssen unbequeme „Tabu“-Diskussionen auch öffentlich führen, falls sie sich noch selbst ernst nehmen, aufrichtig, ohne Scheu und Furcht vor Konsequenzen, statt diesen – politisch korrekt und einem Narrativ verpflichtet – feige aus dem Weg zu gehen: 

im mutigen Dagegenhalten, gegen den Ungeist der Zeit[1] – und das auch „unbedingt“, ohne Wenn und Aber! 

Zum „Opportunismus a priori“ in der Politik … aus Gründen der Staatsräson

Vielen Herren verpflichtet, himmlischen und irdischen, muss ein Berufspolitiker auch auf Vieles Rücksicht nehmen, in einem Opportunismus a priori, während der unabhängige Ethiker oder Moralphilosoph, wirklich frei ist, in dem was, er sagt:

also muss er immer reden – und darf nie schweigen[2], besonders dann nicht, wenn massives Unrecht geschieht, vor den Augen der Welt anläuft, die schweigt, sich aber zivilisiert wähnt und sogar human.

Der Ethiker von heute muss reden, schreiben, publizieren, auch, wenn einiges davon, was er der Welt mitzuteilen hat, im Sandsturm verweht, gleich den Rufen der alten Propheten in der Wüste.

Also halte ich seit vielen Jahren dagegen[3] – und handle!



[1] Nicht nur in der verlogenen ZEIT aus Hamburg.

 

[2] Meine publizistische Kampagne gegen das Schweigen – vor allem der Philosophen – besteht seit 2014 und wurde über viele Beiträge im Internet verbreitet.

 

Vgl. dazu meine Veröffentlichungen zum Thema „Schweigen“ bzw. zum “Reden und Schweigen“.

 

[3] Anfangs noch, etwa ab 2004, in dem einen, oft thematisieren Fall, der bis zum heutigen Tag noch nicht erledigt ist, auch als Betroffener; heute aber, wo die Weltsituation viel, viel verfahrener ist, noch eindeutiger als damals – an sich, und noch wesentlich klarer: aus prinzipiellen Gründen, die in dieser Jetztzeit - aufgrund der Expansion der global wuchernden Verlogenheit und des Pharisäertums – in großer Gefahr und kurz vor der Extinktion sind.

 


 

 

 

 

 

Nosferata Corleone

 

Herta Müller ist eine Kreatur der Mafia – der Name dieser Polit-Mafia: das ist die reaktionär- obskure Politik-Einrichtung Konrad-Adenauer-Stiftung, KAS der CDU, denn dort geht man über Leichen!

Früher sprach ich gelegentlich von der Literatur-Mafia[1] oder von der Literatur- und Medien-Mafia, darauf hinweisend, dass einige Akteure aus dem Geheimbund auch Politiker[2] sind, nicht anders, als seinerzeit in Italien, als man die christlich demokratische Partei (des ermordeten Aldo Moro) dort in dem - diese charakterisierenden - Satz zusammenfasste:

„La democrazia christiana e la mafia“.

Wenn ich heute Mafia sage, dann meine ich nicht mehr die Leute aus Corleone[3]. Die hatten noch eine Ehre, wenn auch nur eine Ganovenehre.

Die Gestalten aber, die diese Eine[4] schufen, die Ahrimanische, diese Teuflische, diese Geistesverbrecher haben keine überhaupt keine Ehre mehr.

Eins sind diese Gestalten, deren Macht und Einfluss bis in die Regierung und ins Bundespräsidialamt reicht[5], mit Cesare Borgia, dem absoluten Verbrecher: und mit dessen Mitteln werden sie auch das Wahre und Gute bekämpfen – die Puppe, krank und willig, ist dabei nur ein Werkzeug aus dem weiten Arsenal – neben dem Dolch, dem Giftbecher und der Diffamierung in vielen Formen zur Ausgrenzung der wahrhaftigen Gegner.

 

 

 



[4] Diese Fake-Gestalt war das geeignete Mittel, um ganzen Nation das Geld aus der Tasche zu ziehen, über minderwertige, teils obszöne „Literatur“ und Plagiate. Dass es bei diesem rücksichtslose geldscheffeln der Wenigen aus Wirtschaft und Politik auch menschliche Kollateralschäden gab, das andere von der Gegenseite arm und krank gemacht wurden, scherte keinen der Akteure. Der Nobelpreis war für diese Leute eine Lizenz zum Gelddrucken!

 

[5] Vergleiche dazu meine zahlreichen Beiträge in den Büchern zur Thematik sowie im Internet, insofern dort noch auffindbar.

 


 

 Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Der Saustall von Stockholm - Das Nobelpreiskomitee, eine moralische Institution, die keine ist! Wird es König Carl Gustav gelingen, als schwedischer Herakles den modernen Augias-Stall auszumisten? Ein ethischer Skandal der Sonderklasse und die Folgen.

 

Carl Gibson, 

Natur- und Lebensphilosoph, 

 ethisch ausgerichteter Zeitkritiker, 

politischer Essayist,

Naturfotograf, 

 im September 2022


(zwei Jahre nach der Krebs-Erkrankung bzw. Operation)



Mehr zu Carl Gibson, Autor,  (Vita, Bibliographie) hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson_(Autor)



https://www.worldcat.org/identities/lccn-nr90-12249/

 Bücher von Carl Gibson, zum Teil noch lieferbar.



Copyright: Carl Gibson 2022.

 



 

 

 

 Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Nosferata in Schweden und des Pudels Kern

 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Nosferata in der Scheiße. Die „fäkale Phase“ in der deutschen Gegenwartsliteratur, psychopathologische Phänomene und deren Bewältigung im „literarischen“ Schreiben. Ein dankbares Thema für eine akademische Promotion in Deutschland oder anderswo. Über die Vampirin „Nosferata“, den „Verhörer“ und die ZEIT in der Unzeit, die eine „Zeit der Pharisäer“ ist.

 

Was soll ich von einer Schriftsellerin halten, die selbst das „J‘ accuse“ noch bei mir abschreibt?

???

 

 

 

 

Dr. Bernhard Vogel, ein Mann mit Meriten ist tot, einer, der sich redlich bemüht hat!? – Der etwas andere Nachruf – aus der Sicht eines menschlichen Kollateralschadens

Der Biedermann ist von uns gegangen, ohne mit mir zu reden, so von Christ zu Christ, von Demokrat zu Demokrat, von Pfälzer zu Pfälzer, denn auch ich habe etwas Pfälzer-Blut in den Adern, oder auch nur von Mensch zu Mensch – er schied, ohne mir die Frage zu beantworten, weshalb er, wahrscheinlich wider besseres Wissen, aus der verlogenen Herta Müller eine verfolgte Heldin des Widerstands gemacht hatte, dabei alles zunichtemachend, was ich in langen Jahren der antikommunistischen Aufklärung in Deutschland auf den Weg gebracht, lange bevor es hier einen Gauck gab, eine Merkel oder eine Herta Müller! Diese Wendehälse und Chamäleons kamen erst später, wahrscheinlich, um aus der BRD wieder eine DDR zu machen?

Auch, wer mit besten Absichten in einer guten Sache unterwegs ist, kann Schaden anrichten und Kollateralschäden menschlicher Art produzieren; das sollten vorausschauende Politiker wissen, die nicht nur ideologisch motiviert agieren, besonders dann, wenn sie sich nicht an die Wahrheit halten, an die Fakten, an die historischen Wahrheiten, um, nach eigenem Ermessen selbst Fakten zu schaffen, vollendete Tatsachen – wie eben Dr. Bernhard Vogel[1], der die Rumänen nach Europa bringen wollte, ausgerechnet über Ceausescus System-Zögling Herta Müller, die eine Antideutsche war – und die, verheiratet auch noch mit einem roten Agitator deutscher Zunge, das System der Partei stützte, die mich ins Gefängnis werfen ließ nach jahrelanger Opposition.

Wenn Dr. Bernhard Vogel im hohen Himmel ankommt, wo man auch protestantische Heilige aufnimmt und heiliggesprochene Kommunisten, Gestalten wie den Heiligen Joachim und die Heilige Herta, die alles klaut, was nicht niet- und nagelfest ist, dann wird der Freund Kohls und des Saumagens einem Heiligen dort die Geschichte erzählen, mit allen Details – und wie aus einer kommunistischen Hasspredigerin gegen die Deutschen im Land und im Ausland eine Lichtgestalt der Bundesrepublikaner werden konnte, ganz ohne Metamorphose, ohne Katharsis, ohne Gang nach Canossa, nur mit einem „Persilschein“ von der KAS, abgesegnet von dem protestantische Heiligen Joachim Gauck aus Rostock, der weiß, wie man aus Wasser Wein macht, der besser schmeckt, als der Wein aus der Pfalz mit 7% Alkohol zu Deidesheim!

Dr. Bernhard Vogel wurde aus höheren Sphären abberufen, wie erst vor wenigen Wochen der populäre deutsche Bundespräsident Horst Köhler[2], auch ein Mann aus der CDU, mit dem ich gerne noch geredet hätte, der aber ebenso scheiden musste, ohne mir die Frage beantwortet zu haben, die ich seinerzeit öffentlich und für alle Deutschen stellte:

„Darf gegen Deutsche gehetzt werden?[3]

Die Frage ist noch offen, ebenso wie die zweite Frage, die ich auch noch stellte: wer war der Urheber des Textes, den man dem Ersten Mann im Staat in die Hand drückte, um die Person mit dem forcierten Nobelpreis einer korrupten Jury aus Stockholm als „Unbeugsame“ zu ehren!

Köhler wurde wahrscheinlich instrumentalisiert[4], vielleicht sogar, um ihn zu schwächen!

Mein 700-Seiten Buch über diese „Unbeugsame“, die lügt, wenn sie dem Mund aufmacht, wie im Volk heißt, sperrte man in Giftschrank einer deutschen Hochschule, wo die Forschung und Lehre angeblich Freiheit genießt!

Vielleicht gibt es im Himmel ein Symposion darüber – oder gar eine „Disputation“ á la Heine, besonders dann, wenn noch weitere Heilige der Deutschen dort ankommen, zu Füßen des gerechten Gottes, der den Schiedsrichter abgeben wird bei der Fülle der aufeinanderprallenden Wahrheiten.

„Herta hat gegen die Ewiggestrigen geschrieben“, wird Dr. Bernhard Vogel vielleicht sagen, wenn er seinen Saumagen verzehrt und seinen Siebenprozentigen ausgetrunken hat – und der Heilige Joachim, der Segensreiche, wird ihm beipflichten, bei dem Tee danach oder bei einem Pharisäer, ergänzend:

„Nicht nur gegen die Ewiggestrigen aus dem Banat hat unsere wackere Herta angeschrieben, gegen jene dummen Leute, die ihr den Hass eingaben, um überhaupt zu schreiben und die alle Nazis sind – unsere Heilige hat uns, nachdem hier schon alle Nazis ausgestorben waren, auch noch einen neuen Nazi erfunden - in Berufung auf mich, einen musikalischen Nazi mit Marschmusik – als Weckruf gleich den Posaunen von Jericho! Wie konnte ich das dementieren!“

So bemühen sich Politiker redlich, wenn auch an der Wahrheit vorbei? Ob sie dann auch erlöst werden?

Darüber kann der Wahrhaftige[5] eine Predigt halten, wenn er nicht gerade über andere „Erschütterungen“ schreibt, den Deutschen und anderen die Leviten lesend – oder über die Freiheit des Lügens und des Täuschens in der Demokratie.

 



[1] Die Wikipedia-Seite wurde angeblich gelöscht.

Ex-Ministerpräsident Bernhard Vogel ist tot | tagesschau.de

 

[2] Unschuldig schuldig – haben ein deutscher Minister, ein deutscher Ministerpräsident und ein deutscher Bundespräsident aus dem deutschen Staatsbürger Carl Gibson einen Sozialfall gemacht? J‘ accuse!

 

[3] Darf gegen Deutsche gehetzt werden? Die Frage stellte Carl Gibson öffentlich, seinerzeit, als in der ZEIT gegen Deutsche gehetzt wurde – und wurde abgewürgt, „gesperrt“, ausgesperrt! J‘ accuse, denn die Frage des Philosophen ist immer noch offen – die Herta-Müller-Heroinen-Diskussion durfte nie geführt werden, weil alles eine große Lüge ist, eine Farce!

 

[4] Vgl. dazu meinen Beitrag sowie die anderen in dieser unseligen Sache, die mich seit dem Jahr 2004 beschäftigt, gegen die Farce der KAS ankämpfend!

Bundespräsident Horst Köhler wurde seinerzeit instrumentalisiert, um die „Unbeugsame“ zu ehren – ein etwas anderer Nachruf eines freien Bürgers auf den Ersten Diener im Staat der Deutschen

 

Deutsche Spitzenpolitiker, ein Minister, ein Ministerpräsident und ein Bundespräsident tragen die seelischen Abartigkeiten einer umstrittenen Autorin trotzdem mit – ist das richtig so? Der Bundespräsident der Deutschen ist der Wahrheit verpflichtet, nicht der Gaukelei oder irgendeiner Staatsräson. Ein geradliniger Ajatollah als Staatschef ist mir lieber als ein verlogener Christ in gleicher Position. „Immer auf die Schuhe gucken!“

 

[5] Joachim Gauck und Herta Müller: eine deutsche Seilschaft und ein deutscher Skandal[5]!? Ohne den Pfaffensegen des Gauck keine „Nobelpreisträgerin“ aus dem Banat, keine klingenden Kassen in deutschen Großverlagen – kommt das große Geschäft vor der Wahrheit und der Moral?


 


 

 Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Zeitkritiker Carl Gibson ist bei der ZEIT in Hamburg nach 15 Jahren Sperrung immer noch gesperrt – mein Kampf gegen Algorithmen … geht weiter

 

 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Noch ein paar Jahre Herta-Müller-Leser – und der Geist wird stinken!

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Das „Phänomen des Stinkens“ – in Heines „Disputation“ antizipiert, richtungweisend für die Epigonin Herta Müller, die nicht weiß, wann und wo sie eine Epigonin ist

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: „Der Mond stinkt“ – Oder: was passiert, wenn der Schmutz unter dem Teppich der ZEIT zu gären beginnt und zum Berg anschwillt!

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Stinkt der Fisch vom Kopf her? Phänomenologe Carl Gibson über psychopathologische Phänomene, speziell über das „Stinken“ und den Gestank in der deutschen Literatur der Gegenwart und in der deutschen Politik, genauer im Bundespräsidialamt

 

Carl Gibsons Philosophie- und Essayistik-Blog: Leichen im Keller, kein Problem! Auszug aus: Carl Gibson, Zeitkritik

Carl Gibsons Philosophie- und Essayistik-Blog: Die Fliege auf der Kappe Oder Es stinkt in der so genannten Herta Müller Forschung

 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Mogelpackung Herta Müller – Ein – von Anfang an krummes - Narrativ, das nicht zu halten ist! Der berühmte Griff ins Klo? Was haben sich die „Denkstrategen“ der KAS dabei gedacht? Und wer wurde da nach Stockholm nominiert? Undemokratisch, ohne öffentliche Debatte, bei Nacht und Nebel, vor allem aber ohne Oeuvre?

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Saustall Oder eine deutsche Schweinerei! Weshalb tragen deutsche Spitzen-Politiker den Skandal-Fall Herta Müller mit und verhindern die Aufklärung der vielen Lügen und Täuschungsmanöver aus Wirtschaft und Politik?

 

 

 Entwurf:

 

    Noch ein paar Jahre DIE ZEIT-Leser – und der Geist wird stinken!

So würde es ein Nietzsche heute formulieren, aber ein Heine, denn DIE ZEIT, in meinen Augen das verruchteste Magazin Deutschalands, das mich, den „Richtigsteller“ seit 15 Jahren „gesperrt“ hält, rangiert für mich noch unter der Bild-Zeitung aus dem Hause Springer, die schon eine sehr schmutzige Zeitung ist, gut geeignet, das geistige Niveau in Deutschland weiter abzusenken, die Gesellschaft so zu nivellieren und dafür zu sorgen, dass das Lügen und Täuschen in der Politik nicht nur akzeptiert wird, sondern inzwischen zum guten Ton gehört, mit Schummelliesen und Plagiatoren aller Art und aus fast allen etablierten Parteien.

Die ZEIT-Leser, Pseudo-Intellektuelle, jenseits der von Nietzsche eingeforderten „intellektuellen Redlichkeit“ und „inneren Wahrhaftigkeit“, erinnern an fromme Kirchgänger, die die ganze Woche hindurch frech sündigen, um dann, am Sonntag, vom Pfaffen vor der der Kanzel herab Absolution zu bekommen!

Echte Heuchler, gewaschene „Pharisäer“ – als deutsche nach Luther, aber auch als deutsche Juden, die nicht zu den anständigen Juden Deutschlands zählen!

Die Journalisten bei der ZEIT laufen dort mit Maulkorb herum, dürfen weder reden noch schreiben, was Sache ist, gegängelt wie bei Springer. Auch ein Ijoma Mangold nicht, der selbst betroffen war, aber schweigen, kuschen und sich ducken musste seinerzeit, als es um die eigene Ehre ging, nachdem ihm, dem Mann aus Afrika, Herta Müller den Schwarzen Peter zugeschoben hatte für die Palette eigener Abstrusitäten und Lügen, publiziert in der ZEIT!

Was ist schon die Ehre eines Kritikers mit nigerianischen Wurzeln, wenn es um einen Nobelpreis für Deutschland geht -und für enorme Profite bei den Verlagen!?

Selbst Herta Müller, durch meine Richtigstellungen bei der ZEIT provoziert, musste damals schweigen!

Sie meldete sich zwar noch an, auf ZEIT-Online, wollte kommentieren, wurde aber zurückgepfiffen!

Von wem?

Von Minister Michael Naumann aus der SPD persönlich, der - als Rowohlt-Manager und ZEIT Manager – den Coup in Stockholm eingefädelt hatte?

Horst Köhler ist tot, auch Bernhard Vogel ist für immer gegangen – beide hätte reden können, darüber, denn sie waren beteiligt, der eine mehr, der andere nur indirekt, ja, unfreiwillig!

Ich aber bin noch da – und immer noch nicht bereit, zu schweigen!

 


Schloss Bellevue, Amtssitz des Deutschen Bundespräsidenten - dort wurde die pathologische Lügnerin Herta Müller empfangen, der antikommunistische Dissident Carl Gibson aber abgewiesen

Als die Antideutsche nach Deutschland kam -

 

Kein Land der Welt holt sich Staats- und Volks-Feinde ins Land, außer Deutschland! Hier ist der Feind nicht nur willkommen, er wird mit offenen Armen empfangen und manchmal sogar aufs Podest gestellt, als Vorbild für die "Hiergeborenen"!

Das verstehe, wer will!

 

Dann wurde sie von denjenigen aufgenommen, die einen Strauß als Kanzler oder auch einen Kohl nicht wollten, von Leuten ohne Vaterland, aber bereit, das Vaterland der anderen in Deutschland zu zerstören.

Die Antideutsche konnte dabei hilfreich sein, also, war sie ein geeignetes Mittel, Deutschland vernichten zu helfen, als Nation und Staat abzuschaffen via Umbau in etwas Anderes, wenn auch noch Unbekanntes, Hauptsache ohne deutsche Identität, denn diese wurde nicht mehr gebraucht in einem Ganzen, das EU heißt und in dem der Deutsche aufgeht wie die Hefe in dem sauren Teig.

Also nahm man in der SPD die Feindin Deutschlands auf mit offenen Armen und wünschte ihr Glück bei der angedachten Destruktion!

Dass CDU und CSU bald diesem Reigen der Zersetzung und Vernichtung beitreten sollten, war 1987, als die Eine kam, im Schlepptau ein Häufchen Kommunisten, bereit zur schwarzen Wiedergeburt, noch nicht abzusehen.

Ein einsamer Kanzler regierte Deutschland –

und hinter seinem Rücken machten einige Possenreißer, beim genaueren Hinsehen und mit geübtem, physiognomischem Blick durchaus als solche auszumachen, ihr fieses Spiel – mit bekanntem Ergebnis.

Die Kirche Deutschlands aber sah dem unchristlichen Treiben nationaler Selbstzerstörung zu, tatenlos, quasi nach dem Motto:  

wenn die Juden im Judenstaat sich selbst zerstören können, dann können wir deutschen Christen das auch, 

flankiert von den selbstvergessenen Genossen aus der sozialdemokratischen Partei, die einmal Hitler widerstand.

Ich bin kein Sisyphus der Aufklärung, noch ein Don Quichotte,

denn kein Gott zwingt mich, das zu tun, was ich nunmehr schon seit zwei Jahrzehnten angehen, praktisch rund um die Uhr,

noch agiere ich im Wahn!

Meine Aufklärungsarbeit erfolgt freiwillig – und hält an, obwohl sie hundertfach frustrierend ist, denn, was ich heute schreibe und im Internet veröffentliche, ist morgen schon weg, weil die „Götter aus der Maschine“ mächtiger sind, als ich es bin – mit meinen Werken.

Das trotzige Dagegenhalten rückt mich zwar näher an die mythische Gestalt wie an die Romanfigur heran, doch als ein Prometheus, der, obwohl ein Halbgott, vor allem ein Menschenfreud war, alle Götter und Gottgleichen verachtend.

 

Mit dem Regen kommt die Wut, auch gegen die – mir aufgedrückte - Microsoft- Office-Software des Bill Gates

der Furor poeticus – im Ärger darüber, dass wieder einmal ein wichtiger Beitrag „verschwand[1]“ - und das ich – als Schaffender – nun auch noch gegen die Banditen-Firma des Bill Gates kämpfen muss, die mir eine Software aufzwingt, die ich nicht haben will – und die mir weite Teile meiner Arbeit kaputtmacht.

Gemeint ist die - forcierte - Umstellung meiner Word-Dateien aus vielen Manuskripten auf eine neue „Office“-Variante: ohne meine Zustimmung!

Ich sehe nur den Schaden!

Immer wieder habe ich Word für gutes Geld gekauft – und will mit der alten Version weiterarbeiten, nicht mit anderem, was man mir aufzwingt! Einfach so!

Wo sind die EU-Autoritäten, die den Giganten Microsoft zurückpfeifen, an die Kandare nehmen, da dieser seine Macht missbraucht? Die für mich klagen, weil ich das als Einzelperson nicht kann.

Seit Monaten schon wird nun meine Publizistik auch auf diese Weise noch ausgebremst, zusätzlich zur „Zensur“, die angeblich nicht stattfindet!

 

 



[1] Weit in den Hintergrund abgedrängt, also, wie so viele Beiträge dieser Art, „unauffindbar“ gemacht wurde.

Gemeint ist:

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Wer half Netanjahu, über 60 000 Menschen in Gaza zu töten?

 

 


 

 

Die Steinigung – in der Scharia, im Film (ohne Vorwarnung!!!), bei den Deutschen und bei den Juden – eine grausame Angelegenheit im Namen Gottes

 

Als einer, auf den man ein paar Steine geworfen hat, doch ohne mir den Kopf und das Gehirn zu zertrümmern, wie es anderen geschah, die noch wehrloser waren, als ich, darf ich bei diesem Thema wohl mitreden, bei einem Sujet, das mich seit etwa 2008 beschäftigt und über das ich mehrfach schrieb, nachdem damals eine dumme Person, die Glashaus saß, auf unverschämte Weise und hasserfüllt mit Steinen auf andere warf, weil sie glaubte, das zu dürfen!

Und in der Tat: in dem - damals schon moralisch gänzlich - verkommenen Deutschland, durfte diese Eine, der man kurz darauf auf obskure Weise einen „Nobelpreis“ zugeschanzt hat, das so tun, weil deutsche Politiker – selbstvergessen und korrupt, vor allem aber ohne Ethos und Moral, diese Eine protegierten, ein Zustand, der bis zum heutigen Tag anhält, während diejenigen, die die Steine abbekamen – etwa von einem lumpigen Kommunisten geworfen auf mich in der nicht weniger lumpigen ZEIT aus Hamburg – auch heute noch in der Ecke stehen, mit Schriften im Giftschrank, und auf die diverse Art mit Steinen beworfen werden.

Doch genug der Vorrede! Man kann „googeln“ – und man wird vielleicht fündig werden[1], nicht anders als in der Bibel, wo man schon Urin ausgoss auf andere Häupter und andere mit Kot bewarf – nach guter alter Sitte, wie in der Steinigung auch, die von Hebräern vor 3000 Jahren schon sehr erfolgreich praktiziert wurde, lange vor Jesus, dem man  ein Holz hängte als Ketzer und Messias – und vor Mohammed, dem Propheten und Schöpfer des Islam, der sich bei dieser Form der Hinrichtung aus den heiligen Schriften der Juden wohl inspirierte.

Gleich zwei Mal in diesen Tagen ein Film, in welchem auch dieses grausame Sujet eine Rolle spielt, dargeboten ohne Vorwarnung[2] für zarte Seelen, einmal in „Drachenläufer[3]“, auf „arte, wo eine Ehebrecherin von wütenden Taliban in Afghanistan hingerichtet wird, blutig, mit geworfenem Stein – und dann nach einmal bei der ARD, in „Timbuktu[4]“, irgendwo im Maghreb, in Mali, wo zwei Sünder gänzlich im Sand begraben werden, bis auf die herausragenden Köpfe der Opfer, die dann auch mit Steinen traktiert werden, bis die Armen sterben.

Grausam die Scharia der Dschihadisten, die, den Iman übergehend, selbst die Richter spielen, um im Namen des Gesetzes Gottes zu töten.

Wie Deutsche steinigen, erfuhr die Weltin zwei Weltkriegen, grausam, ohne Gott – oder auch mit Gott, nicht viel anders, als die Juden heute in Gaza steinigen, indem sie die von Bomben zertrümmerten Steine aus den Wohnhäusern auf die Köpfe des Schwächsten niedergehen lassen! Auf die Köpfe von 17 000 Kindern!

50 000 Tote meldet der Sender Al Jazeera heute, weiter 11 000 sollen noch tot unter den Trümmern liegen!

Moderne Steinigung heute – in Namen der Zivilisation, ausgeführt von „Rettern“, die sich zivilisiert wähnen, vielleicht sogar im Einklang mit irgendeinem Gott, toleriert aber und unterstützt von aufgeklärten Kulturnationen nach der Französischen Revolution, die vor nicht allzu langer Zeit – mit Juden – selbst noch gesteinigt wurde – in Guernica, in London, in Paris, deren Gedächtnis aber Schaden genommen hat, so, als hätten manche Steine für alle Zeiten getroffen.

 

 

 

 

 

 

 

Carl Gibson,
„Atta Troll“ -
Heinrich Heines poetische Zeitkritik
Gesamtinterpretation, 2019.

 Entwurf:

 

Eine kleine Geschichte aus dem neuen Babylon 

nach einem Dichterwort von

Heinrich Heine: 

„Jeder Esel sei befugt zum höchsten Staatsamt“!

So habe ich es gehört, als ich seinerzeit, getragen von tierischer Weisheit, dort anklopfte, nach Rechten suchend, aber abgewiesen wurde, in Berlin:

„Nur nicht so schnell verzagen, mein Freund“, tröstete mich ein Passant, kurz nachdem ich die Pforte zu den Heiligen Hallen verlassen hatte, mit traurigem Blick und fast den Tränen nahe; „Höhere, als du es bist, wurden hier schon abgewiesen. Hornochsen sollen nun mal nicht rein, noch Spötter: verlogene Ziegen aber sind dort höchst willkommen!“

Den Rat beherzigend, noch mehr aber Heines Worte, zog ich von hinnen, machte ein Buch daraus – und nachdem man dieses in den Giftschrank gesperrt hatte an einer deutschen Universität, wo die Forschung und Lehre so frei ist, wie in der Verfassung geboten, reichte ich noch weiteres nach, ein Buch über Heines Buch, in dem Bären dem Menschen den Marsch blasen … und dann noch ein Fabelwerk aus eigener Kreation, nach Orwell, mit einem deutschen Esel, einem deutschen Wolf, der Bücher schrieb nach der Wende, mit der Ziege Nosferata, mit Chamäleons und Diktatoren, mit noch mehr Tieren, eben, weil Tiere edler sind als Menschen, und gespickt mit Weisheiten des deutschen Juden Heine aus Atta Troll, die man gut auf der Fassade jenes Schlosses zu Berlin anbringen könnte, dort, wo heute das Wort „Bellevue“ prangt – zu höheren Inspiration für Menschen, politische Tiere und für die irdisch-himmlischen Diener, für die Pfaffen:

„Jeder Esel sei befugt zum höchsten Staatsamt“!

 

 


Die Hölle ist nun wieder losgebrochen für die Menschen von Gaza – gedeckt von den USA, beendet Israel den Waffenstillstand mit brutalen Angriffen „auf die Hamas“ und auf die Zivilbevölkerung – bisher sind 205 Zivilisten tot[1], darunter viele Kinder

Trumps Administration war informiert – und Trump gab sein „Go“, nicht anders, als seinerzeit Biden sein „grünes Licht“ gegeben hatte zum Vergeltungsschlag der IDF in Gaza.

Netanjahu will diesen Krieg, „so“, wie er dort geführt wird.

Nach 61 000 Toten geht es nun weiter. Der Job müsse erledigt werden, heißt es aus den USA, wo weitere 4 Milliarden US-Dollar für Israel frei gegeben werden, Geld, für Waffen!

Hamas, Huthi, der Iran – sie und alle Terroristen im Nahen Osten alle müssen sich in Acht nehmen, wenn nun die Hölle losbricht, denn es gibt kein Pardon! So die Sprecherin Trumps. Für die Zivilbevölkerung auch nicht, das sind eben – nur - Kollateralschäden, die man hinnimmt im 21. Jahrhundert der Zivilisierten und der Kulturvölker mit Völkerrecht.

Was wird die EU sagen, die ja einen eigenen Krieg hat, vor der Haustür – und auch gegen Trump!?

Wie werden die westlichen Medien darüber berichten, tendenziös, wie bisher? Werden sie die Kinderleichen zeigen, die ich heute, am 18. März 2025, vor wenigen Minuten um halb 4, auf Al Jazeera sah, pünktlich zum Kaffee?

Nichts schreiben, mein erster Impuls, nachdem ich schon seit dem 7. Oktober alles mitverfolge und darüber schon an die Tausend Beiträge schrieb und publizierte!?

Dann aber schrieb ich doch noch einige Sätze: denn die Welt soll wissen, dass ein Mann diesen Krieg führen darf, wenn auch nicht für die anständigen Juden im Judenstaat und weltweit, sondern, zum Schaden Israels, in eigener Sache!

 

 

Nachtrag:

Inzwischen, eine Stunde nach der Niederschrift des ersten Eindrucks nach dem erneuten Losbrechen der Hölle über die Menschen in Gaza, brutal, wie am ersten Tag, stiegen die Opferzahlern auf 236 an. Von Bomben getroffen, stürzen die Wohnhäuser ein und begraben die Menschen unter den Trümmern.

Ein vergleichender Blick zum Sender CNN in die USA - dort berichtet, fern vom Geschehen, eine Korrespondentin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, etwas notdürftig, improvisiert. 

Opferzahlen werden überhaupt nicht genannt. 

Wozu denn auch? Es sind ja nur Palästinenser, Araber, nur 236 in einer Bombennacht im heiligen Monat Ramadan, besonders viele Kinder!

 

 

 

Nachtrag1, kurz nach 7 Uhr:

Blut, Blut, Blut – Leichen, Leichen, Leichen: inzwischen sind – wie befürchtet – noch mehr Menschen tot, 356 an der Zahl, weitere liegen unter den Trümmern.

Fast hatte ich etwas geahnt: gegen 3, vom Vollmond und der Krankheit aus dem Bett geholt, schaltete ich den Fernseher ein, Al Jazeera in englischer Sprache – und sah den Ertrag des Gemetzels an Zivilisten an: Retter der Zivilisation Netanjahu, als Kriegsverbrecher mit internationalem Haftbefehl des ICC der UNO gesucht, hatte wieder zugeschlagen, blutig, auf bewährte Art, einseitig, ohne Vorwarnung, gedeckt von Trump – doch auch „verhältnismäßig“?

Für die 59 Geiseln in den Händen der Hamas starben bisher 342 Menschen, Kinder, Frauen, Ausgehungerte!

Was erfährt der Deutsche in Bayern davon, der Bürger, der seine Rundfunkgebühr bezahlt und objektiv, ausgewogen informiert sein will, aber nur tendenziös, einseitig informiert wird?

Man zitiert das Büro des Kriegsverbrechers, der mehr Krieg will, nennt aber keine Opferzahlen – von „vielen Toten“ ist die Rede!

Dass Israel vertragsbrüchig wurde und nicht das einhielt, was ausgehandelt worden war in den 3 Phasen, bleibt verschwiegen, auch die Dimension der neuen Vergeltung ohne Vorwarnung!

Sind 356 Tote gemeint, sind das viele Tote? Oder müssen es noch mehr werden?

Hier, in Würzburg, vor der Haustür, in der Stadt, die im zweiten Weltkrieg fast dem Erdboden gleichgemacht wurde im Alliierten-Bombardement in einer Nacht, treffen sich die Christen auf einem Katholiken-Tag und danken Gott dafür, mit Sankt Florian, dass die Bomben heute auf die Kinder von Gaza niedergehen, die keine Christen sind, aber Menschen? Kinder Gottes, des Einen, mit den vielen Namen?

Noch traf es deutsche Kinder nicht!

Ein Putin aber kann dem abhelfen – denn - das von Christen und Sozis gut regierte - Deutschland ist nicht gut gewappnet!

 





 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: „Strenge Gleichheit! Jeder Esel Sei befugt zum höchsten Staatsamt, - „Ja, sogar die Juden sollen Volles Bürgerrecht genießen Und gesetzlich gleichgestellt sein Allen andern Säugetieren. „Ein gerechtes Animalreich“ - die große Vision! Von Heinrich Heines Satire zu George Orwells „Animal Farm“?

 

 

 

Joachim Gauck, ein deutscher Schriftgelehrter und Ober-Pharisäer!? 

Über die beiden Glanz- und Höhepunkte im geistig-moralischen Schaffen und Wirken des Mannes Gottes und Staatsmannes in Personalunion, der – urdemokratisch – christlich „Fakten schafft“, denen kein Andersdenkender widersprechen darf

Von Haus aus ist er – wie alle Prediger auf der Welt - ein Märchenerzähler.

Jenseitiges erzählt der Bibelkundige den Notleidenden und Elenden im irdischen Jammertal, tröstend und versöhnend; denn, wer hier alles erträgt, was man ihm vor Nase setzt, dessen Lohn wird im Himmel groß sein!

So etwa die Botschaft des Wasserpredigers von Kanzel, der auch mal Tee trinkt, oder einen „Pharisäer“ in erlener Gesellschaft! (Ob er dazu auch noch eine Geisha einfliegen lässt, damit der Tee auch richtig aufgebrüht und serviert wird, wie der Mann aus der befreundeten SPD die Tänzerinnen vom Zuckerhut in Rio, das weiß man nicht so genau.)

Wie Josef Ratzinger, der deutsche Professor und Papst, kann auch Gauck als ein deutscher Schriftgelehrter gelten, als einer, der sich auskennt mit dem verbrieften Wort Gottes, nur etwas anders, nicht ganz so katholisch – und vor allem nicht ganz so konsequent, bis auf einen Aspekt vielleicht: beide Männer Gottes lieben den Luxus und predigen – lange nach Savonarola- die Kirche der Armen, mehr Gerechtigkeit anstrebend, wenn schon nicht auf Erden, im profanen Staat, dann eben im Himmel.

Beide denken tiefsinnig und schreiben Abhandlungen, ganze Bücher, der eine, weltabgewandt und Gott näher, dabei die Menschen vergessend, der andere, durchaus der Erde treu, den Parteien nah – und, wenn auch volksfern, immer bereit, mit einer Bekloppten Tee zu trinken auf Schloss Bellevue und den Gatten der Bekloppten aus der KP des Diktators mit einem Kreuz der Deutschen ehren zu lassen – zum ewigen Ruhm auch für das deutsche Vaterland wie für das Christentum, schließlich soll man dem kommunistischen Feind aus früheren Tagen jetzt, wo die Zeiten etwas besser sind, auch die andere Wange hinhalten, für den Schlag oder die andere Arschbacke, für den Tritt, denn was wäre das Christentum der Deutschen ohne die Nächstenliebe!?

Da Pastor Gauck, sich mit der Bibel auskennt, mit dem Alten Testament der Juden ebenso wie mit den Evangelien der Christen aus dem Neuen Testament, fast so gut wie Kardinal Ratzinger, der Papst, wahrscheinlich sogar noch besser, denn er nennt sich einen Protestanten nach Luther, ist er - den man durchaus einen hauptberuflichen „Volksverdummer“ nennen kann - natürlich auch gut qualifiziert, ja, geradezu prädestiniert die kommunistischen Verbrechen in dem Unrecht-Staat DDR und über die SED-Diktatur hinaus aufzuarbeiten, im staatlichen Auftrag – und etwa so, wie man früher zu „entnazifizieren“ pflegte, mit einem ausgestellten Persilschein nach der erfolgten Katharsis auch ohne Purgatorium und ohne den berühmten Gang nach Canossa, denn Katholiken und Lutheraner, die mit der Zeit gehen im neuen, wiedervereinten Deutschland brauchen das nicht mehr!

Neue Tugenden sind heute gefragt – und neue Werte! Keine „Aufklärung“, wie gestern, sondern eine Verschleierung, die keiner besser leisten kann wie ein berufener Pastor Gauck zunächst für die KAS der CDU als bestellter Märchenerzähler, dann aber auch noch als Erster Mann im Staat der Deutschen, damit das Ammenmärchen von gestern heute nicht nur eine kirchlichen Sanktion bekommt, sondern auch noch ein staatliche, indem der Mann Gottes und Staatsmann in Personalunion – urdemokratisch – christlich Fakten schafft, den kein Andersdenkender widersprechen darf.

Wer auch immer diesen hochqualifizierten Verschleierer in das hohe Amt berief, der wollte wohl die Verschleierung?

Und Gauck hat – zweimal in mein Schicksal eingreifend - auch geliefert – in dem einen Fall noch unbewusst, in dem anderen Fall aber sehr bewusst, die Lüge deckend, aber auch das eigene politische wie moralische Versagen.

Keiner in diesem Staat wird mich abhalten, darüber zu reden und zu schreiben. Auch wenn es monoton anmutet, ja, penetrant[1]: Aufklärung muss sein, ohne Rücksicht auf die Person, aus prinzipiellen Gründen, die über Gründe der Staatsräson hinausgehen – und so lange, bis der Gerechtigkeit genüge getan ist.

J‘ accuse!

 



[1] Da ich – über sie Bücher seit 2008 – bis 2019 hinaus – schon so viel zur Sache schrieb und publizierte, zu einem unerquicklichen, nervenaufreibenden, ja, krankmachenden Thema in Variationen, ohne alle wichtigen Aspekte in jedem Einzelbeitrag einbeziehen zu können, habe ich an dieser Stelle noch einige Verlinkungen zu weiterführenden Artikeln und Essays hinzugefügt.

 

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Geführt haben diese aufklärenden Artikel – ergänzend zu den „Kampf-Büchern“ – teils aus dem „Giftschrank“ – zu nichts!

So verläuft die „Aufklärung“ im deutschen Staat heute – im Sand, wenn es gegen die Akteure des Staates geht und gegen die Marionetten des Staates.

 

 

 

Hat Pastor Gauck die Folter salonfähig gemacht? 

J‘ accuse! 

Über die „Erschütterung“ des Freidenkers Carl Gibson vor den „Erschütterungen“ des Heiligen Joachim aus Rostock!?

Den Vorwurf, den ich seinerzeit dem US-Präsidenten Donald Trump [1]machte – und vor Trump bereits dem Vorgänger im Amt, dem Schwarzen Barack Obama, nämlich das Foltergefängnis Guantanamo auf exterritorialem Gebiet in Kuba gerechtfertigt, aufrechterhalten und nicht geschlossen zu haben, obwohl dort Folter stattfindet, diesen Vorwurf kann ich auch gegen Pastor Gauck erheben, als deutscher Staatsbürger, der das tolerieren der Folter durch das deutsche Staatsoberhaupt ablehnt.

Der Prediger Rostock, Mann Gottes und der Moral, schreibt Bücher über „Freiheit“, „Toleranz“, über „Erschütterungen[2]“, toleriert aber – wenig erschüttert – die Folter an sich – und das nach der den Erfahrungen der Deutschen mit dem Nationalsozialismus und der DDR-Diktatur, in welcher dem Prediger keine Zähne ausgeschlagen wurden im tatsächlichen Verhör, das er auch nicht erdulden, über sich ergehen lassen musste, wie echte Kämpfer aus dem Widerstand hier und dort.

Trump ist ein Zyniker der Macht, ein Verächter der Demokratie, einer, der von der demokratischen Politikerin und Ex-US-Vizepräsidentin Kamala Harris als ein „Faschist[3] bezeichnet wurde im rivalisierenden Wahlkampf. Das war er auch schon, als ich meine Kritik anbrachte in einem ganzen Buch gegen Trump – und das ist er auch heute noch in gesteigerter Form. Als mächtigster Mann der Welt erhebt er sich – mit seiner Pseudo-Moral und pharisäisch gestützt auf zwei Bibeln – über Ethos und Moral, pfeift auf die demokratische Kultur und macht, was er will!

Der deutsche Bundespräsident aber muss Rechenschaft ablegen in einer Demokratie – und er muss begründen, wie er repräsentiert und weshalb er die Unwahrheit im Raum stehen lässt und mit dieser auch noch die Folter, die eine erfundene Folter ist, eine unechte Folter, nicht anders als der Nazi, der auch im Raum steht, eine Art Vogelschuhe he ist, die auch erfunden wurde von einer dummen Person, um das tumbe Volk einzuschüchtern und unter der Fuchtel des Staate zu halten, der über selbstherrliche Politiker, die Wahrheiten schaffen, regiert und repräsentiert.

Wie oft habe ich es schon hervorgehoben – als moralische Anklage: Pastor Gauck half mit, eine obskure Gestalt antideutscher Art auf das Treppchen zu heben, salonfähig zu machen für Höheres, indem er einer Stiftung, die in meinen Augen eine reaktionäre Einrichtung des Willens zu Macht ist, die der Mafia nähersteht als der Demokratie, beim Ausstellen des benötigten Persilscheins behilflich war – eingekauft oder nur instrumentalisiert!? Wer will es wissen? Wer kann es beweisen, ob Geld geflossen ist, ob einer den Koffer überreicht und ein anderer das gefüllte Köfferchen auch angenommen hat, in Deutschland zunächst, dann in Stockholm – und das alles nur, damit gewisse Leute aus der Wirtschaft und der Politik, oft in Personalunion, noch viel, viel mehr Geld verdienen!

Pasto Gauck hat aber später, von der SPD zum deutschen Staatsoberhaupt gemacht, die Unwahrheiten der Einen aus der ZEIT, den erfundenen Nazi und die törichte Folter so unrevidiert stehen lassen, die Folter der Lächerlichkeit preisgebend, damit die echten Leiden der echten Opfer aus den Konzentrationslagern der Nazis und den Gulag-Gefängnissen der kommunistischen Welt verhöhnend!

Und das als Mann Gottes, der Bücher schreibt und der den Chinesen in der roten Diktatur etwas von Menschrechten erzählen will!

Zum Segen Deutschlands?

J‘ accuse!

 



[1] Die Rechtfertigung der Folter!

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Donald Trumps schlimmste Entgleisung, Auszug aus: Carl Gibson, „AMERICA FIRST“, Trumps Herausforderung der Welt. 2017.

Dort schrieb ich das Folgende:

„Donald Trumps schlimmste Entgleisung

Innerhalb der ersten Amtstage bestand – nach meiner Einschätzung – nicht in der Provokation Rotchinas,

auch nicht in der Brüskierung der Mexikaner im eigenen Land und im Nachbarstaat, von dem die USA profitieren,

auch nicht im Liebesbekenntnis in Langley, noch in der Rechtfertigung der Auftragskiller-Morde in Putins Reich mit dem Hinweis auf die eigenen Verhältnisse der USA, wo Killer und gedungene Mörder ihrem Geschäft erfolgreich nachgehen – wie zu Zeiten des Cesare Borgia!

Trumps Fauxpas par excellence war – neben der Ausgrenzung ganzer sieben Nationen auf einen Streich –

die Rechtfertigung der Folter!

Das hat mich zutiefst erschüttert.“

Man beachte den letzten Satz, in dem ich meine „Erschütterung“ hervorhebe! Eine Inspiration für Gauck, der angeblich liest, was ich schreibe – und der sich nach meinem direkten Protest von einigen Aktionen zu Gunsten von Herta Müller anhalten ließ, von forcierten Ehrungen, die dann von einem Dr. Norbert Lammer routinemäßig wahrgenommen wurden.

Wahrscheinlich ging meine „Erschütterung“ den „Erschütterungen“ des deutschen Bundespräsidenten voraus – richtungweisend! Korrigiert hat er seine Haltung gegenüber der Tee-Partnerin auf schloss Bellevue trotzdem immer noch nicht!

 

 

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Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Das Joachim-Gauck-Paradigma Oder: Wenn der Bock zum Gärtner wird, Aus: Carl Gibson, Paradigmen der Zeitkritik – Analysen, Kommentare, Essays zur aktuellen Innen- und Außenpolitik. Neue Folge

Geführt haben diese aufklärenden Artikel – ergänzend zu den „Kampf-Büchern“ – teils aus dem „Giftschrank“ – zu nichts!

So verläuft die „Aufklärung“ im deutschen Staat heute – im Sand, wenn es gegen die Akteure des Staates geht und gegen die Marionetten des Staates.


Der kleine Übermensch … die „Gerechtigkeit Gottes“ heute … und das „Eiapopeia vom Himmel“!

Das Heilige Land bringt ihn hervor. Große Gestalten der Menschheitsgeschichte sind so in die Welt gekommen, Heilige und Helden, Propheten und Heroen, Propheten, die Heilige und Helden waren – Weise, Könige – Moses, David, Salomon, Samson und, wenn auch weniger berühmt, Josua, der Amalek bekämpfte und die Amalekiter[1] – sowie in neueste Zeit im Judenstaat der Moderne, der Übermensch von heute, auch er ein Messias, die Retter, der eigenen Leute im Volk und Staat – wie der Welt!?

Benjamin heißt er, nach dem Jüngsten aus der Bibel – und etwas klein geraten ist er auch, diese Bibi, der neue Übermensch von heute, der kein Recht kennt und kein Gesetz, der selbst auf das Ethos der Bibel pfeift, also muss er, der Kleine, als Kriegsverbrecher aber ganz groß, kompensieren, auf seine Art, als kleiner Herkules mit einer großen Keule[2], die er sich geliehen hat – vom Großen Bruder, von fernen Verwandten aus dem reich der Riesen, um zuzuschlagen auf andere, die noch kleiner und schwächer sind als er selbst.

So waltet die – im jüdischen Raum schon sprichwörtliche – „Gerechtigkeit Gottes“ heute, die Ethik von Auge um Auge vergessend, im neuen Geist der Zeit, während die Bibel etwas ist, was interpretiert werden muss, immer neu, mit der Zeit gehend – und nach den Bedürfnissen der Zeit ausgerichtet. Die Kreuzfahrer sahen das auch so, die Ungläubigen und Heiden totschlagend im Morgenland – und daheim die Katharer, die reine Christen waren.

So entstand Frankreich[3]; und das - dem Judentum entspringende - Christentum wurde zur bestimmenden Religion in Europa.

Der kleine Benjamin von heute aber ist nicht mehr religiös unterwegs, von der Sache Gottes getrieben in höherer Mission, sondern, wie einst der große Krieger und Geist Napoleon, der auch körperlich klein war, nur noch profan, irdischen Götzen dienend, dem Monsterstaat, der groß sein muss wie zu Davids Zeiten und rein, sowie, ideologisch motiviert wie schon andere Retter der Menschheit in jüngster Zeit, zu eigenen Zwecken, gleich den beiden anderen Vernichtern vor ihm: im Größenwahn!

Manchmal wiederholt sich die Geschichte doch, unmoralisch wie eh und je – und mit den gleichen Fehlern in der Verstiegenheit, archaisch-mythisch und mythisch-biblisch, denn der homo sapiens hat immer noch nichts dazugelernt!

Weit entfernt von dem, was er, nach Nietzsche einmal sein soll, ist er – hier und heute - immer noch: der unzulängliche Mensch, ja, der Unmensch[4], besonders im Vernichtungskrieg, als etwas, was überwunden werden muss auf dem Weg zum Hinauf, zum eigentlichen Menschsein, das irdisch ist; denn wir leben immer auf der Erde[5] und nicht im Himmel der verlogenen Pfaffen aus allen großen Religionen der Welt, die das Leben des Einzelnen verachtend opfern, um einen Glauben zu nähren, Märchen vom Seelenheil … und von der ewigen Glückseligkeit im hohen Himmel, als dem Zustand, den der Jude deutsche Zunge Heinrich Heine das „Eiapopeia“ nennt, das „Eiapopeia vom Himmel“!



[1] Vgl. dazu meine Beiträge, hier publiziert zum Auftakt des Vergeltungskrieges in Gaza.

 

[2] Zu der Materie gibt es seit Jahren Karikaturen im Internet, die einen gut ausgestatteten Gartenzwerg als Botschafter in Aktion zeigen, antik griechisch frei, doch – als obszön – für den frommen muslimisch-islamischen Kulturkreis unvorzeigbar, ungeeignet. Die Freiheit, Vulgäres zu zeigen, Schmutz zu kultivieren, gibt es nur im Westen, wo der Dreck zum wert an sich erhoben wurde, von der obszönen Kunst á la Baselitz oder einer Herta Müller in der „Literatur“ bis hin zur schmutzigen Tagespresse eines Axel Springer, die gut ist, weil der Verleger auf der rechten Seite der Geschichte steht mit allem, was er tut.

 

[3] In einem Beitrag, den ich möglicherweise nicht veröffentlichte, als es in Gaza losging, schrieb ich dazU:

 

Die französische Nation ging aus einem Genozid hervor, aus der Ausrottung der Katharer im Languedoc!

Das hören die Franzosen nicht gerne, noch reden sie gerne darüber.

Vielleicht deshalb auch das aktuelle Schweigen Frankreichs über das, was in Gaza geschieht?

Und doch war es so, damals, als ein ganzes Volk vernichtet und die blühende Provence der Troubadours zu einer Wüste gemacht wurde, was noch auf Gaza zukommt.

Die schäbige Ausrottung des Templer-Ordens war eine Sache, die brutale Vernichtung der Albigenser eine andere.

In beiden Fällen haben sich Papsttum und katholische Kirche nicht mit Ruhm bekleckert! Aber die französische Nation ging aus dem Übel hervor!

Ein Tabu?

Massaker verübten die Armeen der Grand Nation noch viele, in Asien, in Afrika, auf Madagaskar!

Wer spricht darüber, wenn es gilt, Spielen zu folgen, auch wenn anderswo Krieg herrscht und täglich unschuldige Zivilisten sterben müssen, weil die europäischen Nationen der „Kultur und Zivilisation“ schweigen.

 

[4] Vgl. dazu meine Beiträge zum Thema „Übermensch“ sowie zur „Humanität“ heute, „in der Zeit der Kriege“ und der „Pharisäer“.

 

[5] Nietzsches Zarathustra-Botschaft: „Brüder bleibt der Erde treu“, ist im Israel von heute, das mit seiner Identitätserhaltung beschäftigt ist, wenn auch mit den Mitteln des brutalen Vernichtungskriegs in alle Richtigen hin, präsenter und dominanter als die religiöse Ausrichtung des Volkes der Juden, während die Jenseitsgläubigkeit und Orientierung der Christenheit unter den Päpsten Johannes Paul II – Karol Wojtyla aus Polen - und Benedikt XVI – Josef Ratinger aus Deutschland – noch zunahm, rückwärtsgewandt der Probleme der Zeit verkennend, besonders die Armut, die für Papst Franziskus, den Argentinier Jorge Mario Bergoglio, durchaus ein Thema ist. Unbeirrt und gnadenlos hingegen die Ajatollahs im Iran in der Haltung zum Jenseits – für ihre Religion geben sie, opfern sie alles, nach dem Motto: der Mensch ist nichts - Mohammeds Religion, der Islam aber ist alles, was in der Radikalität an die Losungen und Parolen in Hitlers Führungsstaat erinnert, aber auch an die Welt kommunistischer Diktaturen:

Du bist nichts, dein Volk ist alles!

Das aber vergessen die „Leibverächter“ in den christlichen wie islamischen Kirchen, weniger die Juden, die ihr profanes Leben durchaus ausleben im säkularen Staat westlicher Ausrichtung, die Zeichen und Notwendigkeiten heute verkennend, weite Teile der gutgläubigen Menschen hinter dem Mond haltend und hinters Licht führend, das, Licht, das sie selbst sein wollen und das sie predigen.

 

 

Der Gaukler[1] – 

noch ein Buch, das sich ergeben hat, 

ein Buch über die Wahrheit aus dem tatsächlichen politischen Leben der Deutschen im Deutschland nach der Wiedervereinigung – oder: 

Kommunismus färbt ab, im Stil und in der Methode! 

Stinkt der Fisch doch vom Kopf her?

Gauck ist nicht mehr Bundespräsident, werden mir einige in Deutschland entgegen, die schützend ihre Hand über den Mann Gottes haten, über einen Deutschen mit vielen Meriten, der nebenbei auch mal gelogen und getäuscht hat, aber viel Gutes tat für und Staat!

So will es die Legende! Und so bestätigen es die vielen Auszeichnungen und Orden! Ich glaube, der Elefanten-Orden fehlt noch in der Sammlung, den Orden, den die Inder Ceausescu verpasst hatte, dem Freund der Blockfreien, seinerzeit, als der – etwas zerknirscht wirkende - Rumäne mit der stotternden Stimme und muntenischen Aussprache noch kein seniler Diktator war.

Gelogen und getäuscht hat der Mann Gottes Gauck bevor er zum Staatsoberhaupt gemacht wurde von der SPD, die religiös tolerant ist und aufgeklärt, nach Marx, werden mir andere Deutsche erklären, die es gut mit den Mächtigen meinen, auch, wenn die dort oben, zynisch arrogant[2], wie ich es auf den Buchdeckel schrieb, dreimal nur gegen Merkel, machen, was sie wollen, auch Fakten und Wahrheiten á la Konrad Adenauer und in der Entnazifizierung mit dem Persilschein – immer wieder in Berufung auf die Staatsräson, die alle Schweinereine der Welt zu rechtfertigen weiß, formal zumindest, in Deutschland, wie anderswo auf der Welt, wo Zyniker bestimmen, die sich „Demokraten“ nennen.

„Erschüttert“ von der Welt und dem eigenen Tum im Namen Gottes und des deutschen Staates, schrieb Gauck, nachdem er anderen die Leviten gelesen und anders gut abgekanzelt hatte, die Tumben und die Toren, die „Bekloppten“ und das „Pack“ der SPD, gleich zwei große Traktate – nach Kant und Luther: über die „Freiheit“ des deutschen Christenmenschen zum frechen Lügen und einen Traktatus über den Umgang des neuen Deutschen mit der „Toleranz“ auch beim frechen Täuschen der Politikerin Amt und Würden, doch ohne Lust, sich einer „Disputation“ zu stellen - ´a la Heine gegen einen neuen deutschen Ketzer in Sachen Religion oder auch nur dem Gespräch mit einem Bürgerrechtler aus dem echten Widerstand, nicht weniger feige wie die ZEIT in Hamburg, die, noch weit unter der „Bild-Zeitung“ des Axel Springer, die Wahrheit macht, wie es beliebt, mit einem Nazi, den einen dumme Puppe gleich miterfindet, damit Deutschland wieder etwas hat, was man von oben herab bekämpfen kann, noch ein Märchen neben anderen Märchen nach der Bibel und nach dem Baron zu Münchhausen, der ein begnadeter Schriftsteller war, wenn auch kein Pfaffe oder Staatsmann.

Was ich der Pfarrerstochter aus der DDR vorwarf, ohne in ihrer Vita zu kramen, will ich dem Pfarrer nicht ersparen, nämlich den Blick in den „Spiegel“, den ich schon vor 50 Jahren wagte, als es hier noch keine Merkel gab und keinen Gauck, nämlich die Frage: ob der Kommunismus abfärbt, in „Wahrheit und Methode[3]“, und im Leben und in der Pflicht – und ob die beiden Koryphäen kommunistischer Katharsis du Metamorphose Merkel und Gauck zum Segen Deutschaland gerieten – oder zum deutschen Unheil!

Meine drei Bücher zu Deutschland unter Merkel waren Wind, auch, weil ein Gauck jenes Deutschland vertrat, so, wie er es vertrat – als guter Pharisäer!

Merkel regierte, was schwierig ist in schwierigen Zeiten, Gauck aber repräsentierte nur, was einfacher ist – und zu nichts verpflichtet.

Rechenschaft ablegen wollte die Pfarrerstochter nicht, damals, und der Pfarrer, den ich als Paffen schelten muss, auch nicht, denn er fühlte sich wohl nur Gott verpflichtet, weniger den Deutschen!

So verstanden zwei DDR-Wendehälse die Demokratie – und kaum einer in Deutschland hatte etwas dagegen, als dieser Stempel dem freien Lan der Deutschen ausgedrückt wurde – ein Stigma, das wirkt bis zum heutigen Tag, wenn auch für viele unerkannt – wie der Nimbus von Merkel und Gauk!

Wenn mein Buch, das in hunderten Essays schon geschrieben ist, unter dem oben genannten Titel kommt oder unter einer ähnlichen klingenden Überschrift – neben „Veritas und Kraft der Moral“ sowie „Die Zeit der Pharisäer“, Werke, auf die einige Unverdrossene doch schon lange warten; wenn das alles demnächst doch noch das Licht der Welt erblicken wird, dann wird man noch Näheres dazu von mir erfahren – auch mehr über meine Auffassung von „Freiheit“, „Wahrheit“, „Moral“, „Demokratie“, „Werte“, „Toleranz“, „Prinzipien“, von „Pflicht“, von preußisch-deutscher „Pflicht-Ethik“ – und von meinen „Erschütterungen“ des Geistes wie der Seele.

Bis dahin trösten immer neue Beiträge auf dem Blog.

Ein freies Buch, gedruckt, ist im Land des Buchdrucks Deutschland, heute keine Selbstverständlichkeit mehr, leider!

Bücher „schreiben“ heute fast nur noch Politiker mit viel Zeit, die ganze Apparate für sich einspannen und schreiben lassen, typisch für die „Zeit der Plagiatoren[4]“ auch im Kabinett, die das ungestraft tun – uns so lange zum Brunnen gehen, bis sie in Scherben fallen – um dann aber wieder aufzustehen, gleich Phönix aus der Asche, gleich Guttenberg über Merkel, als neuer Stern am Firmament alle anderen überstrahlend!

Seilschaften machen es möglich – Korruption und Protektion!

Dank Merkel, dank Gauck!

 



[1] Ein oft gelesener Beitrag auf meinem Blog: Der Gaukler und die Gauklerin, neben den zahlreichen andere Beiträgen zu Joachim Gauck, dessen Beugen der Wahrheit im Jahr 2004 im Auftrag der KAS der CDU ich nicht hinnehmen wollte, darin eine moralferne Korruption sehend, die der späteren politischen Protektion der Einen, der man einen Nobelpreis zuschanzte, für Deutschland, natürlich, vorausging.

 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Der Gaukler und die Gauklerin

 

[2] Nicht nur die katholische Kirche ist arrogant geworden, sondern auch die Politik, in Deutschland – und inzwischen aus anderswo, die Namen der nichtdeutschen Übermenschen muss ich hier nicht nennen!

 

[3] Erinnert sein an das Werk des Hermeneuten Hans-Georg Gadamer.

 

 



 

Entwürfe:

 

Nach dem Ernst kommt der Humor,

das sagte ich mir damals, als ich mein parodistischen Fabelwerk „Faustinus“ Jahr für Jahr hinausschob, zurückgestellte, auch geleitet von der Hoffnung, meine täglich schlechter werdende Stimmung, die eines mit Macht Ausgrenzten wie Frustrierten, werde besser werden – wie die Schaffensbedingungen überhaupt. Alles verschlechtere sich, selbst der Sinn für Humor und die Lust, humoresk zu schreiben.

Dann aber schrieb ich das Werk trotzdem, so, zwischen Tür und Angel, und sorgte für die Veröffentlichung.

Was folgte: 7 Jahre Pause, 7 lange Jahre – fast ohne Humor! Der kommt jetzt zurück, allmählich – und mit ihm die Lust, wieder lachend zu schreiben. Meine Lachgefährten, die Koryphäen aus meiner geistigen Familie: Voltaire, Heine, Nietzsche.

Zusammen lachen wir auch noch in tiefster Mitternacht.

Und ich, wieder allein, über mich selbst!

 

 

 

Der Gaukler und die Puppe

„Gott hat mein Flehen erhört und mein Herz berührt! Der Allmächtige in den hohen Himmeln hat mir endlich das Werkzeug in die Hand gegeben, um mein heiß geliebtes Volk für immer zu beglücken, die Kreatur, nach welcher ich in meinen innigsten Gebeten angehalten habe!

Eine Puppe hat er mir beschert, die Puppe!

Grazie, Seniore!

Nun ist sie da – und tanzt … nach vorgegebener Melodei, so, wie ich aufspiele“ – und alle sind glücklich!

Fast alle!

Der gütige Vater folgte dem Sinnieren seines ergeben Dieners, auf einer Wolke sitzend, mit Erstaunen, denn er wusste nichts von einem erteilten Auftrag und einer göttlichen Mission.

„Dieser törichte Kuckuck“, sagte er dann zu sich selbst, „nicht weniger einfältig als seine Puppe, weiß dieser Gaukler nicht einmal, dass er kein Strippenzieher ist, kein wahrer Meister, sondern auch nur eine Puppe, ein Hanswurst, mit Blindheit geschlagen, denn er verkennt, dass er nicht dem Gott dient, sondern nur einem Götzen, wenn auch in meinem Namen!“

Ein Mensch auch er, allzu menschlich, auch im Irren, ganz und gar eine unvollendete Schöpfung!

 

 

 

 

Carl Gibson, 

Natur- und Lebensphilosoph, 

 ethisch ausgerichteter Zeitkritiker, 

politischer Analyst und Essayist,

 

 

   Der Gauch und das Ei … des Basilisken!

„Ich habe den Deutschen ein Ei ins Nest gelegt“,

sagte der Gauch und lachte verschmitzt, wie es seine Art war, wenn er Einfältigen einen Streich gespielt hatte,

„ein Basiliskenei“!

 

 

Nach dem Ernst kommt der Humor,

das sagte ich mir damals, als ich mein parodistischen Fabelwerk „Faustinus“ Jahr für Jahr hinausschob, zurückgestellte, auch geleitet von der Hoffnung, meine täglich schlechter werdende Stimmung, die eines mit Macht Ausgrenzten wie Frustrierten, werde besser werden – wie die Schaffensbedingungen überhaupt. Alles verschlechtere sich, selbst der Sinn für Humor und die Lust, humoresk zu schreiben.

Dann aber schrieb ich das Werk trotzdem, so, zwischen Tür und Angel, und sorgte für die Veröffentlichung.

Was folgte: 7 Jahre Pause, 7 lange Jahre – fast ohne Humor! Der kommt jetzt zurück, allmählich – und mit ihm die Lust, wieder lachend zu schreiben. Meine Lachgefährten, die Koryphäen aus meiner geistigen Familie: Voltaire, Heine, Nietzsche.

Zusammen lachen wir auch noch in tiefster Mitternacht.

Und ich, wieder allein, über mich selbst!

 


 

Der Anstoß zu einer moralischen Katharsis in Deutschland muss von außen kommen, denn die lethargisch-resignativen Deutschen mit ihren beiden maroden Kirchen und den schweigenden Philosophen haben längst nicht mehr die Kraft zu einem ethischen Neustart und Aufbruch

 

Der eine Skandal-Fall von politischer Protektion und Korruption, dem ich nunmehr seit 20 Jahren öffentlich nachgehe, reicht aus, um diese These zu beweisen.

 

 

    Propaganda wendet sich nicht an kluge Köpfe,

will nicht die Gescheiten im Land erreichen, sondern die vielen Unwissenden, die allen Staaten der Welt in der Mehrheit sind.

Also kann man auch strohdumme Gestalten als Werkzeuge einsetzen, in die große Verführung einbinden, auch im Sermo humilis, den das Volk versteht, etwa eine Herta Müller in Deutschland!

So war auch die billige IDF-Propaganda weniger für das Volk der Juden in Israel gemacht, die durchaus kluge Leute sind, sondern für die breiten Massen in den Wohlstandstaaten des Westens, die lieber schlichten Parolen folgen und grausigen Märchen, statt sich selbstständig denkend und an Fakten ausgerichtet eine solide Meinung zu bilden.

 

 

 

Was mich von Wallraff unterscheidet – über Enthüllung und Verhüllung!

 

Ich muss mich nicht erst schwarz anpinseln, um auf Missstände zu kommen, die es nicht nur in Unternehmen Deutschlands, sondern in der gesamten bundesdeutschen Gesellschaft zuhauf gibt – mir reichen schon die Fehltritte einzelner Akteure aus der Politik - oder aus dem öffentlichen Leben, etwa die Korruption im sowieso schon verfilzten, politisch gegängelten öffentlich-rechtlichen Fernsehen ARD und ZDF - um bestimmte Entwicklungen kritisch-objektiv zu überprüfen, die falsch ablaufenden Dinge sowie Ross und Reiter beim Namen zu nennen, ethisch-moralisch wertend.

Wer nach Schmutz sucht, wird auch viel Schmutz finden!

Er kann dann daraus ein Buch machen, das sich gut verkauft, einen Bestseller, der so geplant war – und der dann auch möglich wurde, weil eine Armee von Helfern und Helfershelfern – von Rechercheuren bis hin zu Co-Autoren und Ghostwritern – mit von der Partie wahren.

Andere, echte Abenteurer oder auch Abenteurer des Geistes, bekannte Leute wie der Extrembergsteiger Reinhold Messner aus dem schönen Südtirol oder der Survival-Konditor Nehberg aus Hamburg, deren Bücher ich – mit viel Erkenntnisgewinn las, Bücher aus der „Kiste“, gingen Verrücktes an, setzten ihr Leben aufs Spiel, oft mehr irrational als vom gesunden Menschenverstand angetrieben, in der Arktis oder Regenwald, um später daraus ein ungewöhnliches Buch zu machen, ein Abenteurer-Buch, denn, wer schreibt, der bleibt, zitierte der lebensfrohe Konditor eine bekannte Weisheit!

Solche Bücher wollte ich nie schreiben, schon gar nicht, um bleiben. Meine kritischen Werke sind vom Leben gemacht, vom tatsächlichen Leben, hier und heute, in der deutschen Gesellschaft, oft gegen den Geist der Zeit, die sich mit dem auseinandersetzen, was die Gesellschaft bietet, an schönen. Erhebenden Dingen wie an politischer Dekadenz und allgemeinem Niedergang.

Von Wallraff unterscheiden mich nicht nur die Themen, sondern vor allem die Methoden, auch wenn es im Bereich der Enthüllung auch gemeinsames gibt – in den Tagen, in welchen staatlich abkommandierte Prediger und Pfaffen mehr auf Verhüllung, mit Christo, aber fern von Christus.

Das Volk findet beides großartig – den verhüllten Reichstag und die Akteure der Verhüllung, die mehr Gaukler sind und Scharlatane, statt aufrichtige Politiker und Künstler.

 

 

 

Der rote Hut des Pfaffen und die neue Verruchtheit heute - nach den Katholiken aus der Kurie nun auch bei den frommen Protestanten: Zyniker der Macht in Amt und Würden lügen und täuschen aus Gründen der Staatsräson,

in Deutschland etwa Bundespräsident Gauck, wenn er der KAS der CDU eine kleine Gefälligkeit erweisen will, aus den dann ein Nobelpreis für wird!

Er darf die Wahrheit beugen, meint er, der Paffe, der von Haus aus lügt, wenn er über Unbeweisbares spricht, der aber auch lügt, wenn er als „demokratischer Politiker“ unterwegs ist, der „Rechenschaft“ geben muss, über das, was er tut.

Auch, wenn er mit einer „Bekloppten“ Tee trinkt!

Das aber hat der Wahrhaftige aus Rostock vergessen!

Verdrängt? Oder bewusst ignoriert?

Wir werden es nicht erfahren, weil der einfache Bürger, der die Wahrheit kennt, diesen Gestalten an der Macht nichts anhaben kann, um die Wahrheit in der Gesellschaf durchzusetzen, selbst dann nicht, wenn er sich auf den Kopf stellt oder Purzelbäume schlägt wie andere Gaukler und Seiltänzer auch, die aber nur das tumbe zu belustigen, zum Lachen zu bringen, ohne es auch noch zu täuschen.

Das aber schaffte der Prediger Gauck, der ein echter Pharisäer ist, ein Ober-Pharisäer, gemacht, aus dem Hut gezaubert für den Staat, dem er dient und dem er – als Mann Gottes – den Stempel aufgedrückt, das Signum der Verruchtheit, das die Protestanten nach Luther dem Papst in Rom und den Gestalten aus der Kurie mit dem roten Hut einst vorwarfen!

Der rote Hut des Joachim Gauck, der die DDR gut überlebt hat, ohne dass man ihm dort die Zähne einschlug im echten „Verhör“ - und der deshalb mit der „Bekloppten“ seiner Wahl über echte „Verhöre“ der kommunistischen Geheimdienste lachen kann, jener Hut ist den Deutschen noch nicht vorgehalten worden, noch bewusst geworden, auch an dem Tag nicht, als der fromme Mann Gottes aus dem Schloss Bellevue zu Berlin einem feuerroten Teufel der Kommunistenwelt „mit einem Kreuz“ ehren ließ, wohl, um von „Hammer und Sichel“ abzulenken!?

Solche Leute braucht der Pharisäer-Staat, denn sie tun das, was er vor ihnen erwartet: sie lügen und betrügen im Auftrag, auf Bestellung, nicht besser als früher bei den verruchten Kommunisten!

 

Entwurf:



Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Nosferata in der Scheiße. Die „fäkale Phase“ in der deutschen Gegenwartsliteratur, psychopathologische Phänomene und deren Bewältigung im „literarischen“ Schreiben. Ein dankbares Thema für eine akademische Promotion in Deutschland oder anderswo. Über die Vampirin „Nosferata“, den „Verhörer“ und die ZEIT in der Unzeit, die eine „Zeit der Pharisäer“ ist.

 

 

Ohne einen Gauck, keine Nosferata

Es bedarf des korrupten Politikers, wenn manche Schweinerei in demokratischen Staat möglich sein soll, eines Pharisäers, der, ohne mit den Wimpern zu zucken, die Lüge als Wahrheit ausgibt, um sich dann auch noch, wenn das auffällt, was er tut, die Hände in Unschuld zu waschen wie Pontius Pilatus in der Bibelgeschichte.

Den einen Fall dieser Art, den es Deutschland gab, in welchem die Wahrheit gebeugt wurde, zynisch gebeugt, um dann auch noch die Lüge am Leben zu erhalten bis zum heutigen Tag, habe ich oft beschrieben – für die Eidechsen und die Schlangen.

Denn in Deutschland glaubt man dem Denker nicht, aber dem Pfaffen, besonders dann, wenn er auch noch ein Staatsmann ist.

 

 

 

 

Vogelfängerin Merkel

„Wo sind die Vielen? Wo hocken meine Wähler“, das fragte sich vielleicht „die Kanzlerin, die Kanzlerin“, fest entschlossen, gut abzuschneiden bei der anstehenden Bundestagswahl, um dann auch schnell auf die Lösung des Enigmas zu kommen:

„Auf dem Grünen Hügel, bei den VIPs und Snobs finde ich die Massen nicht, dir mich wählen sollen und meine Partei! Aber im Stadion sitzen sie, Zentausende, allesamt potenzielle Wähler, mehr noch als in der Kirche! Also gehe ich dorthin und tue so als ob – als ob ich mitfiebere, patriotisch sogar, mitleide mit der deutschen Mannschaft, während meine Subalternen vom deutschen Fernsehen meine Freude, mein Leiden, mein Mitleiden, meine aufrichtige Anteilnahme, auch am Absturz, weit ins Volk tragen, und mich, die Natürliche, die keine Show abzieht, wies es im Volk heißt, mittendrin, für Millionen!“

Die Claqueure im Fernsehen aber, gute, ergebene Diener, jubeln mit – wie Einpauker, das Eine, das Wichtige herausstreichend: „die Kanzlerin, die Kanzlerin“!

Wahrscheinlich wird mein Geselle und Minister so weitermachen, wenn er Kanzler wird, mit seiner Show, doch auf bewährte Art und Weise, bei der Volksverdummung – und andere Gesellen werden folgen! Panem et circensis – oder auf gut Deutsch: Brot und Spiele!

 

Der rote Teppich, den man anheben muss,

um auf den Schmutz zu kommen, der unter ihm verborgen liegt. Dass es stinkt im Staat und zum Himmel, nehmen viele wahr, auch ohne feine Nase, nur auf die Ursachen des Gestanks kommen sie nicht, weil mancher rote Teppich nur für bestimmten Gestalten reserviert ist, für solche, die auch über Leichen gehen, ohne zu stolpern.

 

Appositionen – ein Buchprojekt, das sich ergeben hat, das mir zufiel, wie die reife Frucht vom Baum

Die Bücher stapeln sich auf dem Rechner und in den Speichermedien. Seit dem Jahr 2019, habe ich nicht s mehr publiziert, auch, weil meine Lust, den Deutschen und der Welt etwas vorzusetzen, geschwunden ist.

Die Menschen in einer verdorbenen Gesellschaft lesen nicht mehr genau; abgelenkt und unsensibel geworden, hören sie weder hin, was der Dichter spricht, der Denker schreibt – nur noch Kurzweil ist angesagt Deutschland, allerlei, was zum Wegsehen von den ernsten Dingen der Welt animiert.

Wer liest noch Fußnoten? Fußnoten, die in meinen Texten oft wichtiger sind, als was oben exponiert ist! Vor fast 40 Jahren warf man mit das in der Forschung – meine Auseinandersetzung finde primär in den Fußnoten statt! Das gilt auch heute noch!

Also schrieb ich vor Tagen erst:

„Da dieser Weltanschauungs- und Vernichtungskrieg mit den 61 000 toten Zivilisten – ganz in Sinne der jüdischen Ethik von Auge um Auge, Zahn um Zahn, nun schon seit mehr als 15 Monaten andauert und ganz Gaza inzwischen eine giftige Wüste ist, mit Menschen die in Ruinen hausen, wenn sie nicht tot unter Trümmern liegen, stieg die Zahl meiner „Netanjahu-Appositionen“ sehr stark an, jene zu Putin und Trump noch überflügelnd – ein Buch für sich, doch ein Buch, das man im Westen nicht lesen will, weil Bibi heilig ist, sakrosankt, wenn auch als Kriegsverbrecher mit dem Haftbefehl des ICC weltweit gesucht.“

Eine Abhandlung in der Abhandlung – und das, obwohl ich meine Abhandlungen kurz halte, so kurz, wie möglich! die kürzeste Form ist die „Apposition“ zu einer bestimmten Person – transportiert in der Überschrift. Wer die paar Worte liest, bewusst rezipiert, hat die Idee erfasst, kann sich den Haupttext fast ersparen, den der ist nur die Erläuterung der zu vermittelnden Idee.

Ob es dieses Buch, das so nicht konzipiert wurde, noch geben wird, steht in den Sternen.

 

Schmutz als Maßstab, Schmutz als Wert - von der schmutzigen Zeitung zur verdreckten Gesellschaft, in welcher schmutzige Literatur den Nobelpreis bekommt und der Schmutz aus der Politik hingenommen wird,

das hat – speziell in Deutschland - nicht nur etwas, sondern sogar ziemlich viel mit dem Vermächtnis Axel Springers zu tun, der dem Staat der Deutschen die „Bild-Zeitung“ beschert hat, ein Mittel, um auf billige Weise schnell Geld zu verdienen, aber vor allem ein Mittel zu weitreichender, wirkungsvoller Volksverdummung im großen Maßstab – und über Jahrzehnte, vor der Einheit, die ein Springer wollte und betrieb, wie auch nach der Einheit, der am meisten gehasste Mann in Deutschland, der Großverleger, tot war.

Sein Vermächtnis wirkt fort, über unlauteren Journalismus, ideologisch festgelegt, doch nicht für mehr Freiheit, sondern für das Gegenteil davon, für die Beschneidung freier Gedanken über Gängelung und Manipulation. Wie der Tanzbär am Nasenring früher über den Markt geführt wurde, ein Atta Troll, und auch heute noch in bestimmten Ecken des zivilisierten Kontinents Europa geführt wird, so ist auch der Leser dieser einen Zeitung, den es millionenfach gibt, der „einen Doktrin“ ausgeliefert, die er schluckt, wie der brave Patient sein bitteres Medikament, weil er dem Arzt vertraut.

So wird selbst der „gute Christ“, der im Pott ein Arbeiter ist und SPD wählt, ein „tumber Zionist“, ohne zu recht wissen, was „Zionismus[1] bedeutet. Er nimmt auch das, was eigentlich „Religion“ ist, nur eine andere, eine – nicht durschaute - „Verführungsideologie kritiklos an, die „Meinung“, die man ihm gegeben hat, wie es Nietzsche in Zarathustra ausdrückt, um sie zur eigenen Meinung und Haltung zu machen; er behält die übernommene Überzeugung dann auch an der Wahlurne und gibt sie, da er es nicht anders weiß, auch noch weiter, an andere, die genauso aufgeklärt und mündig sind wie er.

Wen wundert es dann noch, wenn eine schmutzige Figur öffentlich geehrt wird und schmutzige „Literatur“ aufs Podest gehoben, wenn Politiker ungeniert weiter lügen, ja, mit Schmutz werfen, lange nach Zille und Claire Waldoff auch in Berlin, wo Springer wirkte und einseitig doktrinär[2] weiter wirkt – und wenn Beiträge aus der Feder frier Geister und kritischer Autoren im Internet über diese „geistige Aussaat“ dieses einen Mannes wie der Gefolgsleute aus dem gleichen Stall getilgt, gelöscht werden, im Inland wie im Ausland in globalisierter Welt?

Was ich dazu[3] schrieb und publizierte – Schall ist es und Rauch!

Verbrannt, geopfert, welchem Gott auch immer, zum blauen Himmel aufgestiegen wie Morgentau als Nebeldunst!

Dafür wirken die Schleier der Volksverdummung fort – und ein paar Leute, die wissen, wie man das macht, freuen sich und sahnen ab, während der Michel sich frei wähnt und weitertanzt, wie dummen Puppe auf der Bühne, die es nicht anders weiß und kann, und der Tanzbär auch außerhalb der Fabel.



[1] Wie soll er es auch wissen, wenn die Zionismus-Diskussion in Deutschland nicht geführt wird, ein tabu ist – und alles, was im Internet dazu publiziert wird, einer obskuren Zensur zum Opfer fällt, getilgt, gelöscht wird?

[2] Ein Beispiel vom 11. März 2025 zur Aushungerung der 2 Millionen Zivilisten in Gaza, die seit 10 Tagen anhält und die Inhumanität auf den Gipfel treibt, indem den vielen leidenden Menschen auch noch der Strom abgestellt wird und das Wasserentsalzungswerk so zum Erliegen bringt: was sagt die „Bild-Zeitung dazu? Der Druck auf die Hamas werde erhöht, heißt es dort lapidar und zynisch! Die 2 Millionen Exponierten zählen einfach nicht – sie sind wohl alle Terroristen und alle schuldig an dem Krieg mit den 61 000 Zivilopfern auf der einen Seite und 1 200 auf der anderen Seite.

Das können Menschen anderen Menschen antun, heute, während die Presse dem Volk erklärt, wer die Opfer sind, und wer die Täter!

 

[3] Nicht nur zu Zille und Claire Waldoff, sondern vor allem zu Springer.

 


 

Abwehrstrategien eines Freidenkers und Publizisten als Belletrist und Wissenschaftler in der gegängelten Gesellschaft der Freien und als souveräner Blogger im zensurfreien Internet

Was habe ich nicht alles versucht, um Ideen rotieren zu lassen, um Gedanken frei zu verbreiten im Internet, weite Teile meiner – oft verfemten – Werke, die es, wenn auch teilweise um die Welt gestreut, nur in winzigen Stückzahlen gab, erstellt – fast immer – nur aus eigener Kraft?

Neben den 23 Büchern, trat ich mit 8 Blogs an, um mir ein „Forum“ zu schaffen, dem Ernst der Wissenschaft verpflichtet, aber auch mit Humor, etwa in „Faustinus“, 2017, oder Humor und Wissenschaft verbindend, in dem Werk über „Heines Atta Troll“, 2019.

Was fängt eine unpoetisch wie unsensibel[1] gewordene Welt damit an, die dem Schmutz Priorität einräumt in der Literatur-Rezeption?

Um mich der Zensur, die es in vielen Formen im Internet gibt, aber auch in der profanen Gesellschaft der Demokraten des, ach, so freien Westens, bis zu einem gewissen Grad zu entziehen, den menschlichen wie maschinellen Zensoren ein Schnippchen schlagend, habe ich mir, notgedrungen, in den letzten Jahren eine ganze Palette von Abwehrstrategien zurechtgelegt, um, quasi durch die „Hintertür“, doch noch einiges von dem, was ich für wichtig halte, in Umlauf bringen zu können.

Dabei fühle ich mich in die Anfangszeiten meiner antikommunistischen Opposition versetzt, als es galt, den Staat auszutricksen, der eine brutale Diktatur war – und der dann auch dafür sorgte, dass über Repressionsmechanismen aller Art, Querulanten und Systemkritiker dingfest gemacht, abgeurteilt und ins Gefängnis geworfen wurden, nur, um die Anfänge eines Andersdenkertums und möglichen Aufruhrs im Keim zu ersticken – nach dem Motto: wehret den Anfängen, das man in der freien Welt auch kennt!

Der freie Westen hingegen, liberal und tolerant, setzt auf die „natürliche Auslese“, auf die „Selbstreinigungskräfte“, die es in der Natur gibt und in der pluralistischen Gesellschaft, in welcher die vielen Dummen, die auch schreiben und publizieren, gerade in der der Verschwörungs-Theoretiker-Szene, das neutralisieren, überlagern, verdrängen, was an wertvollen Ideen, an Kritik durchschlagen und wirken sollte!

Der Freigeist von heute, eine selten gewordene Spezies, wird also nicht nur von den lauten Lügen aus den großen, systemloyalen Blättern übertönt lagert, sondern auch von den vielen Kleinen, die viel Spreu unter den Weizen mischen und dafür sorgen, dass die wertvolle Saat untergeht – zur Freude der Staatszyniker, die dann schalten und walten können – nach Gusto und auf bewährte Weise!

Wenn der Einzelkritiker dann untergeht, dann waren nicht sie es, die für das Abtreten sorgten, sondern das war natur- oder gottgewollt!

 



[1] Gestern erst, am 10. März 2025, publizierte ich unter dem – nichtssagenden – Titel „Relecture“ eine „Rattenschwanz“ von – teilweise zensierten wie unauffindbar gemachten – Beiträgen zum frühen Gaza-Krieg, für Leser, die es trotzdem genauer wissen wollen.

Solche Beiträge der provozierenden Art, die eigentlich neugierig machen sollten, werden oft von potenziellen Lesern ignoriert und können auch im Internet nicht richtig eigeordnet werden, sind aber trotzdem wichtig, weil Ideen so gestreut werden, die später wieder auftauchen – vom Internet – unfreiwillig – „objektiviert“! Was einer Aushebelung der Zensur gleichkommt.



 

 


 

 


 Entwurf:

 

 

 

Pecunia non olet – oder stinkt deutsches Geld doch? 

Über einen fetten Scheck Axel Springers, den einige fromme Juden in Jerusalem nicht annehmen wollten

Aus der Sicht eines Zeitkritikers, der diktatorische Welt des Kommunismus überlebte, eine Gaukelwelt, die mit Lügen und Unterdrückung agierte, ist Parteilichkeit immer suspekt, ganz egal, ob sie aus dem christlichen Lager kommt, von christlichen Zionisten getragen wird, von einer obskuren Lobby aus dem Hintergrund, deren Akteure kaum einer kennt, oder gar – wie heute in Deutschland – von öffentlichen Medien, die ungeniert Parte ergreifen für das, was „politisch korrekt“ sein soll und einzelne Politiker, gerade an der Macht,, für richtig halten.

Das Pro-Israel der Springer-Presse war aus meiner Sicht also immer schon ein Ärgernis, einfach deshalb, weil die Berichte oft penetrant einseitig waren – und weil, zum Teil mit üblen Psycho-Tricks – mit Worten, Ausdrücken, also über Sprache manipuliert wurde.

Woher kommt die israelfreundliche, bisweilen unkritische Haltung der Springer-Medien in Deutschland, in der „Bild Zeitung“, in der Welt“?

Das fragte ich mich gelegentlich! Und:

War Axel Springer ein Sympathisant des Zionismus?

Aufklärendes dazu fand ich in den Memoiren Teddy Kolleks, der legendären Bürgermeisters von Jerusalem, der den großzügigen Axel Springer beschreibt[1], den Deutschen, der kein Jude war, aber ein Freund des jungen Staates Israel, immer bereit, Israel zu helfen, indem er, nicht anders als Rotschild aus Paris und den reichen Juden Amerikas, Schecks verteilte, Geld, viel Geld, um damit Gutes zu tun, nicht nur für die Juden im Land, sondern auch für die jüdisch-arabisch Zusammenarbeit nach dem 6-Tage-Krieg und den neuen Verhältnissen im wiedervereinten Jerusalem wie im Staat der Juden.

Dem philanthropischen Geist des Axel Springer, der den Alliierten die Lizenz zum Publizieren verdankte und der mit dem übernommenen, höchst renommierten „Ullstein“-Verlag, der ein jüdischer Verlag war, gutes Geld verdiente, auch heute noch verpflichtet, können die Springer-Medien dieses geistige Erbe durchaus fortführen!

Doch müssen sie deshalb auch unkritisch sein? Partei ergreifend für eine Sicht der Dinge, die andere unter den Teppich kehrend, gar dämonisierend – wie heute im undifferenzierten Umgang mit dem „Terrorismus“ und der arabisch-muslimischen Weltsicht dahinter?

 



[1] Op. cit. S. 199, 290ff, 307.

Wenn die Alliierten mir eine Lizenz einräumen, um Millionen zu verdiene, um, quasi in einer Art Monopol-Stellung Geld zu „drucken“, dann kann ich auch davon eine halbe Million abgeben – und dabei auch noch den „guten Menschen“ mimen!

Der Emir von Katar hat sein Erdgas direkt von Gott bekommen – wenn er nun – als Zakal – Almosen an Arme abgibt, um sein „Karma“ zu verbessern, wie es ein Buddhist ausdrücken würde, dann wird Gott am Jüngsten Tag auch darüber entscheiden, ob der Emir viel gegeben hat, von dem, was ihm durch göttliche Gnade zufiel an materiellen Dingen, und ob das – im Verhältnis zum Gesamtvermögen des Superreichen – „angemessen“ oder auch nicht. Springer, der Emir und George Soros, der auch spendet, werden sich dann vielleicht im Paradies wiederfinden neben, Gabriel, dem Erzengel, der Mohammed die Lehre brachte, und dem Fleischbeschauer aus der SPD, der lieber nahm, als zu geben!

 


 

Woher kommt die israelfreundliche, bisweilen unkritische Haltung der Springer-Medien in Deutschland, 

in der „Bild Zeitung“, 

in der Welt“? 

War Axel Springer ein Zionist oder betrieb er nur private Wiedergutmachung? 

Über das Vermächtnis eines deutschen Großverlegers mit Alliierten-Lizenz, der ein großzügiger Mensch war

Aus der Sicht eines Zeitkritikers, der diktatorische Welt des Kommunismus überlebte, eine Gaukelwelt, die mit Lügen und Unterdrückung agierte, ist Parteilichkeit immer suspekt, ganz egal, ob sie aus dem christlichen Lager kommt, von christlichen Zionisten getragen wird, von einer obskuren Lobby aus dem Hintergrund, deren Akteure kaum einer kennt, oder gar – wie heute in Deutschland – von öffentlichen Medien, die ungeniert Parte ergreifen für das, was „politisch korrekt“ sein soll und einzelne Politiker, gerade an der Macht,, für richtig halten.

Das Pro-Israel der Springer-Presse war aus meiner Sicht also immer schon ein Ärgernis, einfach deshalb, weil die Berichte oft penetrant einseitig waren – und weil, zum Teil mit üblen Psycho-Tricks – mit Worten, Ausdrücken, also über Sprache manipuliert wurde.

Woher kommt die israelfreundliche, bisweilen unkritische Haltung der Springer-Medien in Deutschland, in der „Bild Zeitung“, in der Welt“?

Das fragte ich mich gelegentlich! Und:

War Axel Springer ein Sympathisant des Zionismus?

Aufklärendes dazu fand ich in den Memoiren Teddy Kolleks, der legendären Bürgermeisters von Jerusalem, der den großzügigen Axel Springer beschreibt, den Deutschen, der kein Jude war, aber ein Freund des jungen Staates Israel, immer bereit, Israel zu helfen, indem er, nicht anders als Rotschild aus Paris und den reichen Juden Amerikas, Schecks verteilte, Geld, viel Geld, um damit Gutes zu tun, nicht nur für die Juden im Land, sondern auch für die jüdisch-arabisch Zusammenarbeit nach dem 6-Tage-Krieg und den neuen Verhältnissen im wiedervereinten Jerusalem wie im Staat der Juden.

Dem philanthropischen Geist des Axel Springer, der den Alliierten die Lizenz zum Publizieren verdankte und der mit dem übernommenen, höchst renommierten „Ullstein“-Verlag, der ein jüdischer Verlag war, gutes Geld verdiente, auch heute noch verpflichtet, können die Springer-Medien dieses geistige Erbe durchaus fortführen!

Doch müssen sie deshalb auch unkritisch sein? Partei ergreifend für eine Sicht der Dinge, die andere unter den Teppich kehrend, gar dämonisierend – wie heute im undifferenzierten Umgang mit dem „Terrorismus“ und der arabisch-muslimischen Weltsicht dahinter?

 


Woher kommen die vielen Flüchtlinge in Gaza? Aus dem Vakuum? 

Teddy Kolleks Autobiographie „Ein Leben für Jerusalem“ in kritischer Relecture -

– der legendäre, langjährige Bürgermeister der Weltstadt im Heiligen Land hat die existenziellen Probleme Israels von heute bereits 1949 klar gesehen und nach praktischen Lösungen gesucht

Man schrieb das Jahr 1978. Jimmy Carter bestimmte seinerzeit noch im Weißen Haus, der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt war in Rumänien unterwegs, um für ein Kopfgeld von 10 000 Deutsche Mark pro Person Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen von Ceausescu freizukaufen, Pakistans Staatschef Zulfikar Ali Bhutto[1] war noch nicht gestürzt und erhängt, Ajatollah Khomeini war noch im französischen Exil – und ich war, de facto vogelfrei[2], oppositionell in dem kommunistischen Rumänien unterwegs, dessen Entwicklung zur Diktatur sich schon deutlich abzeichnete, noch vor den großen Exodus der Deutschen einem Landstrich Europas, den sie über 800 lange Jahre besiedelt, bewohnt und kultiviert hatten, eingebettet zwischen dem Volk der Magyaren und den Rumänen aus der Moldau und der Walachei.

Im gleichen Jahr veröffentlichte „Judenretter[3]“ Teddy Kollek, der auch viele Juden aus Rumänien vor dem Tod bewahrt hatte, seine „Autobiographie[4]“, die er – nach einem ereignisreichen Leben und immer noch im Amt als Bürgermeister von Jerusalem – zusammen mit seinem Sohn Amor verfasst hatte. Ein Buch mit Tausend Details zur Geschichte des Staates Israel, zur Vorgeschichte und zu den Jahren unmittelbar nach der Ausrufung des Judenstaates durch Ben Gurion am 14. Mai 1948, aufschlussreich, wenn auch nicht vollständig, denn das kann ein Buch dieser Art nicht leisten, auch, wenn es um die moralische Basis geht, die der Gründung des Judenstaates zugrunde liegt.

Während damals vergessen wurde, den Staat der dort heimischen Palästinenser auch auszurufen und voll souverän zu begründen, was er Region und der Welz viel Unheil erspart hätte, ganze Kriege und die Folgen jener Kriege, setzten man die Staatsgründung Israels um – in einem forcierten Akt, dem unzählige Gesetzesverstöße aller Art vorausgegangen waren, beginnend mit der vielfältigen Täuschung der der Briten und der Amerikaner, die dann doch – nach vollendeten Tatsachen – gute Miene zu bösem Spiel machten, indem sie den Judenstaat so absegneten und stützten, wie er nun einmal war, unvollkommen und mit einem Volk, zusammengerufen aus aller Welt, das seine „jüdische Identität“ noch finden sollte.

Während im Deutschland von heute, den Staat der Judenverfolger und Täter, die „deutsche Identität“ in allen Bereichen systematisch abgebaut und vernichtet wird, beginnend mit der Sprache und dem tradierten System bewährter Werte, sind die Juden Israels, inzwischen ein verführtes, zum Teil auch schon „politisch verdorbenes“ Volk, immer noch damit beschäftigt, ihr eigentliches Sein als Volk und Nation auszuloten und zu finden.

Wie weit sie dabei gekommen sind, zeigt Netanjahus Vernichtungskrieg in Gaza, der von weiten Teilen der Israelis gut gefunden und voll mitgetragen wird, wobei Palästinenser und Araber immer noch als das angesehen werden, was sie um 1948 in den Augen der in Palästina siedelnden Juden waren: verabscheuungswürdige Untermenschen, die man nicht ernst nimmt, die man verachtet, bekämpft, vertreibt, umbringt, ohne auf die Gebot der Humanität Rücksicht zu nehmen und auf die Vertreibung, die man in 3000 Jahren Menschheitsgeschichte selbst erfuhr, in Ägypten, in Babylon, im Europa der Christenheit.

Ohne die „Vertreibung“ der Palästinenser aus Palästina auch nur zu erwähnen, das Phänomen „Nakba“, als etwa 750 000 Menschen aus ihrer angestammten, über Jahrhunderte bewohnten und kultivierten Heimat mit Gewalt vertrieben wurde, hinein ins Unbekannte und in eine ungewisses Schicksal, nicht anders als die Millionen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg, Deutsche, die das auch schon vergessen haben wie ihre Herkunft, greift Teddy Kollek die Flüchtlingsthematik auf – in einer Episode aus dem Jahr 1949, als er, der Mann des Ausgleichs und der Versöhnung zwischen den Nationen, in London unterwegs war, um Gelder zu beschaffen, mit welchen das damals schon höchst verzweifelte Los der Palästinenser-Flüchtlinge gelindert werden sollte! Nein, nicht unbedingt aus humanistischen Gründen und Antrieben heraus, sondern ureigensten Interessen verpflichtet, denn die seinerzeit bereits seht hohe Zahl der Vertriebenen drohte zu einem innenpolitischen Problem, zu einem existenziellen Sicherheitsproblem für Israel zu werden, das das Fortbestehen des gerade erst gegründeten Staates gefährdete.

Diese Situation aus dem Jahr 1949 und von Kollek 1978 öffentlich im Buch angesprochen, haben wir heute in Gaza in vielfach verschärfter Form!

Deshalb auch der gnadenlose Umgang der Israelis, die ein Volk von Soldaten sind, im Gaza-Vernichtungskrieg mit vielfachen Elementen eines Genozids, der sich – in nie gekannter Rücksichtslosigkeit – vor den Augen der Welt vollzieht!

Kollek schreibt im Rückblick auf die sich abzeichnende Notwendigkeit einer Lösung des Flüchtlingsproblems: „Ezra, einige unserer Kollegen und ich waren zu dem Schluss gekommen, daß etwas für die arabischen Flüchtlinge getan werden müsse. Diskutiert hatten wir darüber schon früher. Die arabischen Palästinenser lebten in Lagern, und wie wussten, daß sie sich auf Dauer einrichteten und nachgerade zu Berufsflüchtlingen wurden. Ein paar von uns meinten, daß sie eines Tages das einzig wirklich unlösbare Problem im Nahen Osten darstellen würden.“[5]  

Dass die Juden des neu gegründeten Staates Israel den Palästinensern ihr Land genommen hatten, mit Gewalt, und über die Vertreibung der Einheimischen dieses Riesenheer von Flüchtlingen überhaupt erst geschaffen hatten, das sagt - der später Vielgeehrte und Versöhner – Kollek nicht!

Palästina war kein Niemandsland, in welchen nur einige Beduinen herumirrten, ein Land, das man in Besitz nehmen konnte - wie weinst in Amerika das Lan der Indianer durch Weiße – weil es keinem gehörte, sondern ein von Palästinensern bewohntes Kulturland mir urbanen Zentren und mit allem, was zugehört!

Doch diese Einheimischen, die man jetzt neutral „arabische Flüchtlinge“ nennt, waren keine Wilden, wurde aber trotzdem aus ihrem Land vertrieben!

Diese „arabischen Flüchtlinge“, geringschätzig auch „Berufsflüchtlinge“ genannt, fielen nicht vom Himmel, kamen nicht aus dem Vakuum, sondern wurden von dem rassistisch geprägten Staat Israel geschaffen, der damals schon ein militanter Zionistenstaat der „Apartheid“ war, Begriffe, die von Kollek genauso vermieden werden, wie die nackten Tatsachen euphemistisch umschreiben werden, da das autobiographische Werk auch im Westen gelesen werden soll, in dem USA wie in Europa.

Heuchlerisch ist das wohl, hochgradig bigott – und doch hielt sich diese verbrämte Sicht der Dinge bis zum heutigen Tag, speziell im Westen, wo eine Kritik des Staates Israel vermeiden wird.

Die „Berufsflüchtlinge“ sind heute immer noch dort, wo sie von Israel hin versetzt wurden, in Gaza, 2 Millionen an der Zahl, denn sie waren fruchtbar und vermehrten sich, was absehbar war.

Also muss man diese „Berufsflüchtlinge“ dezimieren? Die Zahl verringern, damit die Bedrohungskulisse für Israel geringer wird, eine Bedrohung, die von den vielen Hungernden in Not genauso ausgeht wie von einem souveränen „Staat der Palästinenser“?

„Ezra und ich sahen im Flüchtlingsproblem die größte potenzielle Gefahr für Israel“[6].

Kollek, der selbst 150 000 Juden in Jerusalem angesiedelt[7] haben soll und dabei auch arabisches Kulturgut zerstören ließ, wird noch konkreter:

„Wir waren zuversichtlich, daß wir die Verteidigung der Grenzen und andere Probleme des Landes in den Griff bekommen könnten, die Flüchtlinge jedoch ein Langzeitproblem darstellen würden. Ihr Elend stellte eine Zeitbombe dar, und es musste etwas geschehen, ehe sich die politische Situation in unserem Gebiet verfestigte und erstarrte.“[8]

Dieses Elend der Vielen haben wir heute noch in Gaza. Gaza ist ein großes Gefängnis, ein großes Konzentrationslager, aus dem es kein Entrinnen gibt, immer noch von Israel besetzt, wenn auch – seit den Wahlen im Jahr 2006 – von der Hamas verwaltet.

Kollek suchte damals nach Lösungen, weil er überzeugt war, dass das Problem Jahr für Jahr größer werden würde; er hatte vor, den Palästinensern anderswo Land zur Verfügung zu stellen, in Syrien und im Irak, und, sozialistisch ausgerichtet, den Vertriebenen attraktive Arbeitsplätze zu vermitteln, damit diese sich selbst ernähren konnten, statt – wie Bettler – am Tropf der Völkergemeinschaft zu hängen, was heute noch der Fall ist:

„Die Zahl der Flüchtlinge war damals wesentlich geringer als heute, doch nicht nur natürliche Vermehrung, sondern auch Propaganda und die Gratisverteilung von Lebensmitteln haben das Flüchtlingsproblem zu den heutigen Dimensionen anwachsen lassen.“[9]

Teddy Kollek ist schon lange tot – und weitere Jahrzehnte sind ins Land gegangen – die Lage aber die jetzt in den Gaza-Vernichtungs-Krieg nie gekannter Art führte, ist unverändert. Auch, weil die Weltgemeinschaft es so zugelassen hat, ohne dem Volk der Palästinenser die Selbstbestimmung in einem souveränen Staat zu ermöglichen.

Israel besetzt immer noch ganz Palästina!

Und Israel regiert alle Palästinenser immer noch mit eiserner Faust und Bulldozern, zerstörend, statt aufbauend, auch im Westjordanland und in Ost-Jerusalem!



[1] Am Tag meiner Verhaftung als SLOMR-Gründer in Temeschburg zusammen mit Erwin Ludwig, am 4. April 1979, wurde Zulfikar Ali Bhutto erhängt. Für mich, der ich davon erfuhr, was das ein Schock, der mich durchs Leben begleitete!

 

Demokratie á la Pakistan heute: die Partei, die die Wahl verloren hat, stellt die Regierung – und der populäre Führer der Wahl-gewinner Partei Khan sitzt im Gefängnis!

Darüber wollte ich schon mehrfach schreiben, doch die Ereignisse in Gaza drängen alles zurück, selbst Putins verbrecherischen Krieg in der Ukraine, der von nie erlebten Kriegsverbrechen der IDF noch überlagert wird.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Zulfikar_Ali_Bhutto

 

[2] Beschrieben im zweiten Teil meines Testimoniums „Symphonie der Freiheit“, 2008, in „Allein in der Revolte“, 2313, aufgrund von Verlagsintrigen der Literaturmafia, vermutlich um Herta Müller Plagiieren daraus zu kaschieren, erst 5 Jahre verspätet publiziert, was auch juristisch durchgesetzt werden musste.

 

[3] Vgl. dazu meinen – etwas ironisch gehaltenen – Beitrag.

 

[4] Teddy Kollek und Amos Kollek, Ein Leben für Jerusalem, Hamburg 1980. Titel der Originalausgabe: For Jerusalem. A Life by Teddy Kollk with his Son Amos Kollek. London. (1978?)

 

[5] Ebenda, S. 146.

 

[6] Ebenda, S. 147.

 

[8] Ebenda, S. 147.

[9] Ebenda, S. 147.

 

 

Woher kommt der Hass der Kriegführenden in Gaza auf Palästinenser und auf Araber wie Muslime aus aller Welt dahinter?

Nicht alle Juden aus Israel hassen Palästinenser und Araber wie Muslime; nicht alle Juden Israels behandeln ihre Mitmenschen verächtlich, schäbig, aus übermenschlicher Sicht heraus als Menschen zweiter Kategorie, nicht viel anders, als Juden und Zigeuner von europäischen Nazis angesehen du verfolgt wurden, aber viele!

Israel hat heute eine ziemlich ausgeprägt „rechtsextreme Bevölkerung[1]“, die gut zum „Apartheid-Staat“ Israel passt – und aus dieser Bevölkerung kommen auch die vielen Soldaten, deren Grausamkeiten und Kriegsverbrechen die Welt in Staunen und noch mehr in Schock versetzen, denn Solcherlei hätte man den Bürgern Israels nicht zugetraut!

Den US-Beobachtern, deren Staat immer und uneingeschränkt solidarisch an der Seite Israels stand, jetzt aber wankt, ergeht es dabei nicht anders als den – auf aufgeklärte Demokratie und Humanität getrimmten – Intellektuellen Europas, die allesamt nicht mehr recht begreifen, was in Gaza abläuft – staatlich sanktionierte Grausamkeiten am laufenden Band, offensichtlicher Genozid am Volk der Palästinenser!

Worin wurzeln Hass und Menschenverachtung der besonders zynischen Art, so, wie man sie nur bei Nazis kannte?

Im Wesentlichen sind es zwei Ursachen, die zu dem grauen von Gaza führten: eine religiöse – und eine ethnisch-historische.

Der religiösen Ursache, die auch identitätsbestimmend ist, kommt jedoch heute weniger Bedeutung zu als der historischen, denn nicht alle Juden, die aus aller Welt nach Israel strömten, sind tiefgläubig oder, politisch betrachtet, fanatische Zionisten, sondern aufgeklärte, moderne, humane Menschen, die den Araber als vollwertigen Mitmenschen ansehen und die auch bereit sind, mit Palästinensern zusammenzuleben in friedlicher Koexistenz.

Fakt ist: Mohammed, der Stifter des Islam, hat als begnadeter Eklektiker den Gott der Juden zum Vorbild genommen, um, garniert mit einigen ethischen Elementen aus der christlichen Lehre, den Gott „Allah“ zu formen und zu einer sehr erfolgreichen Gottheit zu machen, der heute mehr als eine Milliarde Menschen aus etwa 57 Nationen der Welt folgen, während es weltweit kaum 10 – 15 Millionen Juden gibt, in Israel und in der Diaspora, die nicht alle religiöse Menschen sind, aber Juden, weil sie Juden sein wollen, kulturell[2], fernab der Religion.

Die zweite Ursache, die politisch- historische aber, die weit über das Religiöse hinausreicht, hängt direkt mit dem Staat Israel zusammen, genauer, mit der – obwohl moralisch berechtigten, faktisch aber ungerechten, forcierten – Staatsgründung zusammen, auch unter Anwendung dubioser und illegaler Mittel, die dann auch zur Ausprägung einer – ultrazionistisch geprägten, rassistischen – Mentalität und Identität führten, was die Israelis von den aufgeklärten Juden in aller Welt wesentlich unterscheidet.

Ein weites Feld – inspiriert auch von Teddy Kolleks Autobiographie „Ein Leben für Jerusalem[3]“, in deutscher Fassung 1980 erschienen, habe ich über diese jüdische Identität immer wieder nachgedacht, nachdem die Verfolgung der Juden in Europa, speziell in Deutschland, für mich ein Thema war – und immer noch ist, ausgelöst und angesichts der Ereignisse in Gaza.



[1] So sieht das die Welt, auch in den USA – und die Bürger Israels, die diesen krieg immer noch mittragen, obwohl er verbrecherisch geführt wird, sollen auch zur Kenntnis nehmen, wie sie in der Welt wahrgenommen werden, auf dem Weg in die Selbstisolation im Paria-Staat als Paria-Volk.

[2] Assimilation im Westen und der Kommunismus im Osten haben die strenge jüdische Identität oft verwischt, unwiederbringlich zerstört.

 

[3] Teddy Kollek und Amos Kollek, Ein Leben für Jerusalem, Hamburg 1980. Titel der Originalausgabe: For Jerusalem. A Life by Teddy Kollk with his Son Amos Kollek. London. (1978?)

 

Vgl.auch:

Unter der Silhouette Jerusalems, bei „Kontinent“, in Bonn am Rhein

Das Manuskript, das ich bald darauf am Fuße des Hohenstaufen den Flammen übergeben sollte, die Urfassung der „Symphonie der Freiheit[1]“, hatte ich vorausgeschickt. Es sollte ein „Ullstein“-Buch werden, ähnlich anderer Dissidenten-Literatur nach Solschenizyn, koordiniert von

„Kontinent“, genauer von Cornelia Gerstenmaier[2], der Tochter des langjährigen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier[3], ein Christ aus dem deutschen Widerstand gegen Hitler, der die Repressalien der Nazis gegen die vielen Hundert – allesamt hingerichteten – Widerstandkämpfer mit etwas Glück überlebt hatte.

Begleitet von meiner langjährigen Freundin, einer Bonnerin, die als Diplomatenkind fast ihr gesamtes Leben im Ausland verbracht hatte, machte ich mich auf den Weg in die Redaktion, um den Dingen etwas auf die Sprünge zu verhelfen.

Es wurde ein freundliches und langes[4] Gespräch – unter der Silhouette Jerusalems[5], mit dem Fazit, die Leser Deutschlands hätten einfach keine Lust mehr, „Gefängnisliteratur“, zu lesen, gesättigt, ja, übersättigt, durch das Werk Solschenizyn, des Exil-Rissen, der inzwischen in den USA lebte.

Das Zeugnis eines der roten Diktator Ceausescus gerade Entsprungenen war also nicht gefragt in Deutschland des Jahres 1980, als Bonn noch Hauptstadt war und die Übergabe der politischen Macht von SPD-Kanzler Helmut Schmidt an Helmut Kohl aus der CDU unmittelbar bevorstand.

Der stramme Antikommunist Axel Springer[6] war damals noch unter den Lebenden und an vielen Fronten damit beschäftigt, auf seine Weise die Ausbreitung der roten Weltanschauung einzudämmen. Als ich bald darauf am Springer-Hochhaus stand und gen Osten blickte, über Mauer und Stacheldraht hinweg, stand endgültig fest, dass meine Publikationen bei Ullstein oder Kontinent nicht erscheinen würden. In der „Welt“ aber wollte ich nicht mitwirken, geschweige denn in der „Bild-Zeitung“ für die der Journalist nur ein Mittel ist bei dem Erreichen eines obskuren Endzweckes.



[1] Das 1000-Opus entstand 25 Jahre später doch noch, publiziert in zwei Bänden, 2008 bzw. 2013.

 

[4] Mit wem ich denn so lange gesprochen hätte, wollte die draußen, vor der Tür, Wartende wissen, um dann, nachdem sie es erfahren hatte, nachzufragen: „wie alt ist denn diese Frau?“.

 

[5] Cornelia Gerstenmaier hatte eine jüdische Mutter – und das Altstadt-Bild Jerusalems verwies auf die jüdischen Wurzeln und die jüdische Identität.

 

  

 

Entwurf:

   Herta Müller und Richard Wagner lesen in Carl Gibsons Dissidenten-Testimonium „Symphonie der Freiheit“ – was wurde daraus? Ein Plagiat und eine öffentliche Diffamierungskampagne!

Dazu gibt es sechs – zum Teil sehr voluminöse – Bücher aus meiner Feder mit Argumenten, Fakten und zahlreichen Beweisen zur Thematik, Bücher, die, obwohl bereits in den Jahren 2014 – 2016 vorgelegt, immer noch nicht rezipiert wurden, weder „wissenschaftlich“ an deutsche Hochschulen, noch gesellschaftlich über die „kritischen“ „Medien Deutschlands.

Die beiden Akteure ließen sich mein Werk, in welchem ihr mühsam aufgebauter Lügen-Mythos von Opposition und Widerstand über Infragestellung zerstört wird, kommen und studierten es eifrig, fest entschlossen, es mit allen Regeln der Zerstörungskunst zu bekämpfen, um sich selbst zu retten. Die Mithilfe der großen Medien und die Schützenhilfe aus der hohen Politik, aus der SPD wie aus der CDU, war ihnen dabei gewiss!

Was wurde daraus? Ein Plagiat bei Herta Müller! Und der Versuch, Fragen an mich zu richten, um dann über gezieltes Kleinreden meine langjährige antikommunistische Opposition während der Ceausescu-Diktatur in Frage zu stellen.

Beides ist irgendwie gelungen: Herta Müller erhielt den - von langer Hand eingefädelten, ihr politisch zugeschanzten und höchstwahrscheinlich „eingekauften“ – „Nobelpreis für Literatur“ im Jahr 2009, obwohl noch ausreichend Zeit da war, um nach der schweren Blamage in dem „ZEIT-Artikel“ „Die Securitate ist noch im Dienst“, Ende Juli 2008 publiziert und der deutschen Politik sattsam bekannt, die Reißleine zu ziehen, um den Schaden von Deutschland abzuwenden!

Die Leute, die diesen Coup möglich machten, die in Berlin und die – später als käuflich bekannt gewordenen – Juroren vom Nobelpreiskomitee in Stockholm, werden das vor der Geschichte verantworten müssen!

Die beiden Marionetten des Systems machten nur das, was sie im Kommunismus erlernt hatten, lügen und täuschen, nebenbei auch stehlen, wobei die beiden Handlanger dderr Kommunisten sich nun voll und ganz – mit neuer Identität – in den Dienst eines anderen Dienstherrn begaben. Der dankte es ihnen mit dem Bundesverdienstverdienstkreuz, während der Schöpfer des 1000-Seiten Opus „Symphonie der Freiheit“, in dem man die dünnen Büchlein der Herta Müller verstecken kann, in eine Ecke gestellt und öffentlich ausgegrenzt wurde.

Aber auch das wird durch die Geschichte revidiert werden, nicht nur möglicherweise, sondern ganz gewiss.

 

 

Vgl. dazu:

     Der berühmte Consulting-Philosoph aus Bad Mergentheim oder die Diskreditierung des antikommunistischen Dissidenten Carl Gibson in deutschen Medien mit dem Segen der Politik.

Als der rote Löwe noch Zähne hatte - Diffamierung mit System - im Auftrag des Systems!? Wenn die Wahrheit zur Lüge wird, die Regierenden die Geschichte schreiben lassen, opportunistische Wendehälse der Diktatur zu Heroen des Widerstands und der Freiheit stilisiert werden!

Mein altes Thema: David gegen Goliath, ein tragisch-komisches Bühnenstück aus der Bundesrepublik Deutschland, aufgeführt in der Öffentlichkeit, als Ergänzung zu den einschlägigen Büchern des Rufers in der Wüste, die seit 2008 auf dem Markt sind, aber in Deutschland verdrängt werden.

Die Handelnden Personen und Institutionen:

David: alias Carl Gibson, berühmter Philosoph, Aufklärer wider Willen,

Goliath: Die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU, DIE ZEIT, etc. und Herta Müllers zweiter Ehemann, Schildknappe der Nobelpreisträgerin auch nach der Scheidung, Richard Wagner aus Lowrin im Banat, im Auftrag der „Literatin“ schmutzig unterwegs, inzwischen krank, verstummt.

Es ist alles beschrieben - die Bücher liegen vor. Die Geschichte wurde geschrieben, so, wie sie sein sollte, mit einer pervertierten Wahrheit, mit Fakten, die erfunden wurden, mit Lug und Trug als Methode - bis hin zum geistigen Diebstahl.

Für die Historiographen der Zukunft, die vielleicht einiges überprüfen und revidieren wollen, bieten sich noch ein paar lebende Zeitzeugen an, die die rote Diktatur in der Gefängniszelle erlebten, ferner Dokumente, Quellen, Anmerkungen und Fußnoten.

Für manchen ist das eine oder andere neu, andere werden sich erinnern:

Wagners Angriff auf meine Person kann man hier nachlesen:

https://www.achgut.com/artikel/die_gibsons_oder_die_banater_schwaben_ihre_selbsternannten_sprecher_und_uns

Meine Antwort steht in mehreren Büchern zur Sache. Hier nur eine Bemerkung:

Als der rote Löwe noch Zähne hatte, standen Herta Müller und Richard Wagner noch auf der Seite des Löwen, als Speichelecker der Diktatur -

als Diener der Kommunistischen Partei haben beide auf schäbige Weise ihr Auskommen gesucht, den Mächtigen gedient,

gegen die Deutschen in Rumänien,

während ich die Diktatur seinerzeit aktiv politisch bekämpfte

und auch später mein Brot in selbständiger Tätigkeit

- nahe am Buch und immer ethisch ausgerichtet -

 im Dienst von Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit verdiente.

Richard Wagners öffentlich ausgetragener Mehrfronten-Stellvertreterkrieg gegen mich in der Öffentlichkeit, von der etablierten Presse unterstützt und mitgetragen, fand ein jähes Ende mit der Erkrankung des „Dichters“ und KP-Propagandisten, den man, hier, im demokratischen Deutschland - wohl für diese wertvolle Wühlarbeit - im Auftrag und Dienst von Herta Müller, seitens der BRD mit dem „Bundesverdienstkreuz“ geehrt hat – nachdem man schon die wüste Plagiatorin für das rücksichtslose Abschreiben – bei Verletzung des Urheberrechts – auch schon mit dem gleichen Kreuz aus Blech ausgezeichnet hatte, nur in besserer Ausführung!!! Gegen meinen Protest!

Was ist das deutsche Bundesverdienstkreuz noch wert, wenn es für „Werte“ wie das Lügen, das Täuschen und das Stellen vergeben wird?

So, schreibt man Geschichte, indem man wünschenswerte Fakten einfach konstruiert, erfindet, in die Welt setzt, nein, nicht nur literarisch, sondern aktiv in der Politik, im Namen deutscher Spitzenpolitiker wie Präsident Horst Köhler, Präsident Joachim Gauck u. a.

Das Erstellen der Beweise in mehrjähriger, aufwendiger, zermürbender Weise gegen die Macht der Mächtigen in diesem Land hat mich krank gemacht – trotzdem werde ich an diesen einsamen Weg festhalten und bis zuletzt gegen die Lüge und den geistigen Diebstahl ankämpfen.

Eine Literatin, die nichts zu verlieren hat, bedarf der Scham nicht – doch einige deutsche Politiker werden sich eines Tages schämen müssen, dann, wenn man die - zu Unrecht - Protegierte fallen lassen wird wie eine heiße Kartoffel.

Meine Bücher liegen vor – und klagen an.

 

Aufklärung macht krank - war mein Kampf gegen die Umtriebe der Kommunisten in Deutschland umsonst?

Putin mache sie krank, schrie Zögling des Kommunismus Herta Müller, die privilegierte Westreisende zur Zeit der Ceauşescu-Diktatur, in einem Anflug von Entrüstung und wohl im Auftrag in einem Artikel in der „Welt“ in die Welt!

Putin, ob man es zur Kenntnis nehmen will oder nicht, ist ein Glücksfall für die westliche Welt, ganz im Gegensatz zu der „Nobelpreisträgerin“, die lügt, täuscht und plagiiert, die als eine schwere Hypothek, ja als ein Schandfleck für das einst moralisch integre Abendland betrachtet werden kann.

Mein Kampf gegen die Sendboten der Ceauşescu-Diktatur begann 2005, ist in Büchern dokumentiert, hält noch an - doch er hat mich krank gemacht, eben, weil er ohne Seilschaften, ohne politische Protektion erfolgte, nur im Dienst der Wahrheit.

Jetzt, als Genesender, kann ich wieder einige Zeilen schreiben, vielleicht auch in Buchform veröffentlichen, wenn die Krankheit besiegt ist und Körper wie Seele und Geist wiederhergestellt.

Das freche Lügen im Fall Herta Müller[1] geht weiter, nein, nicht vor Gericht, was die Akteurin mir - über ihren zweiten Mann - im Jahr 2008 androhte,

aber über Wikipedia,

an der deutschen Alma Mater,

in den Medien,

die Träger der System-Meinung sind und weiterhin die Geschichte verfälschen.

Ja, der Kampf für die Wahrheit macht krank, wenn er sich so vollzieht, wie in meinem Fall, über Jahre, wie bei Sisyphus und Don Quichotte, auch wenn Sancho Panza auf der anderen Seite aushalf, damit man ihm einen Knochen zuwirft, zum Überleben, wie einst bei dem roten Löwen in Bukarest.

Meine Bücher gegen Infamie, Lüge und Täuschung, von Kreisen, die die unbequemen Inhalte nicht erfahren wollen als „Polemik“ bezeichnet, liegen vor.

   Die Sendboten des Kommunismus

Diese Sendboten des Unheils - sie kommen als Geläuterte, ohne Katharsis, ohne Gang nach Canossa – haben aus Deutschland einen Unrechtssaat gemacht, einem Staat, in welchem der zynische Wille zur Macht regiert, die Lüge die Wahrheit längst ersetzt hat – und das Volk dem gerissenen Spiel der Täuscher zusieht, tatenlos, apathisch duldsam weil es, da von den wahren Phänomenen abgelenkt, nicht mehr folgen kann.

Notorische Lügner wie Herta Müller[2], mit Macht und viel Geld am Leben gehalten, als Mittel der selbst konstruierten Propaganda, aber auch, um über Lug und Trug noch mehr Geld zu verdienen, dürfen weiter agieren, während die Bestohlenen – außer gibt es noch andere in gleicher Situation – vor die Hunde gehen, weil ihnen – über den Boykott der veröffentlichten Bücher – die Tantiemen verwehrt werden.

Als ich im Jahr 2008 im Gefolge der „Symphonie der Freiheit“, um die Thesen des Buches, aus dem Herta Müller in unverschämter Weise abgeschrieben hat, von Deutschland aus an die Weltöffentlichkeit trat, ging ich davon aus, dass die bundesdeutsche Öffentlichkeit den moralisch untragbaren Zustand einer konstruierten, falschen Ikone, die lügt, täuscht und plagiiert, nicht hinnehmen wird.

Da habe ich mich getäuscht – und das ist auch meine Enttäuschung schlechthin, dass das Wirken der Lüge – gedeckt von der Politik – weiter geht.

Wie mehrfach anklagend hervorgehoben: der zermürbende Kampf gegen die Lüge macht die Betroffenen, die Opfer krank – trotzdem gibt es nur einen Weg bis zum letzten Gang: weitermachen, ungeachtet der Krankheit, im Einsatz für Wahrheit und Gerechtigkeit, nicht wie Sisyphus, nicht verzweifelt, sondern aufrecht, denn:

Steter Tropfen höhlt den Stein.

Was hier und jetzt geistig-moralisch in der Bundesrepublik Deutschland abläuft, wird in Zukunft über den Wert oder Unwert von deutscher Nation, insofern diese überhaupt noch da ist, und Staat entscheiden.

     Der Kommunist lügt und täuscht bis zuletzt – das Leben ohne Ethos

Einen Jüngsten Tag kennt der Gottlose nicht. Er muss nicht vor seinen Schöpfer treten und Zeugnis ablegen für sein Tun während seiner Zeit in Erdentagen, denn für ihn gibt es keinen Gott, in keiner Form, nicht einmal als Natur. Also lebt er sein Sodom- und Gomorrha der Amoral bis zuletzt, belügt die anderen und sich selbst, nur um seine niederen, schäbigen Zwecke zu erreichen, mit Mitteln der Niedertracht, denn nichts ist ihm heilig.

Inzwischen hat dieser neue Typus Untermensch als neue Inkarnation des Bösen das einst christliche Abendland unterwandert. Gut getarnt, unerkannt wurde er von - selbstvergessenen – Christen adoptiert.

 

    Carl Gibson ist unwichtig, als Philosoph, als Schriftsteller und als Bürgerrechtler – ergo schreiben wir die Vita des Dissidenten um, noch bevor der Streitbare eine Diskussionsplattform bekommt und unseren großen Coup über Fakten und Beweise auffliegen lässt!

So etwa sinnierten die obskuren Akteure des Herta Müller-Netzwerks, nachdem das Erscheinen der „Symphonie der Freiheit“, 2008, den im Folgejahr noch mit Müh und Not durgedrückten „Nobelpreis für Literatur“ zu gefährden drohte. Die ganze Liebesmüh‘ umsonst – viel Geld in den Sand gesetzt? Auf eine falsche Ikone gebaut, den Unwert als Wert inszeniert – und jetzt: des Kaisers neue Kleider als Farce durchschaut?

Bevor dieser Bursche unsere Kreise stört, die Planungen von langer Hand zunichtemacht, werden wir ihn zerstören, indem wir seine Vita und den ethisch einwandfreien Ruf zerstören. In der Tat: die „Fortsetzung der Verleumdung“, die Herta Müller dummerweise ihren konservativen Landsleuten im angeblichen Bund mit der „Securitate“ öffentlich unterstellte, wurde in der Zersetzungsarbeit gegen meine Person prinzipiell übernommen, indem Herta Müllers Mann für Grobe, Dreckarbeiter, und Altkommunist und Scharfmacher aus Diktator Ceauşescus KP, die Argumentation des Regimes in Bukarest nach der von mir auf den Weg gebrachten UNO-Beschwerde im Jahr 1982 übernahm, um mich öffentlich als dubioses, unglaubwürdiges Element erscheinen zu lassen. DIE ZEIT bot das Forum zu dieser Diskreditierung meiner Person, während ich jahrelang ohne Gegenwehr dastand., bis 2013, als mit „Allein in der Revolte“ auch meine Position öffentlich wurde. Der Artikel „Carl Gibson gegen Herta Müller“ kam viel zu spät: der Coup in Stockholm war längst unter Dach und Fach, die pekuniäre Ernte in der Scheuer.

Mit dem synthetisch in die Welt gesetzten Negativ-Image lebe ich noch heute, während die kommunistischen Saboteure aus dem Herta Müller-Netzwerk weiter damit fortfahren, der Welt zu erklären, wie unwichtig ich sei, als Mensch, Kämpfer, Literat und Geist, mit der Absicht, meine – ihnen gefährliche – Existenz zu schleifen wie Karthago, während sie im gleichen Atemzug und mit der Ausdauer der wohlgenährten Lüge weiter am Kartenhaus bauen, an einem Monument auf tönernen Füßen, verankert, nicht in fester Erde, sondern im Sand. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Einsturz erfolgt. Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann die Stunde der Wahrheit auslösen.



[1] Einige bereits publizierte Beiträge habe ich neu, leicht variiert auf dem Blog veröffentlicht und gelegentlich auf Facebook geteilt und kommentiert, z. B. am 11 Juni:

 

Das ist fast zu romantisch - diese Geschichten, eigentlich sind es üble Zoten, hörte man beim rumänischen Militär oder im Gefängnis. H. M. hat alles, was sie so aufgeschnappt hat, als "Literatur" verzapft weitergegeben, hier in Deutschland wirkt das exotisch, aus der Sicht dessen, der die rote Diktatur echt erlebt hat - als Opfer und in der Opposition - sind solche rein erfundenen oder - bei mir abgekupferten - Securitate-Stories nur blödsinnig und dumm. Diese Person ohne Bildung, ohne Wissen, ohne Charakter kann einfach nicht mehr - lügen, täuschen, stehlen! Man hat die falsche Marionette ausgewählt - und das zu spät bemerkt. Alle groben Lügen kann man nachlesen in dem ZEIT-Artikel oder in meinen Büchern zur Thematik. Herta Müller ist eine Schande für das Volk der Dichter und Denker.

[2] Das Wikipedia-Porträt der Plagiatorin, inzwischen aufgebläht, um auch damit abzulenken ist geschönt und wird von professionellen Ausputzern, die alle unliebsamen Beiträge entfernen, wohl gegen Bares, betreut. Meine Werke mit expliziten Beweisen zu Herta Müllers systematisch ausgebreiteten Lügen fehlen dort, wurden mehrfach eliminiert. Andererseits waren Helfer und Helfershelfer bemüht, mein Porträt dort bei Wikipedia zu „löschen“! So verläuft der Kampf zwischen Wahrheit und Lüge in Deutschland.

  


 


 

Wer „schrieb“ die „Symphonie der Freiheit“ und wer „schrieb nur daraus ab“? 

Herta Müller oder Carl Gibson?

Die mehrfachen „Richtigstellungen“ des tatsächlichen Urhebers zu dem irreführenden Bericht der „Wiener Zeitung“ haben sich wieder in Luft aufgelöst, während die Fehl-Information weiter besteht! 

Desinformation durch unsauberen Journalismus!?  

Mit einer Leseprobe aus: Carl Gibson, Symphonie der Freiheit, 2008. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur

 

https://www.wienerzeitung.at/archiv/69358-Literaturnobelpreis-fuer-Herta-Mueller.html


Es ist ein Katz- und Maus-Spiel: Ein schlecht informierter Journalist, der unsauber recherchiert hat, setzt Falschinformationen in die Welt; und der Autor des - seit einem Jahrzehnt vergriffenen - Buches, für das im Internetbuchhandel inzwischen 630 US-Dollar pro Exemplar gefordert werden, muss dagegenhalten und der - in die Irre geleiteten - Welt erklären, wer die „Symphonie der Freiheit“, tatsächlich verfasst und im Jahr 2008 publiziert hat.

Carl Gibson hat das Buch geschrieben – Herta Müller hat daraus abgeschrieben!

Ungestraft!

Wie in der beweisführenden Schrift „Plagiat als Methode“ Jahre danach (2014) von mir dezidiert nachgewiesen, munitionierte sich Herta Müller in meinem 1000- Seiten-Opus „Symphonie der Freiheit“, besonders in dem zweiten – durch Intrigen fünf Jahre verspätetet erschienenen - Band „Allein in der Revolte“, 2013, mit differenziertem „Securitate-Wissen“ und gab dann das - ohne Zitation – „Entlehnte“ als eigene Erfahrung aus, um sich selbst als Securitate-Opfer zu inszenieren.

Die Presse – in Deutschland ist das primär DIE ZEIT - hat einen hohen Anteil an der Irreführung der Öffentlichkeit - in diesem Fall und auch darüber hinaus.

Es würde mich interessieren, weshalb meine - rechtlich legitimen – „Richtigstellungen“ immer wieder entfernt werden! Cui bono?

Carl Gibson, Autor.

Zustände dieser Art haben zur Folge, dass die Lügen-Maskerade des Herta-Müller-Netzwerks auf die bewährte Art weitergehen kann und der Leser uninformiert oder falsch informiert bleibt

 

 

 

Hier eine Leseprobe aus dem authentischen Werk, das ohne Erfindungen auskommt:




Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur
Leseprobe aus: Carl Gibson, Symphonie der Freiheit, 2008



zum Thema kulturelle und politische Opposition im kommunistischen Rumänien.


Vor Lausanne: 

 

Gedanken an Ion Caraion - 

 

Stimme der Freiheit und nationales Gewissen? 

 

Eine Apologie!



Zum Glück brauchst du Freiheit, zur Freiheit brauchst du Mut. Perikles


Hier lebte seit einiger Zeit Ion Caraion, einer der großen Lyriker und Essayisten Rumäniens, der gerade erst zum Verlassen seiner Heimat gedrängt worden war. Nachdem wir uns vor einiger Zeit im literarisch-politischen Umfeld kennengelernt hatten, tauschten wir jetzt Briefe aus und Ideen.

Caraion war gerade damit beschäftigt, einen Essay für die von mir mitkonzipierte und kaum erst in die Welt gesetzte Kulturzeitschrift nomen zu verfassen. Mir schwebte ein Beitrag vor, in welchem die großen, schon etablierten Namen des rumänischen Exils im Mittelpunkt stehen sollten; von der Koryphäe Mircea Eliade, dem auch die Hauptlast der Kulturrepräsentanz der Rumänen im Westen aufgebürdet worden war, über den eigenwilligen Cioran, der nicht mehr rumänisch schrieb und sich auch von den Geschicken seines Herkunftslandes innerlich gelöst hatte, bis hin zu dem schwer greifbaren, doch sympathischen und politisch für die Sache des Ostens sehr engagierten Ionesco. Aus diesen Vorgaben schuf Caraion den Essay Der Konflikt zwischen dem Bleibenden und dem Vergehenden und somit den gemeinsamen Versuch, mit einem entsprechenden Auftakt den Kulturbeitrag der Rumänen zur europäischen Geistesgeschichte der Neuzeit in das Bewusstsein einer breiteren Allgemeinheit zu rücken - als Paukenschlag.

Wie andere Schriftsteller, Dichter und Kulturschaffende aus dem ehemaligen Ostblock verstanden auch wir uns als Brückenbauer und Mediatoren zwischen den Kulturen und konzentrierten uns dabei auf die Vermittlung von Themen, die im Westen nicht ganz präsent waren. Mein frühes Lenauporträt in nomen tendierte in die gleiche Richtung. Caraion, ein Meister des literarischen Essays, ging noch über meine Anregungen hinaus und plante die Ausweitung seines Beitrags zu einem größerem Projekt als Serie mit einem vertieften literaturhistorischen Einstieg, beginnend mit Tristan Tzara und anderen frühen Exilsschriftstellern bis hin zu Paul Celan, den er mit entdeckt und als Freund gefördert hatte. Über den Protagonisten des Absurden Eugène Ionesco, über den Mythenforscher Mircea Eliade und den Radikalskeptiker Emil Cioran, der aufgrund früherer reaktionärer Denkweisen bei vielen Intellektuellen in Ungnade gefallen war, also über weitgehend etablierte Namen, die als Persönlichkeiten der Geistesgeschichte, doch nicht als Rumänen bekannt waren, wollte er später noch vertieft eingehen.

Dracula - Mythos und Geschichte




Am Präsidentenpalast in Bukarest



Brückenbauer und Apostel der Freiheit - Tzara, Celan …



Seinerzeit hatte ich speziell diese wohlklingenden Namen gewählt, weil jeder von ihnen das teilweise äußerst bittere Leben im Exil dem geistig ohnmächtigen Leben unter totalitären Verhältnissen vorgezogen hatte. Statt sich der geistigen Knechtschaft zu unterwerfen, hatten sie alle den Weg der Freiheiteingeschlagen, um im Westen ein Werk zu schaffen, das ideell unterschiedlich, doch in seinem Wesen frei war. Ihre Werke wurden seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Sprachen im Westen verlegt, vor allem in Deutschland und Frankreich- und jedermann konnte ihre Bücher im Buchhandel an der Straßenecke erwerben oder in der Bücherei ausleihen. Sie waren inzwischen Teil der freien Welt geworden. Wer war prädestinierter über diese Autoren und ihre Werke zu schreiben als Ion Caraion, ihr Zeitgenosse und Wegbegleiter, der selbst viele Jahre für das freie Wort eingetreten war und dafür bitter gebüßt hatte. Ein Grund, an Caraions Integrität zu zweifeln, hatte ich damals nicht.

Doch was verband mich mit den großen Namen? Was schätzte ich an ihrer Haltung, an ihrem Ethos, an der Botschaft ihres Werkes?

Tsara- das war der unbedingte Mut zum Experiment.

Celan- das war die Kraft, an der deutschen Sprache fest zu halten, nach dem Unfassbaren, an der Tradition der Dichter und Denker festzuhalten.

Cioran- der Nietzsche-Enthusiast und notorische Neinsager, über Schopenhauer hinaus, der gefährliche Denker und Provokateur - er widerstand den Verlockungen der bürgerlichen Gesellschaft und ihren Preisen und Ehrungen, ohne sich vereinnahmen zu lassen. Dafür lebte er konsequent über Jahrzehnte in bitterster Askese zwischen Einsamkeit und Melancholie wie nur noch Diogenes der Hund, um seine Freiheit zu wahren und die Freiheitseines Denkens, und somit eine Haltung, die vielen gegen den Strich geht, eben weil sie kompromisslos und gnadenlos ist.

Etwas von dieser Kompromisslosigkeit in geistigen Dingen hatte ich selbst durchlebt und dabei auch den Schmerz des Verzichts kennengelernt. Ihn zu ertragen, indem vielen Eitelkeiten widerstanden wurde, empfand ich als bewusstes Leben. Und Eliade?

Ein Bekannter aus Heidelberg, mit dem ich in kurzer Zeit einige hundert Briefe austauschte, über Literatur und über Gott und die Welt, übersetzte gerade eines seiner Bücher über einen Hasenmythos der Indianer; was faszinierte mich an ihm? Er war fast am gleichen Tag geboren wie ich; ein Fisch, der es mit allen konnte; er war ein Bücherwurm, wie auch ich einer war, ohne damals je seinen Namen gehört zu haben; er rezipierte Papini mit der gleichen Begeisterung, wie ich es tat - und er praktizierte die Alchemie des Wortes - die seltene Kunstfertigkeit, aus Stroh Gold zu spinnen, wie ich sie so oft im Leben auch anwenden musste, um nahe an der Literatur in Würde zu überleben.

Eliade war eine faustische Natur; einer, der alles wissen wollte, von den Untiefen des Alchemischen und dem Urgrund der Wesenheit bis in die höchsten Sphären der Metaphysik. Er war ein Erkenntnis suchender Geist und zugleich eine archaischer; er war ein äußerst produktiver Schriftsteller, der gerne und viel schrieb, der im Rausch schrieb, der in einer Woche einen Roman verfasste, während andere ein Exposé entwarfen, der zwanzig Werke plante, während andere über Jahre an einem herumdokterten; ein Dionysiker, ein Mann des Ekstatischen, der auch im Taumel Werke schuf - aber er war auch ein Forscher von Weltruf, ein Wissenschaftler par excellence und ein offener Freigeist, der ging, als er die Freiheit bedroht sah - wie ich auch ging und Caraion und andere.

Eliades Erinnerungen klingen mit den Worten aus: Und trotzdem spürte ich, dass wir uns der Periode näherten, die ich vorausgesehen und seit meiner Studienzeit gefürchtet hatte, die Periode, die ich in meinem Innern „die Zeit, in der wir nicht mehr frei sein werden zu tun, was wir wollen,“nannte. Es handelte sich dabei nicht um die Sehnsucht nach einer anarchischen und asozialen Freiheit, sondern um die Freiheit, gemäß unser eigenen Berufungen und Möglichkeiten schöpferisch tätig zu sein. Im Grunde genommen ging es um die Freiheit, „Kultur zu machen“, die einzige Freiheit, die ich vorläufig ausschlaggebend hielt für uns Rumänen. Zu dem Zeitpunkt, als sich der Himmel über Rumänien verfinsterte, um lange Jahre der Diktaturen einzuleiten, einer monarchischen, einer braunen und einer blutroten, im Jahr 1937, versiegte auch die Freiheit. Eliade ging - und ihm folgten viele.

Mich selbst sah ich als vorläufigen Endpunkt einer langen Tradition freiheitlicher Bestrebungen, die anhalten und unbedingt weiter geführt werden mussten. Die Freiheit sollte auch für alles Künftige das Leitmotiv werden, die Bedingung, ohne die nichts geht und aus der alles emaniert. Denn 1981 standen die Reihen der Kommunisten noch eng geschlossen; und von der nahen Freiheit war noch kein Windhauch zu spüren. Rumänien war fern, isoliert, für viele unbedeutend und wurde genauso ignoriert wie die dort erbrachten intellektuellen Leistungen der wenigen wahren, aufrechten Intellektuellen, die noch nicht resigniert hatten und unter den Bedingungen eines totalitären Systems weitermachten.



Kirche, Bukarest







Der Wahlverwandte



Caraion hatte sich kaum erst mit Frau und Kind in den Westen abgesetzt, verweilte kurz in Frankreich und fand dann rasch in der Schweiz politisches Asyl. Er kam, knappe zwei Jahre nach meiner Ausreise, der eine Verurteilung wegen anarchischer und asozialer - sprichnichtsozialistischer Umtriebe vorausgegangen war.

Zunächst sah ich in Caraion nur den homo litteratus, den Dichter, den virtuosen Literaturanalytiker und Vermittler, weniger den politischen Menschen, der zunehmend mehr in die Rolle des antikommunistischen Dissidenten schlüpfte. Als Poet und Literat litt Caraion darunter, dass die poetischen Leistungen, die in einer engen, schwach verbreiteten Sprache erbracht werden, nicht adäquat rezipiert und gewürdigt wurden. Als Mensch kränkte es ihn aber noch mehr, dass auch die Botschaft, die aus den Diktaturen des Ostens herüber schallte, genauso wenig gehört wurde wie das literarische Wort: Ich schreibe aus der Überzeugung heraus und für die Überzeugung, dass keine Kunst innerhalb der Grenzen des Kompromisses konzipiert werden kann - und außerhalb der Freiheit. Wenn wir nicht in der Lage sind, für unseren Glauben zu sterben, bedeutet dies, dass wir überhaupt keinen Glauben haben und dass wir innerhalb unserer Kunst nicht mehr zählen als geweißte Grabsteine, sagte er in einem Gespräch mit Vahé Godel, das im Februar 1982 in der Tribune de Genèveerschien. Die Temeschburger Linken um Herta Müller und Richard Wagner, die im Kompromiss verweilten und dort, wo sie kritische Akzente setzen wollten, den falschen Feind fokussierten, hätten diese Haltung beherzigen können. Und die meisten etablierten Schriftsteller im Land ebenso.

DieFreiheit der Kunst war Caraion ein hohes Anliegen, weil aus ihr die Freiheitund Selbstbestimmung des Individuums resultieren. Lenau hatte seinerzeit am französischen Vorbild orientiert genauso argumentiert. Und ich fühlte in den Jahren der politischen Opposition ebenso. Diese Haltung, die Caraion schon während der Zeit der rechten Diktatur aufrecht erhielt, damals als Pazifist mit klarer Poesie gegen den Krieg; dieses Ethos, das ihn bald darauf, nachdem der erste Enthusiasmus des Ausbruchs in eine neue Zeit, die ihn erfasst hatte, verflogen war, auch mit den Kommunisten in schwere Konflikte brachte, bestimmte unsere Wesensverwandtschaft. Wir verstanden uns, wie es den Anschein hatte, auf Anhieb, weil wir von den gleichen Ideen und Aspirationen getragen wurden. Ion Caraion, ein Männlein mit einem enigmatischen Blick, schwach und zerbrechlich, der eher dafür geschaffen schien, einen Federkiel zwischen den Fingern zu halten als auf den Barrikaden zu kämpfen, war ein Linker, der zum Teil von Repräsentanten der rechten Exillandschaft, die schon lange im Westen lebten, argwöhnisch beäugt wurde. „Was willst du eigentlich mit diesem Caraion?“ hielt mir eines Tages ein Konservativer vor und ergänzte verächtlich: „Das ist doch ein Kommunist, ein Ultralinker und dazu noch privilegiert … er war einer der wenigen Schriftsteller, die je in den Westen reisen durften, er, als Repräsentant der Sozialistischen Republik … “

Aus dem antifaschistischen Widerstand kommend hatte Caraion an der Begründung der Zeitung Scînteia - der Funke - mitgewirkt und war einige Zeit Redakteur dieses Sprachorgans der Kommunistischen Partei. Das machte ihn einigen konservativen Exilanten suspekt. Trotzdem war er gleichzeitig ein scharfer Kritiker jener selbst erklärten Kommunisten gewesen, die sich inzwischen sehr weit von dem einst erstrebten idealistischen Weg entfernt und das Land in totalitäre Verhältnisse gesteuert hatten.

Während andere ihn auch als potentiellen Informanten des rumänischen Geheimdienstes Securitate mieden, denn eine Absetzung mit Frau und Kind war alles andere als alltäglich, sah ich in ihm damals nur den Verfolgten, den stigmatisierten Literaten und Humanisten, der elf Jahre Gefängnishaft hinter sich hatte. Für welches Vergehen oder Verbrechen? Gesinnungshaft für das Verfassen von zwei Essays, Die Krise des Menschen und die Krise der Kultur, skurrilerweise auch für die Weigerung, überhaupt nicht mehr publizieren zu wollen und bald darauf für die Edition einer als kosmopolitisch verschrienen Edition sowie für die offen formulierte ideologische Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Kommunismus: sprich - für eine scharfe Zunge, für freie Gedanken und für ein freies Wort. Der Dichter hatte mir damals eine Selbstcharakterisierung zukommen lassen- in seiner unverwechselbaren und deshalb auch nur schwer fälschbaren Handschrift, deren Aussagen ich glaubte.

Als der ehemalige Illegalist Caraion, nach 1945 kaum über Zwanzig, von einer Stimmung des allgemeinen Neuanfangs getragen, als Kommunist agierte, war er, etwas naiv vielleicht wie manch andere Künstler auch, von Weltverbesserertum erfüllt. Die kommunistischen Machthaber dankten ihm sein Engagement für die gute Sache mit langen Jahren Freiheitsentzug, der ihn in nahezu alle berüchtigten Gefängnisse des Landes führte. Aus eigener Erfahrung wusste ich, was ein Tag im Gefängnis bedeutet, wie schwer eine Woche vergeht und gar ein Monat. Was waren da ganze Jahre in einem Vernichtungslager am Schwarzmeerkanal oder bei Schwerstarbeit unter Tage? Wer viele Jahre seines Lebens in stalinistischen Gefängnissen verbringen musste, konnte kein Freund des totalitären Regimes in Bukarest sein, kein Kollaborateur, als den man Caraion in den letzten Jahren präsentierte. Das Faktische wog schwerer als die von der Securitate in Umlauf gebrachten Verdächtigungen und Gerüchte, gegen deren verheerende Wirkung sich Caraion bereits 1982 öffentlich zur Wehr setzte.

Damals fand er noch Gehör. Heute ist er tot und kann sich gegen späte Anschuldigungen, die von bestimmten Kreisen am Leben gehalten werden, nicht mehr wehren. Er berichtete mir von einer groß angelegten Kampagne der Sicherheitsleute um Eugen Barbu in der Zeitung Săptămăna gegen ihn mit dem Ziel, ihn im Westen zu diskreditieren und zu isolieren. Săptămăna, deutsch Die Woche, war das inoffizielle Sprachorgan der Securitate, das Insidern wie Barbu und Tudor zur Verfügung stand, um vor allem Repräsentanten des Exils zu kompromittieren, wobei die Securitate zu diesem Zweck großzügig ihre Archive öffnete und bereitwillig kompromittierendes Material zur Verfügung stellte.

Caraion verwies darauf - und ich glaubte ihm. Elf Jahre ärgsten Stalinismus überlebt zu haben - das genügte mir, um das Vertrauen zu Caraion aufrecht zu erhalten. Andere bürgerliche Demokraten aus der Bundesrepublik, Frankreich bis hin nach Israel sahen die Dinge ebenso. Caraion war ein eindeutiges Systemopfer, dem man unbedingt vertrauen musste. Er war das redende Gewissen seiner Nation, ein Gewissen überhaupt. Keiner aus dem weiten Kreis jener, die ihn schätzten, hätte ihm einen Januskopf zugetraut, ein zweites Gesicht.

Ion Caraions erster großer Wurf als Publizist war das Agora-Projekt; eine internationale Lyrik-Anthologie mit sehr bekannten Namen, die er bereits 1947, in den finsteren Jahren des Stalinismus, zusammen mit Virgil Ierunca in Bukarest ins Leben gerufen hatte. Nobelpreisträger Eugenio Montale wirkte mit und steuerte unveröffentlichte Manuskripte bei. Und neben ihm seine nicht minder bekannten Landsleute Umberto Saba und Salvatore Quasimodo. Drei Gedichte von Paul Celan wurden hier erstmals einem internationalen Publikum vorgestellt.

Caraion war als Dichter ein erstrangiger rumänischer Lyriker von europäischem Format. Manche hielten ihn für den bedeutendsten rumänischen Lyriker der Gegenwart und nannten seinen Namen gleich nach Tudor Arghezi und auf einer Ebene mit Lucian Blaga. Hingegen ignorierten ihn sein Vaterland und die Literaturwissenschaft der DDR ganz. In dem Sammelband Literatur Rumäniens 1944 bis 1980 in Einzeldarstellungen, der 1983 in Berlin erschien, fehlt das Portrait Caraions. Dagegen sind alle systemkonformen Dichter und Schriftsteller aufgeführt bis hin zu Caraions Intimfeind, dem Securitatemann Eugen Barbu und dem Ceauşescu-Lobhudler Adrian Păunescu, der später Caraion als Verräter denunzieren sollte. Eugen Barbu und sein Ziehsohn Vadim Tudor gründeten nach der Revolution die Großrumänienpartei, ein Hort für Hass und Hetze, und betreiben auch heute noch von jener Plattform aus das Spaltungswerk, das die Securitate nicht mehr vollenden konnte. Caraion hingegen, eines ihrer ersten Opfer, galt im sozialistischen Rumänien des Jahres 1981, nachdem sein fluchtartiges Absetzen bekannt geworden war, nur noch als Unperson. Nur wenigen Beobachtern ist überhaupt bekannt, dass Barbus Diskreditierungskampagne in dem Wochenblatt die Ausreise des Dichters erst erzwungen hatte.

Ab jenem Zeitpunkt war er als Literat genauso abgeschrieben wie Goma und alle anderen im Exil lebenden Dissidenten und Geistesgrößen der Rumänen. Seine Bücher wurden aus den Regalen genommen und sein Name durfte nicht mehr erwähnt werden. Seitdem er sich dann im Radiosender Freies Europa öffentlich gegen die Machthaber im Land gestellt und das selbstherrliche Diktatorenpaar in scharfer Polemik gegeißelt hatte, galt er als Staatsfeind, der unbedingt ausgeschaltet werden musste. Das Risiko, welches er dabei einging, indem er sich und seine Familie gefährdete, sahen seine späteren Kritiker nicht mehr.






George Enescu Museum, Bukarest





Januskopf und Chamäleon oder Opfer des langen Arms der Revolution?



Als der Fall Artur publik wurde, jene Akte, die Caraion als angeblichen Kollaborateur der Securitate seit 1964 entlarvte, waren fast alle gegen ihn - das Pro wurde nicht mehr gesehen. In seinem Fall, der wirklich ein Fall ist, ein sehr interessanter sogar, weil aus ihm die gesamte sozialistische Wirklichkeit hervorscheint, gibt es vorerst nur ein Kontra. Während dieses Buch geschrieben wurde, musste ich, um der Tendenz Rechnung zu tragen, zumindest ein Fragezeichen über mein Kapitel setzen - ohne Überzeugung! Unsicher geworden fragte ich bei Kollegen herum, die Caraion schon vor Jahrzehnten näher gekannt hatten und an deren Wort ich nicht zweifelte. Genaues wusste keiner. Doch einiges erschien plötzlich plausibel und belastend für den Dichter. „Ja, Caraion!“ schrieb mir Dieter Schlesak, der an der Seite des Repräsentanten des Rumänischen Schriftstellerverbandes Caraion etwa im Jahr 1968 zum ersten Mal in den Westen gereist war: „Wahnsinn, dass ich mich erinnern muss. Artur? Kannte den Namen erst seit 2001. Damals, ich hatte meine erste Westreise mit ihm nach Mondorf gemacht, war er ein Held für mich. Dann irgendwie in den Trinknächten, gab er was preis, ja, schien beichten zu wollen. Jedenfalls war es seltsam, dass er alle rumänischen Exilintellektuellen treffen wollte. Aber seltsam auch, dass er aushorchte. Und vorher und später mich mehrfach zu sich einlud, den Edlen spielte, den Verfolgten, mein „Freund“ wurde, schon in Bukarest, o Gott, o Gott, welch ein Monstrum. Jetzt erst kommt alles raus. Und 1945 war er mit Ceauşescu befreundet, sie wollten eine Zeitschrift herausgeben. Er war ja auch Illegalist gewesen. Vielleicht muss ich mal was darüber schreiben! War auch angesetzt auf mich.“Soweit die Stimme eines möglichen Opfers aus der Rückschau.

Was kannte ich von Caraions Kunst, bevor wir uns im Exil begegneten? Nicht viel. Einige seiner expressionistischen Gedichte hatte ich überflogen, die ihn fern mit Baudelaire und den französischen Symbolisten verbanden, über die er vertieft gearbeitet hatte. Und einen langen Essay über Tudor Arghezi als Einleitung in dessen Werk, in welchem er auch über sich sprach und über das Agora-Projekt. Dann einen weiteren Essay Bacovia. Das sich fortsetzende Ende, ein Beitrag über den großen Einzelgänger im rumänischen Expressionismus, zu dem ich - als sechzehnjähriger Schüler mit seinen depressiven Blei-Versen konfrontiert, noch keinen angemessenen Zugang hatte.

Caraion war zudem ein Meister des komplexen Essays, wie ich ihn liebe. Als Essayist verkörperte er den inzwischen zur raren, ja aussterbenden Spezies gewordenen poeta doctus par excellence, der seinen Übersetzer mehr forderte als viele andere Geistesgrößen der Zeit. Davon konnte ich als Übersetzer seines nomen-Beitrags, den ich nur mit viel Mühe ins Deutsche übertrug, ein Lied singen. Als Poet war er ein auch an Bacovia geschulter Expressionist, der die Tiefe des Poetischen, die der rumänischen Sprache und Kultur innewohnt, zu höchster Kunstfertigkeit steigern konnte - leider, wie so oft, unübersetzbar, schon gar nicht in eine germanische Sprache. Von allen Lyrikern der Gegenwart hat er die Möglichkeiten des Rumänischen vielleicht am weitesten ausgelotet.

Und heute wird der tote Dichter mit dem Vorwurf konfrontiert, angesichts seines ethischen Versagens verblasse die ästhetische Leistung! Welch ein Hohn? Doch die textimmanente Interpretation wird anders urteilen. Als politisch Denkender und als Mensch erschien er mir als ein aufgeklärter Idealist, ein unerschütterlicher Himmelsstürmer, der für seine antitotalitäre Haltung auch zu leiden bereit war:„Meine Feststellung, Faschismus und Kommunismus seien im Prinzip die gleiche Sache, hat mir eine Verurteilung zum Tode eingebracht“, sagte er mir eines Tages in einem Gespräch, als wir am Ufer des Genfer Sees promenierten und etwas von der Freiheit genossen, die uns das Leben doch noch geschenkt hatte: „Für sie war ich schon damals ein obskurer Vaterlandsverräter, ein Freund des Westens, der mit bürgerlichen Decadents Umgang pflegte, der im Reich des Kapitals seine Gedichte zu veröffentlichen trachtete, ein Klassenfeind und Kosmopolit, der das eigene Schicksal und das Schicksal der Welt über das Vaterland stellt … und sie haben es mich büßen lassen, in ihrem Vernichtungslager am Donau - Schwarzmeerkanal und dann in den Bleiminen von Cavnic und Baia Sprie, wo wir, tausend Meter unter der Erde, bei nackten Leibe und heißen Dämpfen schuften mussten wie Galeerensklaven und auch wie jene krepierten … Als dann im Jahr 1964 die große Amnestie kam und nahezu alle politischen Häftlinge entlassen wurden, war ich nur noch Haut und Knochen. Wenn es noch eine Weile so weitergegangen wäre, hätte ich nicht überlebt.“ Ion Caraion wurde kurz vor der Amnestie aus der Haft entlassen, nachdem er fünf von fünfundzwanzig Jahren verbüßt hatte.

Seine Story erschien mir authentisch und über jeden Zweifel erhaben, während andere in späterer Rückschau zur Auffassung neigten, Caraion hätte damals, unmittelbar vor der Entlassung am Ende seiner Kräfte angelangt, psychisch in die Enge getrieben und unmittelbar vor der Verzweiflung stehend, einen Pakt mit dem Teufel unterschrieben, um überhaupt frei zu kommen. Der Preis der eigenen Freiheit sei nicht die überantwortete Seele gewesen, sondern die eindeutige Kollaboration mit der Geheimpolizei und die spätere Denunziation von regimekritischen Schriftstellerkollegen.

War Caraion eine tragische Gestalt, ein Opfer, das aus existentieller Not handelt und dabei sein Gewissen in die Waagschale wirft, wegwirft - ein Heros, aus dem ein Antiheld wird? Solchen Überlegungen hätte ich damals nicht folgen können. Sie wären mir abstrus und literarisch forciert erschienen. Und auch heute kann ich die nicht voll substanziierten Thesen kaum ernst nehmen. Unveröffentlichte Manuskripte aus den Archiven der Securitate, die um 1995 von der Nachfolgeorganisation SRI der Familie zurückgegeben wurden, entlasten Caraion. Denn daraus spricht kein verhätschelter Zögling und Informant des Systems, sondern ein fast mittelloser, in die Enge getriebener Autor, der sich mit der Zensur herumschlägt, weil diese ihm die Interpretation seines Preda-Essays vorgeben will und ein verzweifelter Familienvater im Zwist mit seiner Frau, weil er nicht weiß, woher er die 100 Lei nehmen soll, um das fiebernde Kind ärztlich behandeln zu lassen. Es wurmt ihn mit ansehen zu müssen, wie servile Diener der Partei, Stalinisten von gestern, ihr Süppchen kochen, ihn verlachen und die Straßenseite wechseln, wenn er kommt; und dass diese Leute, deren Poesie sich verbreitet wie die Fliegen, Worte wie Ethik und Moral im Munde führen, dabei ihre kaum erst begangenen Verbrechen vergessen. Das war im Jahr 1971, also zu einer Zeit relativer Liberalität und Aufwärtsentwicklung im Land.

Darüber hinaus spricht alles, was Caraion im Westen unternahm, was er an antikommunistischer Dissidenz und Agitation entfaltete, gegen eine Vereinahmung durch die Staatskommunisten. Konnte ein potentieller Agent der Securitate, der in den Westen geschickt wurde, um das geistig-literarische Exil zu destabilisieren, über Radio Freies Europa vehement und zynisch gegen Bukarest wettern und den Menschen ins Gewissen reden, nur um eine perfekte Tarnung aufrecht zu erhalten? Caraion hat das Diktatorenehepaar wüst beschimpft, für meinen Geschmack sogar zu wüst! War das etwa die Tarnung des Chamäleons, eine Maske unter vielen?

Auch daran weigerte ich mich zu glauben. So etwas war theoretisch denkbar, in der Praxis aber höchst abwegig. Caraions Gesundheit war nach langjähriger Schwerstarbeit unter Tage bei hoher Strahlenbelastung und permanenter Vergiftung stark angeschlagen, ja zerstört. Nach der Entlassung wies er physische Verletzungen auf und war mit Tuberkulose infiziert - nur sein Geist war noch immer rege und der Wille, die verlorene Zeit wettzumachen und poetische Werke zu schaffen. Trotzdem war er ein Gezeichneter.

Die schwere Haft, die unzähligen Verhöre über dreißig Jahre, teils innerhalb, teils außerhalb der Gefängnismauern und das immer unerträglicher werdende Dasein eines Verfolgten, eines Exponierten und Angefeindeten außerhalb der Zelle, doch innerhalb weiterer Schranken und Grenze, überlebt man nicht ohne Schäden an Leib und Seele. Wusste ich doch selbst, was politische Häftlinge alles erdulden müssen und was es bedeutet, den sozialistischen Alltag zu Tag für Tag zu meistern. Wie oft hatten wir die RFE-Sendung Die Geschichte der Rede - Vergessene Seiten, Zensierte Seiten, Exilierte Seiten, verfolgt, die Caraions literarischer Kompagnon von einst Virgil Ierunca aus dem Pariser Exil moderierte? Hundertfach waren die stalinistischen Haftbedingungen dort geschildert worden, plastisch und realitätsnah aus der Sicht von Augenzeugen. Politische Freunde, die ähnliches durchgemacht hatten, erhärteten die Fakten zusätzlich. Bis 1964 hatte Caraion diese von Alexander Solschenizyn in die Weltliteratur eingebrachte Schreckenszeit stalinistischer Haft voll miterlebt. Doch er ließ sich nicht unterkriegen und fand, wieder in relative Freiheit gelangt, zu ungeheuer Produktivität, so als wollte er in kurzer Zeit all die Jahre des Stumpfsinns und des Nichtstuns wieder aufholen. Nahezu jährlich legte er einen Gedichtband vor.

Ienei-Kirche, Bukarest

Wie kam es aber, dass er, der lange Zeit Stigmatisierte, nun doch so großzügig veröffentlichen durfte? Das fragte auch ich mich später einmal, als ich die bibliographischen Auflistungen überflog, die er mir geschickt hatte. Was führte dazu, dass er zum Chefredakteur einer literarischen Zeitschrift aufstieg? Und dass er im Rumänischen Schriftstellerverband seine Position ausbaute, immer einflussreicher wurde und den Verband auch im Westen als Aushängeschild repräsentieren durfte? Waren es nur die talentierten Gedichte, die zu enigmatisch waren, um vom Zensor gestoppt zu werden, die seinen Ruhm als Dichter begründeten? War es allein die Fachkompetenz, die seinen Aufstieg förderte? Oder waren es ganz andere Faktoren, die seinen Stern kometenhaft aufsteigen ließen?

Protegierte und begünstigte ihn jetzt gar der Geheimdienst - oder hatte er einen noch mächtigeren Mentor, ganz oben vielleicht?

Spätere Gerüchte, die der Literaturkritiker Nicolae Manolescu im Jahr 2006 anlässlich der Buchpräsentation zum Fall Artur, Caraions Pseudo-Pseudonym, verbreitete, unterstellen ihm, er hätte den oft geschmähten, späteren Staatschef Nicolae Ceauşescu persönlich sehr gut gekannt. Angeblich wollten die drei Linken Caraion, Ierunca und Ceauşescu in frühstalinistischer Zeit eine gemeinsame Zeitschrift herausgeben, ein kommunistisches Propagandablatt! Eine Legende? Nicolae Manolescu, als kulturelle Autorität zum Mitglied der späteren Präsidialkommission zur Analyse der kommunistischen Diktatur in Rumänien berufen, dürfte kein Interesse haben, abenteuerliche Thesen und Gerüchte in die Welt zu setzen. Wenn seine Informationen, die allerdings nirgendwo belegt sind, tatsächlich stimmten, würden sie manches erklären.

War Caraion doch ein Chamäleon? Ein Proteus der Literatur, der einen eigenen Modus vivendi gefunden hatte, um im sozialistischen Alltag doch noch zu überleben? Darauf konnte ich damals nicht kommen, weil seine Vita dagegen sprach. Also vertraute ich ihm weiter und schob leise Bedenken anderer arglos beiseite. Über die konsequent kommunismuskritische Haltung hinaus hatte das Geschaffene in meinen Augen absolute Priorität, das vorliegende Werk, zahlreiche Gedichtbände und die Essays. Teilweise wurde ihr Erscheinen sicher auch durch die Liberalisierungstendenzen der späten Sechziger und frühen Siebziger Jahre, die noch mit einem Anstieg des allgemeinen Lebensniveaus im Land einhergingen, begünstigt, bevor die einsetzende Minikulturrevolution in Bukarest das Rad der Geschichte noch einmal massiv zurückzudrehen suchte.


In Bukarest





Existenz und Ethos - Haltung und Botschaft




Ion war ein leiser, desillusionierter Skeptiker, dem der freie Gebrauch des Wortes in den Jahren des Stalinismus viel Leid beschert hatte. Als Persönlichkeit entsprach er genau dem Typus, nach dem ich während meiner Dissidenz immer wieder Ausschau gehalten hatte, ohne ihn in der Provinz zu finden. Hier in Lausanne, wo ich ihn in seinem Appartement besuchen und auch seine Frau Valentina und Tochter Marta kennen lernen sollte, hatte er nach vielfachen Auseinandersetzungen mit den Zöglingen des Systems und manchen Schikanen im Land, nach Anfeindungen und Diffamierungen, Zuflucht gefunden und verlebte, ganz dem literarisch-publizistischen Schaffen gewidmet, in höchst bescheidenen Verhältnissen - doch in Freiheitund Würde - die letzten Tage seines Schweizer Exils.

„Ich kämpfe mit der Armut“, schrieb er mir damals in einem Brief, in welchem er mich gleichzeitig vehement aufforderte, ungeachtet der Enttäuschungen, die ein geistiger Mensch in einer geistfeindlichen Welt erleben muss, unbeirrt weiter zu machen. Traduttore, tradittore? Diesen Ezra Pound gemachten Vorwurf konnte ich nicht auf Caraion beziehen. Zu viel sprach dagegen. Er hatte viel erlitten, ohne zu resignieren - und er wusste, wovon er sprach.

Eines seiner letzten Projekte war die Zeitschrift Correspondances, die nominell an Baudelaire erinnerte und sich wiederum der Veröffentlichung lyrischer Texte widmete. Es war der späte Versuch einer Wiederbelebung des Agora-Paradigmas, das die Dichter der Welt, darunter viele Exilierte, in ihrer heimatlichen Sprache vereint - in der Art eines symphonischen Zusammenklangs in Versen und Rhythmen. Im ersten Heft gab es noch Texte von Ernst Jünger und Michel Butor. In den beiden weiteren Nummern fehlten aber die ganz großen, international bekannten Namen, jene big names, die in der modernen Welt den kommerziellen Erfolg garantieren. Unter dem Titel Don Qichotte gab er eine Anthologie heraus; und eine weitere Zeitschrift war, wie er mir schrieb, noch geplant - 2 Plus 2, eine Art Fortsetzung von Correspondances.

Viele gute Aussprüche und treffliche Zitate erinnerten mich an Ion und manch deftige, tiefgründige Anekdote, die er, sub rosa, bei gelegentlichen Treffen nur mündlich zum Besten gab. Allein schon der Name, der, was ich zunächst nicht wusste, ein Pseudonym war, amüsierte mich - denn er klang wie eine pointiert ironische Selbstparodie, und er war gleichzeitig Programm. Früher waren mir in Temeschburg Schriftsteller begegnet, die die Decknamen wechselten wie die Chamäleons die Farben, Dichter, die unter den Faschisten unter einem Namen schrieben, später unter den Stalinisten und Kommunisten unter neuen Namen; die die Farben wechselten und ihre Überzeugungen wie andere die Unterhosen - mich zu einer Satire inspirierend, die ich mit Club der Chamäleons überschrieb. Hatte sich auch Ion in der Auseinandersetzung mit Braunen und Roten einen Bazillus eingefangen und als Mittel gegen die Infektion eine zeitspezifische Überlebensstrategie entwickelt? Darüber dachte ich vor fünfundzwanzig Jahren nicht nach! Ion war in unseren Begegnungen nett, recht witzig - und immer mild human mit einem leichten Zug von desillusionierter Misanthropie: „Was kann ich dafür“, meinte er eines Tages, als wir über das Walten des Bösen in der Welt sprachen, recht verbittert darüber, dass die von den Kommunisten zementierten Machtstrukturen noch lange anhalten werden, „wenn die Läuse den Platz der Menschen eingenommen haben!“

Er hatte das Gefühl, niedere, gehirnlose Geschöpfe würden die Geschicke der Zeit bestimmen. Im Jahr 1982 erschien in München eine seiner letzten Buchpublikationen in rumänischer Sprache. In dem Band Die Insekten des Genossen Hitler sind kleinere Aufsätze und Interviews enthalten, in welchen der Literat zurückblickt, Bilanz zieht und auch abrechnet. Viele Rechnungen, die in einer Diktatur nicht beglichen werden konnten, waren noch offen. Und jetzt war der Maulkorb weg. Einiges an Hass hatte sich wohl angestaut in all den Jahren des nicht immer würdigen Überlebenskampfes. In dem Begriff Genosse Hitler, ein Synonym ehemaliger Häftlinge für den Partei und Securitate-Apparat ihrer Zeit, laufen die beiden großen totalitären Ideologien des 20. Jahrhunderts zusammen, rote Genossen und braune Genossen.

Auch in mir sah Caraion ein Opfer der Insekten, das früh angeknabbert worden sei. Eine Widmung von damals, die er mir in eines seiner Bücher schrieb, erinnert mich daran. Es wäre Zeitvergeudung, die Insekten des Sozialismus bekämpfen zu wollen, meinte er voller Resignation. Nicht ist es unser Los, ein Fliegenwedel zu sein, argumentierte einst Nietzsche ganz allgemein in Zarathustra. Caraion, der übrigens als junger Dichter mit der Zeitschrift Zarathustra debütierte, steigerte den verachtenden Sarkasmus noch indem er die besonders niederträchtigen unter den intellektuellen Handlangern der Partei mit den Worten geißelte: „Schmeißt nicht mit Steinen auf sie - ihr beschmutzt die Steine!“







Gigantomanie?
Zu groß für eine gewöhnliche Kamera.
Stalinistische Baukunst.

Libertate - Freiheit in meiner Sprache …



Sein wohl letzter Band ist das Bekenntnis eines Zeitzeugen, der scharf ins Gericht geht, und der erstmals vor einem großen Auditorium frei sprechen darf. Der vom US amerikanischen State Department finanzierte Sender Radio Freies Europa mit dem Sitz im Englischen Garten von München bot ihm diese Plattform. Er konnte nun vor einer ganzen Nation sprechen. Eine Verlockung. Zwei Jahre vor Caraion saß ich an der gleichen Stelle und sprach vor dem gleichen Publikum - mit einer gewissen Genugtuung, doch nicht im Triumph und so sachlich wie möglich. Caraion, dem dort auch ein Mitarbeiter-Vertrag angeboten worden sein soll, ging weit darüber hinaus und sprach sich nicht nur frank und frei den angestauten Ärger und Stress von der schon schwerkranken Leber weg; er steigerte die Abrechnung mit der kommunistischen Welt, die er verlassen hatte, zu einer Orgie von polemischen Beschimpfungen, wie ich sie kaum für möglich gehalten hätte.

Alles, was sich in den elf Jahren Haft und in den unfreiwilligen, unwürdigen Jahren danach an Hass und Ressentiments festgesetzt hatte, schien sich in jenen Interviews zu entladen, eruptiv und unkontrolliert, wie beim plötzlichen Ausbruch eines Vulkans. Dabei wurde der stammelnde Diktator genauso aufs Korn genommen wie seine stets übergelaunte Gattin, der Caraion die Boshaftigkeit und den Verstand eines Affen attestierte. Nicht verschont blieben natürlich die Helfer und Helfershelfer des Systems, die Speichellecker und Hofdichter, die Schergen des Geheimdienstes, für die Caraion die übelsten Epitheta fand, die seine Sprache hervorzubringen im Stande war.

Handelte so ein Agent der Securitate, der in den Westen reiste, um die geistige Struktur des Exils zu unterwandern? Jegliche Logik sprach dagegen. Oder handelte die Securitate nach der Chaostheorie, den Gesetzen des Irrationalismus und des Absurden folgend? Caraions hochgradig von Bitterkeit bestimmter Abrechnungsfeldzug, der vielleicht auch darauf abzielte, sein neues Image als antikommunistischer Dissident zu schärfen, war eine direkte Antwort auf die Diskreditierungskampagne, die das totalitäre Regime gegen ihn gestartet hatte. Das bloßgestellte Imperium schlug nunmehr zurück - bereit, ihn zu treffen und zu vernichten. Doch Caraion kämpfte seit je her einen ungleichen Kampf. Der Staat hatte ihm und seiner mitgeflohenen Familie alles genommen, bis auf den Inhalt von zwei Koffern und sie dem harten Los des Exils überantwortet. Seine Bitterkeit überraschte mich nicht. Denn es gab Gründe dafür, viele Gründe.

„Weshalb haben Sie sich doch noch zum Absprung in den Westen entschlossen?“ fragte ich ihn einmal fast beiläufig; ich siezte ihn, während er mich duzte, auch in den vertrauten Briefen. Die Antwort des verjagten Dichters war vielsagend: „Meine Frau, die seinerzeit verurteilt und für Jahre ins Gefängnis gesteckt worden war, weil sie mir geholfen und meine Manuskripte abgetippt hatte und ich haben lange gerungen, bevor wir uns zu diesem schweren Gang entschlossen haben. In Verbannung leben war nie einfach. Aristoteles, Cicero, Seneca, sie alle waren zeitweise verbannt worden und schließlich der große Ovid, der bei uns in Tomis an Schwarzen Meer elend zugrunde gehen musste. Keiner von ihnen lebte gerne in der Fremde. Keiner gab je seine Heimat freiwillig auf. Wenn wir uns trotzdem entschlossen, alles zurückzulassen, was wir hatten, immaterielle Werte, Freunde, Bücher, Erinnerungen, Gefühle, dann taten wie dies aus Rücksicht auf unser Kind Marta. Für sie haben wir hier in der Schweiz, im christlich-katholischen Umfeld, eine Bleibe gefunden, die ihr Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Sie soll eine bessere Zukunft haben, als wir sie hatten.“

Wie oft hatte ich ähnliche Ausreiseargumente vernommen, auch bei Deutschstämmigen. Eine Generation, die gelitten hatte, war bereit das eigene Martyrium für das Wohl der künftigen Generation fortzusetzen.

Mitte 1982 übersandte mir Caraion den Essay. Nachdem ich ihn mit Mühe übertragen hatte, wurde er auch noch gesetzt. Doch dann war es aus mit unserer Zeitschrift nomen. Mein Nachruf auf das idealistische Projekt unter dem Titel Wo liegt der Kulturverlag begraben, erschien bald darauf in einer Literaturzeitschrift aus Berlin mit dem signifikanten Namen Tabula Rasa. Das Geld war uns ausgegangen. Mein Studienortwechsel nach Wien stand damals gerade an - und ich redete mit Caraion darüber: „Wien?“, wunderte er sich, „da bist du ja mitten im Ostblock! Unterschätze nicht die Gefahr. Alle östlichen Geheimdienste treiben sich dort herum. Sie können dich jederzeit um die Ecke bringen, ohne dass ein Hahn nach dir kräht!“

So glaubte er warnen zu müssen. Aber ich ignorierte die Mahnung und ging trotzdem. Während dieser Zeit in Wien verlor ich im Spätjahr 1983 Caraions Spur. Dann wurde es ruhiger um den Dichter. Einiges von ihm las ich noch in der ExilzeitschriftDialog, die Ion Solacolu mit viel Mühe aus eigenen Mitteln herausgab. Solacolu war fast bis zu seinem Sterbetag um ihn und half ihm dabei, etwas Ordnung in seine Manuskripte zu bringen. Schwerkrank konnte Caraion kaum noch zehn an Stück Minuten arbeiten.

Als Caraion im Sommer 1986 recht vereinsamt und selbst im Exil exiliert starb, verlor sein Land eine komplexe Kulturpersönlichkeit, die einige Rätsel mit ins Grab nahm. Ob er ein Gewissen war, wie lange angenommen wurde? Oder ob er doch als eines jener vielen prominenten Opfer der Diktatur angesehen werden konnte, die auf dem Weg in die Freiheit scheitern mussten, bevor sie noch etwas von dem helleren Licht eines bald freier werdenden Alten Kontinents hatten sehen können? Ich weiß es immer noch nicht!

Doch ich bleibe bei meiner Apologie!

Ion Caraion war lange Jahre seines aktiven Lebens eine Stimme der Verfolgten; in der Zeit der Illegalität vor 1945 ebenso wie in den späten Tagen seines Exils. Er liebte sein Volk, seine Sprache und er vergaß sein Volk, an dessen Befreiung vom Kommunismus er glaubte, nie.

Einer seiner letzten Appelle, die über den Äther gingen, ist der Freiheit gewidmet. In einem Aufruf zur Selbstfindung appelliert Caraion in Rückbesinnung auf die Leiden und das Vorbild Christi an das rumänische Volk, den Glauben an die politische Emanzipation niemals aufzugeben. Mit dem ihm eigenen romanischen Pathos setzt er auf die inneren Werte jedes Menschen, wenn er verkündet: Eingesperrt könnt ihr noch freier sein als die, die euch einsperrten; die jetzt vor Angst zittern, obwohl ihr unbewaffnet seid und sie in voller Rüstung dastehen. Die Peitsche vermodert wie die Mauern verfallen. Das Licht der Freiheit leuchtet aus eurer Wesenheit hervor, eine Freiheit, die sie nicht sehen, die sie aber fürchten. Sie wird bald die Sprache des Sieges finden, weil der Samen der Freiheit, wie ihr wisst, ewig ist und ewig unüberwindbar sein wird. Er sprießt nach zehn Jahren, nach hunderten von Jahren, ja nach tausenden von Jahren unter tausend labyrinthischen Wirrungen wieder hervor.“

Es ist eine Eloge auf die Freiheit, ein Hymnus! Es sind Worte der Selbstbesinnung auf die eigene innere Freiheit, auf die Selbstbestimmung des Subjekts, die auch von Mark Aurel oder anderen stoischen Philosophen hätten stammen können. Sicher wurden sie im kommunistischen Rumänien gehört und fielen vielleicht auf fruchtbaren Boden. Wer nur diese evozierenden Worte hörte, der interpretiert sie, fern von jeden biographischen Implikationen, textimmanent wie ein Gedicht. Er hört, ohne den Autor zu kennen, auf die unmittelbare Botschaft, versucht diese zu verstehen und zu deuten - und viele Botschaften Caraions, der heute am moralischen Pranger steht, waren keine Botschaften der Niedertracht, sondern Botschaften der Freiheit.




Atheneul Roman - Rumänisches Athenum





Die Jagd auf den toten Dichter - und moralische Entrüstung



Heute, mehr als zwanzig Jahre nach Ion Caraions Tod im Exil, scheint sein Ruhm als Geist und Dichter weiter zu verblassen. Neue alte Dokumente sind in den Securitate-Dossiers aufgetaucht, die seine Informantentätigkeit angeblich bestätigen. Es sollen schwerwiegende Dinge sein, die ihn belasten und seine moralische Integrität in Frage stellen.

Caraion soll den schreibenden Kollegen Nicolae Steinhardt verraten haben. Und er soll einen Agentenlohn erhalten haben und sonstige Privilegien, um andere regimekritische Dichter und Schriftsteller aus seinem Umfeld auszuspionieren. Es fällt mir auch heute noch schwer, all dies zu glauben, nicht zuletzt deshalb, weil die rumänische Gauck-Behörde, die CNSAS, unglaubwürdig arbeitet, mehr hemmt und verschleiert als sie zu Tage fördert und enttarnt. Nach neuesten einschlägigen Veröffentlichungen schützt diese Einrichtung - ein fiktives Interesse der Staatsicherheit vorgaukelnd - sogar die Aktivitäten der inzwischen in SRI umbenannten Securitate.

Die Dokumente, die heute vorliegen, könnten aus vielen beschlagnahmten Manuskripten zusammenkompiliert worden sein wie eine Collage. Nichts von dem, was ich bisher zitiert fand, belastet Caraion eindeutig. Vieles ist zweideutig und, da es aus dem Kontext gerissen ist, sehr fragwürdig. Deshalb wundere ich mich, mit wie viel Lust und Überzeugung er von offensichtlich zu jungen Moralisten belastet wird, die selbst weder je etwas von ihm gelesen haben, noch über seine Gefängniserfahrungen angemessen urteilen können.

Caraion war als Dichter in einem totalitären Staat abhängig, erpressbar. Doch ein Verräter im eigentlichen Sinne war er kaum. Jedenfalls nicht aus freien Stücken! Natürlich hat er mit der Securitate kommuniziert. Doch ging es anders?

Auch ich hatte immer wieder mit ihren Mitarbeitern zu reden, selbst auf der Straße, ohne kontrollieren zu können, was nachher sie über mich in ihren Berichten festhielten oder was sie als Gerücht streuten. Der Mensch Caraion, den ich kannte, spricht gegen die Verdächtigungen und Unterstellungen sowie gegen eine gezielte Kooperation aus eigenem Antrieb. Was ist Dichtung? Was ist Wahrheit? Und was ist schlechthin gezielte Manipulation des Geheimdienstes?

Ist am Ende alles nur ein geschickter Schachzug der Gegner von einst, der Verantwortlichen aus den höheren Etagen der Securitate, die mit einem solchen Nebenkriegsschauplatz von den eigenen Untaten ablenken wollen?

Während die Berufsverbrecher der Securitate in Ruhe ihre Pension verleben, wird zur Hetzjagd auf ein leichtes Opfer geblasen. Der Angriff wird auf einen toten Dichter gelenkt - und kaum einer merkt etwas davon. Fast alle folgen der moralischen Fährte und gehen dabei den Gerissenen auf den Leim.

Es ist unbegreifbar, wie viel politische Naivität immer noch möglich ist. Nicht ein verzweifelter Dichter ist das Problem der neuen, nach Europa ausgerichteten Gesellschaft, ein hochsensibler Künstler, der nach Jahren psychischer Folter und Grausamkeiten aller Art nicht mehr konnte und zusammenbrach - nicht über sein moralisches Versagen gilt es zu richten.

Das Problem sind die immer schon verbrecherischen Verbrecher, die immer schon unmoralischen Speichelecker, Lobhudler und Hofdichter, Leute wie Vadim Tudor, der heute die Großrumänien Partei anführt und mit Leidenschaft gegen Juden, Zigeuner, Intellektuelle und andere Minderheiten hetzt und dabei von Millionen Rumänen gewählt und von Europas Politikern akzeptiert wird. Es ist der gleiche Vadim Tudor, der in einer nie gekannten Unterwürfigkeit Ceauşescu über den grünen Klee lobte, in der Hoffnung, so zum einzigen Hofdichter aufzusteigen, der, um Karriere zu machen, durch das eigene Tun nicht nur die Dichtung pervertierte, sondern als Denunziant auch noch die wahren Dichter in Misskredit brachte. Dieser Tudor, der selbst ein Ultrarechter Antisemit ist, ein Produkt des kommunistischen Regimes, wie man heute weiß, denunzierte Ion Caraion wie den Dissidenten Dorin Tudoran bei der Securitate als rechtsextreme Elemente, und verwies die Securitate auf den feindlichen Gehaltvon Caraions Poesie.

Ist das der neue Mann für Europa? Das sind die Fragen, die nicht nur die Rumänen beantworten sollten, sondern auch die Verantwortlichen in der EU. Manch einer aus der Reihe der plötzlich moralisch wertenden Zeitgenossen, die nie eine Gefängniszelle von innen gesehen haben, sieht heute in Caraion vorschnell den Verräter, den Ängstlichen und Feigen, der andere ans Messer lieferte, um selbst zu überleben. Und nur wenige Stimmen, darunter kaum Exilautoritäten, verteidigen Caraion als das tragische Opfer eines möglichen Komplotts, einer revanchistischen Verschwörung alter Kräfte, die sich gegen alle antikommunistischen Widerständler richtet, doch mit schwacher Stimme. Ganze Materialsammlungen wie die Sipos-Dokumentation, in denen dargelegt wird, mit welchen Maßnahmen die Securitate den Dichter im Exil unter Druck setzte, ihn kompromittierte, diskreditierte und Fakten, die für Caraion sprechen, fallen dabei unter den Tisch. Das Resultat davon ist, dass die Gesamtsituation, die eigentlich klar offen legt, wie ein exponiertes Individuum aufgrund makropolitischer Konstellationen instrumentalisiert und zum tragischen Opfer reduziert werden kann, vorerst ambivalent bleibt wie auch ihre endgültige Bewertung.




Regierungssitz in Bukarest







Das Stockholm-Syndrom und ein Pakt mit dem Teufel?



Caraion, der einen beachtlichen Teil seines Lebens im Gefängnis für eine ideelle Haltung gelitten hat, ist, auch wenn er zerbrach, immer noch mehr Opfer als Täter. Neuerdings, wo die Phantasien der Schreiber immer neue Blüten hervorbringen, sieht man in ihm einen Kranken, der am Stockholm-Syndromlitt. An jener Wesensveränderung, die beim Opfer zur Solidarisierung mit dem Täter führt und es veranlasst seine Denkperspektive zu übernehmen. Auf diese Weise hätte sich Caraion in die Sicht der Securitate versetzt, sie gestützt, beraten und anderen unschuldige Kollegen und Freunden im Land und im Exil großen Schaden zugefügt. Das klingt plausibel, doch ist die Problematik vielschichtiger und komplexer. Caraions konspiratives Tun und Handeln, insofern es wirklich so gewesen sein sollte, steht trotzdem in keinem Vergleich zu den Taten der eigentlichen Täter, die seine seelische Not ausbeuteten.

Caraion erzählte mir einmal, Marin Preda hätte biographische Details aus seinem Gefängnisdasein im Roman verarbeitet. Jetzt bietet sich der ganze Caraion an - als Sujet eines psychologischen Romans, aus welchem die Fratze der kommunistischen Diktatur hervorschaut. Wer den Fall Caraion begriffen hat, versteht auch die Machterhaltungsmechanismen einer Diktatur. Die Steinewerfer unter den selbsterklärten Moralisten dieser Tage sollten sich zurückhalten.

Auch darf eines auf keinen Fall verkannt werden - jenseits von Schuld und Unschuld: wer in der Hölle sitzt, und Caraion saß nicht nur in der Vorhölle, sondern am tiefsten Punkt im letzten Kreis der Hölle unter ärgsten Teufen, der paktiert auch mit Luzifer und Satan! Und dies nicht nur aus Angst, nicht nur aus Schwäche und nicht aus freiem Willen, sondern aus einen Selbsterhaltungstriebheraus, der zutiefst existentiellist, und der aus sich selbst heraus agiert, ohne nach moralischen Kategorien zu fragen!

Selbst wenn Caraion schuldig geworden sein sollte, dann habe ich viel Verständnis für ihn, mitfühlendes Verständnis, hatte ich doch eine ähnliche Situation unter Folter selbst erlebt.

Selbst wenn Caraion als angeblich schwacher Charakter versagt haben sollte, wenn er sich verstellte, wenn er schauspielerte, wenn er viele, die fest an ihn und seine Botschaft glaubten, bitter enttäuschte, dann bleibt immer noch der Künstler in ihm bestehen - und mit diesem sein erstrangiges poetisches Werk, das nicht nach moralischen Kriterien beurteilt werden darf. Die moralische Entrüstung, die so lange tot zu Eis erstarrt dalag, schlägt im erwachenden Rumänien hohe Wellen - als Mode? Die Kunst aber ist beständiger als der Zeitgeist. Warten wir es ab …


Das Nachdenken über den Dichter, der sich mir gegenüber immer geistig solidarisch, menschlich, ja freundschaftlich verhalten hatte, der, genau betrachtet, ein später, väterlicher Freund war, ließ mich die Schönheiten der Seenwelt vergessen. Gerne hätte ich seine Sache noch tiefergehend ausgelotet und verteidigt, doch nicht profan wie im Gerichtssaal, sondern existentiell philosophisch. Ein weites Feld, ein Schicksal, in welchem sich ein politisches System spiegelt und aus dem etwas deutlich hervor scheint: Das Wesen der Diktatur!

Im Vorausblick auf die noch anstehenden Herausforderungen drängten sich wieder andere Reflexionen auf, mit vielen selbstkritischen Fragen, die ich mir stellte und die berechtigterweise auch andere stellen durften.






Hotel Intercontinental in Bukarest- zur Zeit Ceausescus gebaut






Gegen das Vergessen



Das menschliche Leben ist viel zu kurz, um alle Erfahrungen selbst machen zu können. Deshalb sollte wenigstens etwas von dem Wesentlichen, das man selbst erlebt hat, aufgeschrieben werden, auch wenn Skepsis und aufkommende Misanthropie eher dazu verleiten, die Intimität in das Selbst zu verschließen - und, vielleicht für immer, zu schweigen. Manchmal wird das Schreiben zur Selbstüberwindung, manchmal aber zur Pflicht. Ich unterwarf mich weiterhin der Pflicht.

Schon wenige Tage nach meiner Einreise in die Bundesrepublik hatte ich mit der aufklärenden Öffentlichkeitsarbeit begonnen. Zunächst beschrieb ich meine politischen Erfahrungen, informierte die Medien über Hintergründe der Dissidenz in Rumänien und veröffentlichte einiges, obwohl ich langsam an dem Sinn eines öffentlichen Agierens zu zweifeln begann. Früher, in der Enge sozialistischer Gefängnismauern, hatte ich gefühlt wie Tantalus und Sisyphus. Jetzt im weiten Land uneingeschränkten Freiseins kam ich mir allmählich vor wie ein melancholischer Don Quichotte, der, an Idealen festhaltend, gegen die Windmühlen kämpft - gleich einer tragischen Figur auf der Weltbühne und wie ein Protagonist des Absurden.

Ungeachtet des aufziehenden Politikekels, der mich, nach dem Tiefschlag bei Amnesty international in London, mehr und mehr zum Rückzug in die Philosophie, Musik und Literatur drängte, folgte ich dem Pflichtgebot und machte weiter. Doch die meisten Informationen, die ich an die Öffentlichkeit brachte, verpufften weitgehend ungehört in der Flut anderer Meldungen und versiegten nahezu wirkungslos. Selbst die sonst gründliche wissenschaftliche Forschung, die auch nicht alles rezipieren kann, ignorierte so wichtige Phänomene, wie das einer größeren freien Gewerkschaftsgründung im Ostblock lange vor Solidarnosc, was dazu führte, dass historische Ereignisse über Jahrzehnte unbekannt blieben.

Neben dem chronischen Desinteresse Deutschlands an den Entwicklungen in Rumänien wurde unsere Aktion gerade durch die weltgeschichtlichen Ereignisse in Polen massiv überlagert. Als auswärtiger Sprecher der Freien Gewerkschaft rumänischer Werktätiger SLOMR verfasste ich noch 1981 im Namen der Vereinigung ein Solidaritätsschreiben an Lech Walesa, in welchem ich die Sympathie und die moralische Unterstützung der rumänischen Arbeiter und des westlichen Unterstützungskomitees bekundete. Der ausbleibende Rückschein signalisierte mir jedoch, dass der Brief bereits in den Auswirkungen des Kriegsrechts untergegangen sein musste, das General Wojciech Jaruzelski im Dezember über Polen verhängt hatte, um Solidarnosc zu stoppen. Durch die Ereignisse in Polen wurden die schon weitgehend abgewürgten und erstickten Gewerkschaftsbewegungen in Rumänien vollständig überlagert und in den Hintergrund gedrängt.

Was ich damals veröffentlichte, erreichte in der Regel nur eine Handvoll Menschen im Westen - und sensibilisierte Charaktere aus der Exillandschaft. Am 1. März 1981 erschien in der Freien Rumänischen Presse in London mein Zeitzeugenbericht Ein Schritt zur Freiheit, der die Frage nach dem Verbleiben der SLOMR mit den Hinweis beantwortet, die Freie Gewerkschaft wäre noch relativ intakt anzutreffen, wenn ein freier Zugang zu den Gefängnissen des Landes gegeben wäre. Und mein Bericht klingt mit den visionären Worten aus: Seien wir nicht skeptisch. Die Idee hat überlebt und trägt Früchte. Die Errungenschaften, die Mahatma Gandhi, Luther King und Lech Walesa kennzeichnen, werden auch wir in Rumänien erreichen. Das war Zweckoptimismus, doch auch eine insgeheim gehegte Vision. Wer an eine Idee glaubt und von ihr über Jahre erfüllt ist, zählt auch auf ihre Vollendung. Hinter meinem Bericht stand der spätere Präsidentschaftskandidat Ion Raţiu aus London. Mit dem anderen demokratischen Kandidaten Radu Câmpeanu, unserem Mistreiter aus Genf, hatte Raţiu gegen den Altstalinisten und Wendehals Iliescu die erste halbdemokratische Wahl nach dem Sturz von Diktator Ceauşescu verloren. Als wir über Vladimir Krasnosselski aus Genf im Dialog standen, glaubte er an die Möglichkeit eines demokratischen Umbruchs und ermutigte mich weiter zu machen. Im Gegensatz zu anderen Schriftstellern deutscher Zunge, etwa zu Herta Müller, die sich später rühmte, nie ein Wort in rumänischer Sprach geschrieben zu haben, schrieb ich auch in Rumänisch - und eben für jene, die später die Demokratie in Rumänien mit aufbauen sollten. Die Sache zählte, nicht die Mittel. Kurz darauf, im Herbst des gleichen Jahres, veröffentlichte ich in der Zeitschrift Menschenrechte zwei Berichte über politische und religiöse Verfolgungen in Rumänien: Die Arbeiterbewegung in Rumänien - Anders als in Polen und Christen in rumänischen Gefängnissen, in welchen ich auch auf unsere Vorreiterrolle einging.

Menschenrechte war das Publikationsorgan der, wie es sich später herausstellte, etwas rechtslastigen Gesellschaft für Menschenrechte, der immerhin einige bekannte Völkerrechtler angehörten wie mein späterer Lehrer Blumenwitz. Zu dieser Gesellschaft hatte ich schon vor Jahren von Rumänien aus Kontakt aufgenommen, ohne ihre ideologische Ausrichtung objektiv einschätzen zu können. Als ich dann gedrängt wurde, über die politischen Verfolgungen und religiösen Diskriminierungen zu berichten, beschrieb ich die selbst erlebte Zeit von den Minenarbeiterstreiks im Schiltal bis zur Niederschlagung der freien Gewerkschaftsbewegung SLOMR und der angestrebten CMT-UNO-Klage sowie die religiöse Dissidenz vor allem der neoprotestantischen Glaubensrichtungen. Aus dem Kontakt mit der späteren Internationen Gesellschaft für Menschenrechte wurde mir ein Aspekt bewusst, der auch heute noch präsent ist und manche Geister irritiert. Ein Dissident, der ehemalige SLOMR-Begründer Ionel Cană aus Bukarest ist ein Beispiel dafür, nutzt nahezu jede publizistische Plattform, um seine Informationen, Ideen und Thesen bekannt zu machen, auch auf die Gefahr hin, instrumentalisiert zu werden.

Später folgten sechs ausführliche Interviews über die Entwicklung der Opposition in Rumänien und über die Rolle des rumänischen Exils, die in den folgenden Jahren in dem Publikationsorgan des Demokratischen Kreises der Rumänen in Deutschland, in der von Ion Solacolu redigierten Zeitschrift Dialog, erschienen. Der promovierte Chemieingenieur formte in dieser Zeit mit persönlichem Einsatz und mit spärlichsten Mitteln Dialog zu einer der substantiellsten Exilzeitschriften in rumänischer Sprache. Im Rahmen meiner Möglichkeiten half ich ihm dabei als Mitwirkender. Das alles - bis hin zur angestrebten Klage in Genf - war weniger als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Aber es war immerhin mehr als nichts.

Nach dem Abitur nahm ich in Erlangen ein Universitätsstudium auf mit dem Ziel, im völkerrechtlichen Umfeld im Bereich der internationalen Organisationen tätig zu werden, möglicherweise als Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes. Das Außenministerium hatte in schweren Zeiten nicht nur Kollaborateure der Macht wie Ribbentropp geformt, sondern auch eine Reihe von Widerständlern hervorgebracht. Vorbilder wie Trott zu Solz, die mich genauso beeindruckten wie der schwedische Diplomat Raul Wallenberg, der sich persönlich in Gefahr brachte und wohl auch opferte, um unzählige Verfolgte zu retten. Ungeachtet zunehmender kultureller Prioritäten und aufkommenden Überdrusses an politischen Dingen gab ich das menschenrechtliche Engagement nie auf und machte weiter, solange ich gebraucht wurde.

Dringend gebraucht wurde ich seinerzeit als Zeitzeuge gerade in Genf, wo CMT und UNO dabei waren, das zunehmend despotischer agierende Regime von Präsident Ceauşescu dem Verdikt der Völkergemeinschaft zu unterwerfen. Also musste ich in die schöne Stadt am See, wo mich ein Herr Ganea und ein Monsieur Robert erwarteten. An dieser Stelle biss sich die Schlange in den Schwanz. Finis tragoediae?




Das Gebäude der rumänischen Gauck-Behörde CNSAS








Von der Freiheit der Lüge - 

 

Die UNO-Klage. Eine völkerrechtliche Disputation




„Nun, Monsieur Robert, habe ich Ihnen diese lange Geschichte vorzutragen! So habe ich die Dinge erlebt - aus der Sicht eines Dissidenten, der ein Handelnder war, bevor er zum Schreiben kam. Nun hoffe ich, die exponierten Fakten können dazu beitragen und der Confederation dabei helfen, eine umfassende Materialsammlung zu erstellen, die den Vereinigten Nationen zur Erstellung der Klageschrift vorgelegt werden kann!“

Es klang wie ein Schlussplädoyer in einem äußerst verfahrenen Verfahren. Damit schloss ich und atmete entlastet auf. Uff - geschafft! Kurz darauf klappte ich im Sessel zusammen wie ein Luftballon, aus dem das Gas entweicht.

„Lassen Sie uns optimistisch bleiben“, lächelte der freundliche Herr aus Madagaskar ebenso erlöst, um dann zu betonen:

„Sie haben uns nicht nur Fakten geliefert, die für sich sprechen. Sie haben ferner manche Hintergründe erleuchtet, die auch mir, der ich die Situation in jener Gegend der Welt überhaupt nicht kannte, einiges näher brachten. Manches wurde so ausführlich geschildert, dass selbst verdeckte Zusammenhänge erkennbar werden. Sie haben uns Interpretationshilfen vermittelt, indem die unterschiedlichen ethischen und völkerrechtlichen Aspekte der Materie beleuchtet wurden. Das ist uns eine große Hilfe bei der Wertung. Ebenso ist die erörterte Minderheitenproblematik, die auch bei uns in Afrika ein gewaltiges Problem darstellt, hilfreich. Das stimmt mich zuversichtlich, was die öffentliche Wirkung der Klage betrifft. Sie wird als solche schon ein Zeichen setzen. Wir werden nunmehr alle Fakten zusammenstellen und sie der Internationalen Organisation für Arbeit der Vereinten Nationen vorlegen. Dann werden wir als Völkergemeinschaft die rumänische Regierung in Bukarest offiziell mit den Vorwürfen, die substantiell sind, konfrontieren - als Klage, als öffentliche Anklage, die jeder Interessierte weltweit wird verfolgen können. Die Regierung in Bukarest wird sich äußern müssen … Ceauşescu selbst wird Farbe bekennen müssen … Die Entwicklungen in Polen legen es offen … Die Zeit der Parolen ist endgültig vorbei. Ich glaube, wir dürfen zuversichtlich der Zukunft entgegen sehen!“

Nach diesem hoffnungsvollen Ausblick, den ich mit großer Genugtuung entgegen nahm, verabschiedete ich mich von dem verständnisvollen Mitarbeiter, der mir nun tagelang zugehört hatte, ohne meinen Redefluss entscheidend zu hemmen. Zufriedenheit kam auf - bescheidener Lohn für mein Engagement, eine Zufriedenheit nach erfüllter Mission, die den Rückschlag von London wieder wettmachte.

In den letzten Tagen hatte ich tatsächlich erzählt wie Scheherezade in einem Märchen aus Tausend und einer Nacht; nur war der Grund nicht Zeitvertreib und Unterhaltung des Zuhörenden, sondern ein weitaus ernsthafterer. Der Eiserne Vorhang war nach wie vor ein stabiler antiimperialistischer Schutzwall, der noch einige lange Jahre bis zum Auftreten von Michael Gorbatschow als Staatschef der Sowjetunion seinen Zweck erfüllte. In Polen brodelte es zwar immer noch heftig und eine neue Freiheitsbewegung schien sich unaufhaltbar ihren Weg bahnen zu wollen. In der Tschechoslowakei murrten die Intellektuellen, doch in anderen Teilen Osteuropas herrschte noch sibirischer Winter. Kadar, Schivkov, und Honecker befanden sich auf dem Gipfel ihrer Macht - und in Rumänien regierte immer noch uneingeschränkt der zunehmend seniler und realitätsfremder werdende Diktatur Ceauşescu.

Es dauerte dann noch ein paar Monate bis CMT und die ILO der UNO die Klage auf den Weg brachten und damit die selbstherrlichen Regierungsvertreter in Bukarest wachrüttelten. Während ich meinen Studien nachging und abwartete, nahmen die Mühlen der Bürokratie ihr Werk auf und mahlten das, was schon gedroschen war. Nur mahlten sie zur Zeit des Kalten Krieges langsamer.


Der Triumphbogen in Bukarest



Klage vor der Klage - 

Diskreditierung, Diffamierung und Kriminalisierung



Wie im zwischenmenschlichen Bereich gibt es auch im Zusammenleben der Völker Prinzipien und Gesetze, an die sich alle halten müssen. Das ist die Grundlage des internationalen Rechts, das man im Deutschen unter dem Begriff Völkerrecht kennt.

Wer im zivilisierten Konzert der Völker mitspielen will, wer bereit ist, diese höhere Form der Ethik anzuerkennen und sich an die vorgegebenen Maßstäbe und Spielregeln zu halten, wird Mitglied der Vereinten Nationen und ihrer Organisationen und ratifiziert die entsprechenden Abkommen. Das sozialistische Rumänien hat, wie andere totalitäre Staaten auch, manches ratifiziert - und wenig eingehalten. Trotzdem wollte das Land immer international gut dastehen und das schwer erworbene liberale Image wahren. Der Schein wurde stets über das Sein gestellt.

Ceauşescu selbst gefiel sich in der Rolle, ein Dissident im Lager der Kommunisten zu sein, der selbstständig eigene Wege ging, ein Visionär, der sein Land in eine glückliche Zukunft führt.

In Wirklichkeit jedoch war er nur ein ehrgeiziger Machtpolitiker von hervorstechender Mittelmäßigkeit in allem, was er tat. Da er nach außen hin immer den Schein wahren wollte, war auf seinen Befehl hin alles zu vermeiden, was das positive Erscheinungsbild des sozialistischen Rumänien unter seiner Führung hätte stören können. Das war eine der Leitlinien seiner Politik, die sich selbst schon in den Köpfen der Sicherheitsorgane so festgesetzt hatte und die von diesen in Servilität und vorauseilendem Gehorsam schon im Vorfeld erfüllt wurde.

Als man uns Gründern der Freien Gewerkschaftim Gerichtssaal von Temeschburg einen sprichwörtlich kurzen Prozess machte und uns wegen der Konstituierung einer Gruppemit anarchischem Charakterverurteilte, war die eigentliche Bezeichnung in weiser Voraussicht bewusst vermieden worden, weil man sich der völkerrechtlichen Implikationen sehr wohl bewusst war. Was vermieden werden sollte, trat nun doch ein. Jetzt, zwei Jahre nach unserer Verurteilung, war es soweit. Auf Ceauşescus Regierung in Bukarest kam eine Klage zu, die von der Confederationvorbereitet und von den Vereinigten Nationen eingereicht wurde. Es war wohl die erste dieser Art in ganz Osteuropa!? Monsieur Robert und seine Mitarbeiter hatten innerhalb von einigen Wochen nach unserem Gespräch gute Arbeit geleistet.

Am 2. April 1981 machte die Brüsseler Tageszeitung La Libre Belgique in dem Bericht von Nicolette Franck unter dem Titel Rumänien unter Anklage vor seinem Gewerkschaftskongressdie anstehende UNO-Klage gegen Bukarest publik. Die kritische Haltung der Confederation im Hinblick auf die Unterdrückung der gewerkschaftlichen Freiheiten in Rumänien wird akzentuiert. Statt eine Einladung zur Teilnahme am Kongress der offiziellen Gewerkschaft in Bukarest anzunehmen, habe sich die Confederation entschlossen, eine Klageschrift aufzusetzen und die Einhaltung der zugesagten Vereinbarungen einzufordern.

Die Confederation wartete noch den Verlauf des Kongresses in Bukarest ab. Nachdem aber feststand, dass mit keinen neuen Erkenntnissen gerechnet werden konnte, nahm dieser lange und mühsam vorbereitete Prozess seinen Lauf. Die Klageschrift wurde der UNO-Unterorganisation International Labour Organisation, ILO, übergeben, die das Verfahren einleitete und die Regierung in Bukarest mit den Vorwürfen konfrontierte.

Es begann eine langwierige und bürokratische Auseinandersetzung zwischen der Völkergemeinschaft aus Genf und den totalitären Machthabern in Bukarest, ein ewiges Hin und Her, eine unendliche Konfrontation von These und Antithese fern von jeder Dialektik, die sich fast vier lange Jahre hinzog. Wer unter den Sterblichen konnte da noch folgen? Gelegentlich erhielt ich aus Genf einige Zwischenberichte, die nicht viel mehr aussagten, als dass die Angelegenheit weiter verfolgt wurde, Genf nicht locker lies und Bukarest sich massiv zur Wehr setzte.

Allmählich steigerte sich die Klage dann doch zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei ideologisch entgegengesetzten Systemen, einem freiheitlichen und einem diktatorischen, sowie zu einer Konfrontation von Paragraphen und Interpretationen völkerrechtlicher Aspekte - oder kurz: Es war ein Kampf zwischen Wahrheit und Lüge, wobei die zynisch vorgetragenen Unwahrheiten aus Bukarest sogar noch schriftlich fixiert wurden und heute noch im Internet nachgelesen werden können.!

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, wenn er auch dann die Wahrheit spricht! Solche Lebensweisen hatte man uns im Kindergarten eingehämmert, als die ersten Grundsteine einer Ethik und Moral gelegt wurden. Was war davon zu halten, wenn nun Regierungen frech logen und wider besseres Wissen jede Wahrheit verdrehten?

Kommunismus- das war freche die Lüge von Anfang an bis zum Niedergang, nur aus Gründen des Machterhalts. So lange auch nur etwas von den Scheinbild gewahrt werden konnte, sollte es gewahrt werden.

Die politisch-juristische Auseinandersetzung zwischen der ILO der UNO und der Regierung in Bukarest vollzog sich fern der Augen der Öffentlichkeit in irgendwelchen Glaspalästen, ohne dass viel über den Fortgang der Sache bekannt wurde. Das bürokratische Auf und Ab der Argumente beschäftigte lediglich eine größere Anzahl von trägen Funktionären, ferner hoch bezahlte Juristen, Beamte, Übersetzer bis hin zu Geheimdienstaktivisten, die weitere Menschen schikanieren und Informationen herbei karren mussten, um die Pseudoargumentationen, die auch durch häufiges Wiederholen nicht wahrer wurden, untermauern zu können. Selbst ich, der positive Kronzeuge der Klage, erfuhr zum Fortgang des Verfahrens, das weiterhin mit meinem Namen verknüpft war und mich hohen Sicherheitsrisiken aussetzte, in der Folgezeit nur noch wenig.





In Bukarest




Die „so genannte Freie Gewerkschaft“ - eine Fiktion?



Der Fall Nr. 1066 wurde am 10 Juli 1981 auf den Weg gebracht. Erst im Jahr 1984 lag mit der Veröffentlichung des Berichts Nr. 236, heute noch als ILO-Dokumentation im Internet abrufbar, eine endgültige Bewertung der Auseinandersetzung vor. Es war ein Resultat, wenn man es so bezeichnen will, das der makropolitischen Situation der Zeit entsprach - es war ein klassisches Remis. Die moralische Konfrontation gegensätzlicher Weltauffassungen endete so, wie sie begonnen hatte, mit einem Patt.

Jede Seite beharrte auf ihrer Position. Die Regierung in Bukarest stellte sich stur und negierte einfach alles. Damit befand sie sich im Einklang und auf der Schiene des großen Führers Ceauşescu, der inzwischen jeden Sinn für die Realität verloren hatte und zunehmend zum Ultrastalinisten nordkoreanischer Prägung mumifizierte. Jeder Hauch von Liberalität nach innen wie nach außen wich einem retrograden Urkommunismus, der nicht mehr in die aufziehende Zeit von Glasnost und Perestroika passte. Der sture Ceauşescu wurde für den erst antretenden Gorbatschow zunehmend zum ernsten Problem. In dieser verschärften Situation war es nahezu unmöglich, mit Rumänien vernünftig zu kommunizieren. Die Regierenden schotteten sich ab und igelten sich ein im Bewusstsein, in ihrer Souveränität vom Westen bedroht zu sein. Die Realitätsfremdheit in allen Lebensbereichen wurde zum zeitspezifischen Phänomen– auch über Rumänien hinaus von Berlin bis Bukarest.

Das Dokument mit den so genannten Antworten des Regimes ist ein authentisches Zeugnis aus dieser Zeit und gleichzeitig ein grotesk-absurder Beweis einer angewandten Vogel-Strauß-Politik nach dem Motto: Alles, was nicht hätte sein dürfen, war nicht! In dem Papier wird schlechthin alles geleugnet, was sich im oppositionellen Umfeld der Arbeiterbewegung in den letzten Jahren ereignet hatte, beginnend mit dem Minenarbeiterstreik im Schiltal, an dem viele Tausend Kumpel beteiligt waren. Nach der Auffassung der Regierung hat es in Rumänien nie einen Minenarbeiterstreik gegeben - und auch keine Freie Gewerkschaft.

Der Gründer dieser Bürgerbewegung in Bukarest, der Arzt Ionel Cană, sei wegen der Verbreitung faschistischer Propagandaverurteilt worden, die meisten so genannten Sympathisanten der Gewerkschaft wären frei erfunden oder wüssten nichts davon, andere seien gemeine Verbrecher und gescheiterte Existenzen mit unsittlichem Lebenswandel, teils an Alkoholvergiftung gestorben.

Der offizielle Bericht der rumänischen Behörden beginnt mit einer breiten Beschreibung des wirtschaftlichen Fortschritts im Land während der letzten Jahrzehnte. Dann wird auf die alte Gewerkschaftstradition des Landes verwiesen, die bis in das Jahr 1872 zurückreichen soll. Neunundneunzig Prozent aller Arbeiter, mehr als 7. 500. 000 Mitglieder, gehörten der offiziellen Gewerkschaft an, die eigenständig sei und sogar Gesetze vorschlagen könne. Alle formulierten Anschuldigungen beruhten auf missverständlichen, irreführenden Angaben, die von Personen stammen, die nichts mit dem Land gemeinsam hätten.

Eine dieser landesfeindlichen Personen machten sie in meiner Person aus. In der Klagesschrift des Westens wird unter Punkt 96 die Regierung in Bukarest aufgefordert, zu meinen Aussagen Stellung zu nehmen:

Im Februar 1983 hat das Komitee die Regierung ebenfalls aufgefordert, präzise Informationen über die Gründe der Verhaftung und Verurteilung einer bestimmten Zahl genannter Personen in der Stadt Temeschburg mitzuteilen, die an der Gründung der Freien Gewerkschaft Rumänischer Arbeiter in jener Stadt beteiligt waren. Der Kläger hat später auch die Namen und Anschriften anderer Gewerkschaftsanhänger in Temeschburg mitgeteilt, aber die Regierung hat dem Komitee weder Informationen noch Erklärungen als Antwort auf seine Anfrage zukommen lassen.“

Soweit die englische Textfassung. Da die Angelegenheit selbst heute von besonderer Brisanz ist und als zeitgeschichtliches Thema noch auf eine wissenschaftliche Aufarbeitung wartet, stellt die UNO gleichzeitig auch eine französische und spanische Textfassung der Dokumentation bereit, damit nach Möglichkeit eine weltweite Rezeption und Differenzierung zwischen Wahrheit und Lüge stattfinden kann.



Ienei-Kirche, Bukarest





Verleumderischer Steckbrief und noch ausstehende Rehabilitation



Neben meiner Person, die mehrfach und für längere Zeit in Genf präsent war und konkret wie ausführlich über die Ereignisse aussagte, standen noch eine Reihe weiterer Persönlichkeiten aus anderen Ländern Europas mit ihrer gesamten Integrität und Verantwortung hinter der Klage und verliehen ihr die notwendige Glaubwürdigkeit.

Darüber hinaus hielt ich ein Urteil in der Hand, das Bände sprach; und bei zusätzlichem Bedarf hätten noch zahlreiche weitere Zeugen, die Teil des Geschehens waren und inzwischen im Westen lebten, befragt werden können. Erwin lebte inzwischen in Freiburg, ebenso seine nahen Verwandten und die so genannten Zeugen der damaligen Gerichtsverhandlung.

Deshalb musste die Regierung irgendwie ausweichend antworteten, um die Angelegenheit der Temeschburger Personen mehr zu verschleiern als aufklären. Sie nannte mehrere der Unterzeichner beim Namen, auch in diesem Werk namentlich nicht erwähnte Personen, die sich nach dem Eintreffen im Bundesgebiet ins Privatleben zurückzogen, ferner Erwin, Edgar, Wolf und mich und führte dann jede Wahrheit verhöhnend aus: Die Regierung stellt fest, dass diese Personen das Recht verlangt haben, in Übersee zu leben, was in vielen Fällen auch gewährt worden sei. Sie waren in keine Aktion verwickelt, die mit der so genannten Freien Gewerkschaft verknüpft gewesen wäre.“

NachÜbersee wollte keiner von uns; außer vielleicht nach Übersee in Bayern!

Dann kommt die Regierung Ceauşescus auf mich zu sprechen und stellt lapidar fest: Die Kontakte, die diese Personen mit den Gerichten hatten, betrafen nicht Gewerkschaften, sondern das allgemeine Recht.

Carl Gibsons Fall zeigt dies: seine Familie hatte das Land verlassen - und bis zu dem Tag, wo er das Land legal verlassen durfte, musste er sich wegen seines sozialen Verhaltens vor Gericht verantworten, das im Gegensatz zu den rechtlichen Regeln stand (Versuche, illegal die Landesgrenze zu überschreiten).

So konnte man gewisse Dinge auch interpretieren. Man negierte sie einfach nach dem Motto: Was nicht sein darf, war nicht!

Es gab also keine Freie Gewerkschaft in Rumänien! Weder in Bukarest, noch in Temeschburg!

Alles Fiktion, alles phantasiebegabten Gehirnen entsprungen? Alles war somit erstunken und erlogen! Und auch das, was ich künftig vielleicht noch zu Papier bringen würde, war a priori romanhaft fiktiv, Literatur eben, unwirkliche Realitätsverzerrung und Verunglimpfung eines souveränen Staates!

Nach der Auffassung der Regierung in Bukarest hatte ich nur gegen geltendes Recht verstoßen!? Wohlan!

Weshalb verschonte die Diktatur gerade mich? Jeder rumänische Bürger, dem bereits versuchte Republikflucht vorgeworfen werden konnte, landete umgehend für Jahre im Gefängnis! Mir war nie ein Grenzübertrittsversuch vorgeworfen worden; nie wurde ich dafür vor Gericht gezerrt oder gar verurteilt, obwohl ich an der Donau aufgegriffen worden war. Versuche, hatte ich unternommen! Wie viele denn?

Nun aber, wo ein Delikt formal gebraucht wurde, zauberten sie als Rechtfertigung a posteriori ein Häschen aus dem Hut, weil es sonst nichts gab, was man mir hätte vorwerfen können! Selbst die Lügen waren dilettantisch aufgemacht!

Trotzdem, die Sache ist ernst; denn neben der emotionalen Betroffenheit und der ethischen ist da noch eine faktische, die existentielle Relevanz hat und ins Auge gehen kann: Meine Verleumdung durch Ceauşescus Handlanger ist auch heute, fast zwei Jahrzehnte nach dem Sturz des Diktators, im Internet nachzulesen, ohne gleich als Verleumdung erkannt zu werden - in drei Weltsprachen, einem Steckbrief gleich, den man um die Welt schickt. Für Ceauşescus Freunde in der Welt bin immer noch ich der Schurke - und deshalb in anderen Einflusssphären weiterhin exponiert!

Da die rumänische Regierung von heute das Unrecht von gestern noch nicht aufgehoben hat, bin auch ich heute noch ein Vogelfreier - und meine Mitstreiter sind es ebenso. Und dies, obwohl dreißig Jahre ins Land gegangen sind und die Rumänen seit zwei Jahrzehnten den Weg in die Demokratie einüben!

Unsere Rehabilitierung, auf die ich mit Erwin immer noch hoffe, für die es aber aus vielen pragmatischen wie moralischen Gründen noch keine gesetzliche Grundlage gibt, steht auch noch aus. Schläft Präsident Băsescu - oder will er und darf nicht?





Mahnmal für die Opfer der antikommunistischen Revolution von 1989
bzw.

Mahnmal, Detail -
der Sockel bröckelt wie die Erinnerung an die Helden der Revolution





Tragik und Opfer am Wegrand – 

 

Klage nach der Klage



Auf solche Weise und mit infamen Lügen aller Art reduzierten die kommunistischen Machthaber in Bukarest die völkerrechtliche Disputation zu einer Farce. Ceauşescu witterte überall nur Feinde, imperialistische Kräfte, die sein Land destabilisieren wollten. Wir waren in seinen Augen nur Agenten fremder Mächte, die das Zerstörungswerk der Amerikaner zu erfüllen halfen.

Also musste alles, was nicht sein durfte, konsequent negiert werden, auch gegen jede Logik. Und jede objektive, vielfach verifizierbare Wahrheit sollte als Lüge ausgelegt werden. Selbst in bestellten Machwerken williger Ghostwriter, die es allerdings vermieden, auf jene Bereiche einzugehen, wo die Beweislast erdrückend war - wie im Fall der hier ausgiebig beschriebenen Freien Gewerkschaft in Temeschburg! Sie war keine Fiktion!

Diskreditierung, Diffamierung und Kriminalisierung waren Teil des Systems. Wen wunderte es, wo doch jedermann wusste, welche Werte im so genannten Reich des Bösen die Tagespolitik bestimmten. Der Kalte Krieg tobte noch in den Köpfen - und Michael Gorbatschow war noch nicht im Amt.

Wir alle aus Temeschburg hatten in dieser Groteske noch Glück gehabt und profitierten überproportional von der Vertuschungspolitik Ceauşescus, der unseren speziellen Fall als deutsche Minderheitler mit einer vielleicht schützenden Hand dahinter nicht an die große Glocke hängen wollte. Deshalb wohl kamen wir mit einer nur halbjährigen Haft davon und durften allesamt Rumänien verlassen.

Das Wahren des Scheins rettete uns das Leben und versetzte uns in die Freiheit, während genuine Rumänen aus dem Landesinneren für ganz bescheidene Oppositionsinitiativen in der Folgezeit zu drakonischen Haftstrafen von fünf bis zu zehn Jahren verurteilt wurden. In ihrem Fall griff das Repressionsorgan Securitate hart durch und wütete nach allen Regeln der Unterdrückungskunst.

Viele Andersdenkende, die weniger bekannt oder ganz unbekannt waren, verschwanden für lange Zeit in psychiatrischen Anstalten, Gefängnissen oder kamen bei rätselhaften Unfällen ums Leben. Offizielle Nachforschungen waren wie in jeder Diktatur illusorisch.

Andere Dissidenten und Gewerkschaftssympathisanten wie Carmen Popescu und Nick Dascălu scheiterten - mit dem Bestreiten des alltäglichen Lebens beschäftigt oder aus sonstigen Gründen, die keiner ergründen wird, weitgehend anonym in der Verbannung.

Zu Nick Dascălu hatte ich 1981 noch Kontakt. Nachdem er New York erreicht hatte, berichtete er in einer rumänischen Exilzeitung sehr umfassend über die SLOMR-Gründungen in Bukarest und Temeschburg. Auf meine Anregung hin teilte er auch der Confederation und über diese der UNO seine Sicht der Gründungsabläufe mit, ferner alles, was er zusätzlich zu dem Oppositionsthema wusste, um so die Klage faktisch weiter zu untermauern.

Dascălu blieb in New York noch einige Zeit aktiv und begründete dort im Exil ein Komitee der Wahrheit über Rumänien, das vor allem die amerikanische Öffentlichkeit über Menschenrechtsverletzungen unterrichten sollte. Doch dann verlor sich plötzlich seine Spur in den Weiten Nordamerikas für immer. Auch er - ein Opfer? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, denn das klanglose Abtauchen entsprach weder seinem Wesen noch seinem Charakter.

Viele aufrichtige Bürger, die ihre Gesellschaft verändern wollten, die aufmuckten und über SLOMR gegen das totalitäre System ankämpften, scheiterten in ihrem Aufruhr. Der Weg zur politischen und individuellen Freiheit ist mit bekannten und unbekannten Opfern gepflastert. Das macht den tragischen Zug dieser - nicht nur in eigener Sache beschriebenen - Protestbewegung aus.



Das ZK der RKP - Machtzentrale der Kommunisten Ceausescus



Ein Signal - 

 

Bilanz, Wertung und Konsequenzen der UNO-Klage aus heutiger Sicht




Nach einigen Jahren des relativen Stillstands verlief die völkerrechtliche Auseinandersetzung, in der ich nur eine Figur auf dem Schachbrett war, nahezu im Sande, ohne konkrete, greifbare Ergebnisse. Die Klage, der noch viel vom Geist des Kalten Krieges anhaftete, konnte die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen, die wir Dissidenten in sie gesetzt hatten.

Um 1984, als in Europa noch politische Eiszeit herrschte, verloren auch wir Zeitzeugen sie gänzlich aus den Augen. Erst Jahre später, nach der Veröffentlichung der Dokumentation im Internet, stellte ich fest, dass mit einigen unserer Angaben nicht ganz sorgfältig umgegangen worden warund dass die Betreuer doch einige Zusammenhänge nicht voll erfasst hatten.

Gegen große Resultate sprach die nach wie vor unveränderte makropolitische Konstellation, die vom Kreml bestimmt wurde. Bewirkt hat die Klage aber immerhin einiges für die inhaftierte Gewerkschaftsaktivisten, die zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren. In einem Artikel, den ich seinerzeit in Ion Raţius Presseorgan in London veröffentlichte, beantwortete ich die von der Gegeninformation der Securitate in den Raum gestellte Frage, wo denn die freie Gewerkschaft geblieben sei, mit dem Hinweis, wir würden sie intakt vorfinden, wenn uns die Tore der Gefängnisse geöffnet würden.

Dank der UNO-Klage gegen Bukarest öffneten sich einige Gefängnistore. Prominente Gewerkschaftsgründer, unter ihnen vermutlich der Priester Calciu-Dumitreasa, der Arzt Ionel Cană und der Ökonom Gheorghe Braşoveanu, dessen Name auch auf dem Gründungsdokument des Komitees zur Verteidigung des Glaubens der Baptisten auftauchte, wurden vorzeitig aus der Haft entlassen. Vermutlich wussten die Betroffenen nichts von der Klage. Selbst in der informierten Fachwelt wurde generell nur von internationalem Druck gesprochen, ohne genau differenzieren zu können, wie dieser Druck entstehen konnte.

Während der Klagezeit durften weitere Sympathisanten der freien Gewerkschaftsbewegung SLOMR in den Westen ausreisen. Die Tatsache, mit meinem Engagement nochmals Menschen zu einem würdigen Leben in Freiheit verholfen zu haben, tröstet mich auch heute noch. Fortgesetzte Dissidenz machte also Sinn.

Darüber hinaus war die öffentliche Klage der UNO gegen eine der finstersten osteuropäische Diktaturen von immenser ideeller Bedeutung, denn sie war weitgehend einzigartig, hatte Präzedenzfallcharakter und vermittelte -über die kleine Schar der Eingeweihten hinaus und tief in den kommunistischen Machtbereich hinein eine deutliche Botschaft: Die Kommunisten im Osten Europas mussten ab 1981 damit rechnen, differenzierter beobachtet zu werden. Sie mussten wissen, dass nicht alles, was in ihrem Machtbereich an Verbrechen geschah, auf immer verborgen bleiben würde- und dass auch sie eines Tages vor dem Gericht in Den Haag für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden konnten, gleich den NS-Schergen in Nürnberg!

Persönlich verbuchte ich die völkerrechtliche Auseinandersetzung als einen weiteren Sieg von Freiheit, Wahrheit und relativer Gerechtigkeit, als einen ethischen Triumph und darüber hinaus als einen weiteren, kleinen Schritt hin zur Auflösung der Starrheit zwischen den Blöcken.


Springbrunnen im Zentrum von Bukarest












Kurzer Abriss vorrevolutionärer Opposition seit 1979



Das Wort Freiheit darf nur selten verwendet werden.

Rolf Bossert über die Praktiken der inoffiziellen Zensur


„Wenn du nicht schweigst, kommst du nach Dachau“ - das war schon zu Beginn der 30er Jahre in Bayern zu hören, lange bevor die Nationalsozialisten die Macht in Berlin übernommen hatten. Auch im Stalinismus behielt die Aussage ihre Gültigkeit. Wer aufmuckte, wurde weggesperrt und für lange Zeit mundtot gemacht. Dichter und Schriftsteller waren genauso betroffen wie einfache Menschen, die nur ihre Meinung kundtaten.

Bis zum Zusammenbruch der Diktatur im Winter 1989 war das kommunistische Regime Rumäniens bestrebt, die eigene Bevölkerung von den politischen Entwicklungen in Osteuropa seit Gorbatschows Machtantritt abzuschneiden. Rumänien befand sich auf einem extremen Weg der Selbstisolation in die so genannte Albanisierung. Trotzdem ging der Protest im Land weiter und erfasste immer breitere Kreise der Gesellschaft bis hinein in die Reihen der Nomenklatur.

Die Formen des Widerstands und der Auflehnung waren vielfältig. Sie reichten vom stillen Protest bis zur inszenierten Verzweiflungstat. Antikommunistische Parolen heraus schreiend, soll sich Liviu Babeş auf einer Skipiste bei Kronstadt - gleich Jan Palach in Prag - angezündet und als leuchtende Fackel ins Tal gestürzt haben. Es war, wie erst später bekannt wurde, ein individueller Akt der Rebellion, die Tat eines Menschen, der an der Feigheit, der Lethargie und der politischen Apathie seines Umfelds verzweifelte, nachdem sich seine Hoffnung, über den Glauben dem Labyrinth entrinnen zu können, zerschlagen hatte. Sein spektakulärer Protest verhallte. Kaum jemand vernahm etwas davon im Westen.

Intellektuelle wie Ana Blandiana, Doina Cornea, Mircea Dinescu und auch andere, weniger bekannte Dichter und Schriftsteller wie Bujor Nedelcovici versuchten weiterhin, an der Zensur vorbei ihre Werke zu veröffentlichen; sie wurden aber eben von dieser Zensur massiv ausgebremst. Statt sich der Auseinandersetzung mit der realen Gegenwart zu stellen und diese anzuerkennen, wie sie war, versuchten die Zensoren, die Schriftsteller zur Abänderung ihrer Sujets zu veranlassen und diese so weit zu entschärfen, bis jede Ähnlichkeit mit der tatsächlichen Realität verwischt war. Ion Caraion, der die meisten kritischen Dichter persönlich gut kannte, hatte mir selbst Fälle geschildert, wo Romanciers von Zensoren gezwungen worden waren, ihre Werke mehrfach zu überarbeiten, solange, bis von den ursprünglichen Konzeptionen und Ideen nicht mehr viel übrig blieb.

Ovid-Büste in Bukarest

Freiheit und künstlerische Selbstbehauptung: 

Ana Blandiana und Doina Cornea -



Dissidenz und literarische Produktion waren kaum noch von einander zu trennen. Bis in den Westen drangen jedoch nur wenige Namen durch; Ana Blandiana ist einer von ihnen.

Die 1982 mit dem Herder-Preis geehrte Dichterin wurde einem größeren Publikum bekannt, als eines ihrer satirischen Poeme, das Ceauşescu als Kater Arpagic karikiert, nahezu in alle großen Sprachen des Westens übersetzt wurde. Mit ihren pamphletartigen Travestien wagte sie es als eine der wenigen, den Diktator persönlich herauszufordern und seinen Schergen vom allmächtigen Sicherheitsdienst zu trotzen.

Ana Blandiana, die Tochter eines so genannten Volksfeindes, den man für viele Jahre in stalinistische Kerker geworfen hatte, wurde unter dem bürgerlichen Namen Otilia Valeria Coman in Temeschburg geboren. Ihr Pseudonym geht auf den Ort Blandiana zurück, wo ihre Mutter herstammte. Von sich selbst sagte die Dichterin, der es trotz massiver Diskriminierung gelang, ein bedeutendes poetisches Oeuvre zu schaffen, sie sei bereits als verbotene Dichterin bekannt gewesen, noch bevor man sie als eigentliche Dichterin kannte.

Nachdem sie 1988 mit einem Publikationsverbot belegt worden war, gelang es ihr erst nach der Revolution auch als Bürgerrechtlerin zu wirken. Sie übernahm die Präsidentschaft der Akademie für bürgerliche Freiheiten und leitet auch heute noch das Memorial Sighet - eine Gedenkstätte, die als ehemaliges Gefängnis für Gesinnungshäftlinge an die Opfer des Stalinismus und Kommunismus in Rumänien erinnert und heute als Ort der Begegnung und politischen Bildung dient.

BeiDoina Cornea, einer Philologieassistentin an der Universität Klausenburg, standen von Anfang an Dissidenz und antikommunistische Opposition im Vordergrund. Ihre gesellschaftskritischen Schriften verbreitete sie ab 1980 als Samisdat, als kleine, selbst gefertigte Heftchen und Büchlein mit originellen Ideen und ethischen Anregungen, die sie unter Freunden verteilte und die dann weiter kursierten - bis in die Finger der Sicherheit. Als Radio Freies Europa 1982 beim Ausstrahlen einer ihrer kritischen Stellungnahmen versehentlich ihren richtigen Namen nannte, in der Annahme es sei ein Pseudonym, begann für die damals Fünfzigjährige ein Leben der Verfolgung, Stigmatisierung und vielfacher Leiden.

Während unsere Klage gegen das totalitäre Regime in Bukarest gerade ihren Lauf nahm und in der Hauptstadt minutiös analysiert wurde, um dann zynisch beantwortet zu werden, wurde Doina Cornea systematisch verfolgt, arg schikaniert und praktisch bis zum Sturz des Diktators unter Hausarrest gestellt. Nur gelegentlich gelang es ihr die Isolation zu durchbrechen, um sich dann, wie 1987 beim Aufruhr von Kronstadt, zusammen mit ihrem Sohn auch physisch in die Schlacht zu werfen. Als in den Tagen revolutionärer Auseinandersetzung in Klausenburg die Kugeln auf die Straßen prasselten, war sie ebenfalls mittendrin. Während ihrer strammen Dissidenz wurde die Französischassistentin, die de Gaulle bewunderte und Frankreich sehr verbunden war, von der Französischen Botschaft in Bukarest, mit der sie wöchentlich kommunizierte, förmlich beschützt. Der heute noch im Internet abrufbare Bericht Rumänien: Dossier 666, den Mirel Bran in Le Monde veröffentlichte, fängt ihre Odyssee, deren Dimension erst nach der Öffnung der Akte deutlich wurde, treffend ein.

Doina Corneas Fall ist symptomatisch. Er ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus einem bewussten Staatsbürger, der sich kritisch mit seinem Umfeld und dem politischen Regime auseinander setzt und an dieser Haltung konsequent Jahre hindurch festhält, ein Dissident und Bürgerrechtler wird.

Dank ihrer Initiativen entstand nach der Revolution das Antitotalitäre Demokratische Forum und andere Organisationen der Kultur und des sozialen Dialogs, die einzelne Strömungen der Opposition zur Demokratischen Konvention Rumänienszusammen führten. Doina Cornea legte neben unzähligen journalistischen Beiträgen auch einige Buchveröffentlichungen vor, unter anderen das 1990 in Paris und Bukarest edierte Werk Freiheit?

Orthodoxe Kirche in Cotroceni, Bukarest




Intellektuelle Distanzierung - 

 

Tudoran und Tismăneanu



Vieles an politischem Machtmissbrauch vollzog sich über den uneingeschränkt agierenden Sicherheitsdienst im Verborgenen. Nur die Opfer nahmen Kenntnis davon. Von der Dissidenz junger Dichter um Dan Petrescuin Iaşi, von Dorin Tudoran, Norman Manea und von dem Wirken des lange verfolgten Philosophen Constantin Noica, der ebenfalls viele Jahre seines Lebens in Kerkern verbracht hatte, erfuhr kaum jemand etwas.

Dorin Tudoran, gleich Blandiana in Temeschburg geboren, Jahrgang 1945, war ein leiser Dissident, ein sanfter Lyriker, der im stillen Kämmerlein seine Verse zimmerte und auf eigene Weise an der heuchlerischen Umgebung litt. Als er die Diskrepanz zwischen Schein und Wirklichkeit nicht mehr ertragen konnte, entschloss er sich wie viele andere geistige Menschen zur Ausreise und versuchte dann, vom Gefühl des leisen Verzweifelns geleitet, mit der minderjährigen Tochter diesen Ausbruch in die Freiheit zu forcieren. In seinem Sendschreiben an Staatschef Ceauşescu schrieb Tudoran: Als Schriftsteller, Bürger und Vater bin ich endgültig überzeugt davon, dass zwischen meinem tiefsten Glauben an den Menschen und an seine unverzichtbaren Rechte, an Freiheit und Demokratie, an Dialog und Meinung, an Ehrlichkeit und Ethos, an Patriotismus und Opfergeist usw. und den rumänischen Wirklichkeiten von heute eine unüberwindbare Kluft besteht.

Ähnliches hatte ich über Jahre selbst durchgemacht, von den gleichen Beweggründen getrieben. Und viele Intellektuelle und weniger intellektuelle Aufrichtige und wahrhaftig Fühlende sollten noch folgen. Nachdem ihm ein Strafprozess angedroht wurde, trat der Poet, der immerhin bereits mehrere Gedichtbände vorgelegt hatte, in einen Hungerstreik und erzwang über diesen Protestakt die Ausreise in die Vereinigten Staaten.

Im amerikanischen Exil traf er auf den bereits 1981 geflohenen Vladimir Tismăneanu, der dem Regime um Ceauşescu bewusst den Rücken gekehrt hatte, obwohl er zu jener Gruppe Privilegierter im Land gehört hatte, zur Nomenklatur. Als Sohn jüdischer Linksintellektueller, die im Spanienkrieg auf der Seite der Antifaschisten gekämpft hatten, hätte Vladimir Tismăneanu, der spätere Koordinator der Präsidentenkommission zur Analyse der kommunistischen Diktatur in Rumänien, durchaus in Ceauşescus Diktatur überleben können, wenn nicht auch er von ideellen Wertvorstellungen geleitet worden wäre, die ihn gezielt auf Distanz gehen ließen. Das Fehlen der Freiheit gerade im Denken wurde ihm, dem gleich nach dem Studium Kaltgestellten, irgendwann unerträglich: Ich konnte die permanente Aggression gegen den freien Geist einfach nicht mehr aushalten. Gleich anderen Kollegen und Freunden, hatte im Bezug auf den grotesken Personenkult, auf die öffentliche und tatsächliche Lüge, in der wir lebten, ich die Grenzen der Geduld erreicht. Wie ich in meinem späteren Büchern festhielt, fragte ich mich immer wieder, weshalb nicht auch wir einen Michnik, einen Havel oder einen Sacharow haben. Grenzenlos bewunderte ich jene, die sich dem System widersetzten - und ich bewundere sie immer noch; und ich kann es nur beklagen, dass es in Rumänien keine kollektive Dissidentenbewegung gab. Es gab allerdings Einzeldissidenten -und sie sollten ihrem Wert entsprechend geschätzt werden, sagte er in einem Gespräch, im welchem er auf die Beweggründe seiner Flucht nach Amerika einging.

Die These Tismăneanus von einer fehlenden Dissidentenbewegung, der ich als drei Jahre lang aktiver Dissident in Rumänien schon aufgrund eigener Erfahrungen widersprechen muss, verweist darauf, dass die dissidenten Bewegungen im Land, allen voran die SLOMR-Bewegung noch nicht wirklich wissenschaftlich aufgearbeitet und analysiert wurden.

Die Freie Gewerkschaft war keine reine Arbeiterbewegung, wie oft angenommen, und wurde auch nicht, wie ebenfalls von Analytikern betont, von Intellektuellen für die Arbeiterschaft konzipiert, sondern sie ist darüber hinausgehend ein freier Zusammenschluss von Werktätigen aller Berufe und Arbeitsverhältnisse - und als freie Überorganisation verkörperte sie ein Sammelbecken für dissidente Strömungen aller Art, die einen Fokus suchten. Das Fehlen einer prominenten Führungspersönlichkeit war nur ein kleiner Nachteil, wie das Beispiel in der Danziger Werft beweist - Walesa war kein Intellektueller! Die SLOMR-Bewegung, die eindeutig organisierte und somit kollektive Dissidenz verkörpert, scheiterte an den äußerst repressiven Bedingungen der Diktatur in Rumänien. Im späteren Dialog mit Tismăneanu, der geführt wurde, als die erste Fassung der Analyse bereits veröffentlicht war, habe ich mehrfach darauf hingewiesen und Wert darauf gelegt, diese Argumente in die Forschung einfließen zu lassen. Was davon noch in den Endberichtzur Analyse der kommunistischen Diktatur in Rumänien an präsentierten Fakten und Interpretationen eingeflossen ist, in ein enges Kompendium, das keine differenzierte Diskussion erlaubt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Norman Manea, ein anderer Schriftsteller jüdischer Herkunft, der sich dem Emigrationsdruck, dem die Juden wie die Deutschen im Land ausgesetzt waren, nicht entziehen konnte, fand erst Gehör, als seine Bücher in den Vereinigten Staaten veröffentlicht wurden. Der Philosoph Noica hingegen, der unbequeme Literat Caraion und andere wurden als ehemalige und künftige Zuchthäusler diffamiert und geschnitten.

Auch manche der nicht gerade linientreuen Dichter und Schriftsteller, die in deutscher Sprache veröffentlichten, konnten sich den Schikanen des Geheimdienstes nicht entziehen und wurden als unbequeme Zeitzeugen zum Teil gegen ihren Willen aus dem Land gedrängt – selbst auch diejenigen, die nur loyale Kritik üben und keine Dissidenten sein wollten!

Am Präsidentenpalast in Bukarest



Der Tod geht um - 

 

Marin Preda, prominentestes Securitate-Opfer?



Ab 1980, zu einem Zeitpunkt, als ich kaum erst den Westen erreicht hatte, kam es in rumänischen Schriftstellerkreisen zu rätselhaften Todesfällen. Dan Deşliu, ein ehemaliger Systemlobhudler, dessen Lobeshymnen auf die Partei ich noch in meinen Schulbüchern ertragen musste, ein eindeutiger Profiteur der kommunistischen Verhältnisse, durchlief in seiner letzten Lebensphase ein Saulus-Paulus-Erlebnis und wandelte sich zu einem Kritiker der einst verherrlichten Ideologie. Noch bevor er seine Glaubwürdigkeit als Dissident begründen konnte, verstarb er nach einem Verkehrsunfall. Ein Zufall? Man weiß es nicht genau.

DochMarin Preda, ein über die Grenzen seines Landes hinaus bekannter Romancier, war das wohl prominenteste Opfer. Er starb, vermutlich mit einem Kissen erstickt, in einem Dichterrefugium im Palais Mogoşoia - wahrscheinlich von Geheimdienstschergen ermordet, weil er ein Werk verfasst hatte, das nicht mehr so ganz in die Welt des sozialistischen Realismus passen wollte: Der geliebteste der Irdischen. War doch in diesem Werk eine bewusste Absetzung vom Titan der Titanen, vom allerliebsten Sohn des Vaterlandes, nicht zu verkennen. Schon der mutige Umgang mit einer Apposition, die nur dem Conducător - dem Führer vorbehalten war, konnte selbst einem etablierten Schriftsteller zum Verhängnis werden. Nach außen hin war Predas Abgang ein frei gewählter Tod, bedingt durch Drogen und Alkohol. Ion Caraion, der selbst befürchtete, der nächste auf der Exterminierungsliste zu sein, berichtete mir in Lausanne von der Genese des Werks und verwies darauf, dass Preda, mit dem er lange befreundet war, zahlreiche Passagen aus Caraions Gefängnisaufenthalten in das Mammutwerk von weit über tausend Seiten eingearbeitet hatte. Hatte nun Preda, der es in Delirium schon gewagt hatte, ein Tabu zu berühren, seiner Unantastbarkeit vertrauend wiederum unvorsichtig agiert? Oder handelte er nach langem Überdruss und in innerer Dissidenz gleich Caraion und anderen - letztendlich doch noch mutig? Die indirekte Rehabilitation von Marschall Antonescu in dem Werk Delirium hatte seinerzeit Moskau provoziert und auf den Plan gerufen. Mit welcher Konsequenz? Viele Fragen sind nach wie vor unbeantwortet. Preda, ein großes Talent unter den Romanciers der Gegenwart, nahm sein Geheimnis mit ins Grab. Intellektuelle Courage war nicht immer erfolgreich.



Ecce poeta! Mihai Eminescu-Büste vor dem Rumänischen Athenuäm in Bukarest





Der Mord an Gheorghe Ursu



Es gab manche Opfer. Darunter viele unbekannte Namen. Im Jahr 1985, als die Gesamtsituation in Rumänien zunehmend spürbar verfiel und das Leiden weite Teile der Bevölkerung erfasste, wurde der rumänische Ingenieur und Dichter Gheorghe Ursu in Securitate-Haft ermordet. Wer wusste etwas davon?

Ursu, der auch literarisch tätig war, hatte bis dahin kaum etwas veröffentlichen können - bis auf den Band Immer zu zweit, der von seiner Freundin Nina Cassian, einer Dichterin jüdischer Herkunft, die zunächst als Proletkultistin debütiert hatte, eingeleitet worden war. Nach der Verfolgung und letztendlichen Ermordung ihres guten Bekannten im Gefängnis zog es Nina Cassian, die auch als Komponistin hervorgetreten war, vor, von einer Reise in die Vereinigten Staaten nicht mehr zurückzukehren.

Ursu, der Verfasser eines bis heute unauffindbaren intimen Journals, war von einem systemloyalen Arbeitskollegen, der von seinem kritischen Projekt wusste, verraten und an die Securitate ausgeliefert worden. Der Schriftsteller Gheorghe Ursu starb schließlich an den Folgen einer brutalen Tätlichkeit eines Mithäftlings, eines kriminell geworden Securitate-Offiziers, die in der Calea Rahovei durchgeführt worden war - genau an jenem Ort, wo ich einst die Konfrontation mit dem inkarnierten Bösen hatte erleben müssen, ohne zu wissen, dass sich unter mir auch noch Folterverliese befanden, wo Menschen zu Tode gemartert wurden.

Ausgleichende Gerechtigkeit, die den toten Dichter aber nicht mehr wiedererwecken konnte, kam erst spät - und dann nur halbherzig als letztendlich verhöhnende Farce. Zwar wurden nach den vielfältigen Bemühungen der Familie in den Jahren 1999 bis 2003 Gheorghe Ursus Mörder formal zu zwanzig Jahren Gefängnishaft verurteilt. Doch diese Verurteilung, die schon nach wenigen Jahren erledigt sein sollte, traf nur einen gemeinen Verbrecher, den als Spitzel eingesetzten Mithäftling, der Ursu getreten und tödlich verletzt hatte. Die eigentlichen Auftraggeber, mehrere bekannte Securitate-Offiziere höheren Rangs, kamen ungeschoren davon – genau wie diejenigen, die später die Öffentlichkeit auf das angebliche moralische Versagen eines Ion Caraion, eines toten Dichters, lenkten.

Gegen die vielen Schreibtischtäter aus den hohen Etagen der Securitate, die in Ursu nur einen Routinefall sahen, an den sie sich nicht mehr erinnern wollten, wurde nicht einmal Anklage erhoben. Das war Vergangenheitsbewältigung neuester Art. Auch eine Petition führender Intellektuellen im Land, die einem moralischen Aufschrei gleichkommt, brachte keine Veränderung.

Mahnmal für die Opfer der antikommunistischen Revolution von 1989


Die Weiße Rose von Bukarest - 

 

individuelle und kollektive Protestaktionen



Nach Ursus Tod ging der Protest weiter. Je mutiger die Menschen wurden und je deutlicher sich die Lebensbedingungen der Menschen verschlechterten, desto brutaler wurde die Vorgehensweise der Geheimpolizei und der Justiz.

Als der junge Ingenieur Radu Filipescu - vielleicht nach dem Vorbild der Geschwister Scholl und der Weißen Rose - Anti-Ceauşescu-Flugblätter in die Briefkästen seiner Bukarester Landsleute steckte und zum offenen Protest gegen die Diktatur aufrief, wurde er dafür kurz darauf zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt. Die Diktatur wehrte sich nun immer massiver und ließ radikal durchgreifen. Jede auch noch so kleine oppositionelle Bewegung war mit drakonischen Maßnahmen zu stoppen. Der Befehl dazu, der in unserem etwas delikateren Fall noch die Empfehlung von Samthandschuhen nahe legte, kam vermutlich von ganz oben.

Im Jahr 1983, also zu einem Zeitpunkt, als das Regime in Bukarest sich bereits gegen die in Genf auf den Weg gebrachte Klage öffentlich zur Wehr setzen musste, gründete der Fernsehtechniker Dumitru Iuga zusammen mit sechs weiteren Jugendlichen die Organisation Bewegung für Freiheit und soziale Gerechtigkeit. Im Verhältnis zur Freien Gewerkschaft rumänischer Werktätiger SLMOR, die in weiten Teilen des Landes Verbreitung fand, war diese Bewegung für Freiheitsicher nur eine kleine Gruppierung. Das Regime jedoch ahndete dieses erneute Aufbegehren gleich mit dem zwanzigfachen unseres Strafmaßes, nämlich mit zehn Jahren Haft.

Jeder Widerstand musste um jeden Preis vermieden werden. Die Repression verschärfte sich zunehmend. Während einzelne regimekritische Intellektuelle das Land für immer verlassen mussten und Kunstschaffende wie Doina Cornea, Ana Blandiana und Mircea Dinescu mundtot gemacht wurden, griff der Protest allmählich auf die breite Arbeiterschaft über.

Im Jahr 1987 kam es anlässlich einer Lokalwahl zu einer großen Arbeiterkundgebung in dem Kronstädter Werk Steagul Rosu. Bevor viele Dutzend Arbeiter verhaftet und die Rebellion niedergeschlagen wurde, war es zu verheerenden Übergriffen auf Einrichtungen der Partei gekommen- als Spontanreaktion der jahrelang Hungernden und Darbenden und inzwischen zu Lumpenproletariern reduzierten Menschen. Was daraufhin folgte, konnte selbst im Westen nicht mehr ignoriert werden: die Revolution von Temeschburg, die den Anfang vom Ende der Diktatur einleitete.









Auszug aus: Carl Gibson,

Symphonie der Freiheit


Widerstand gegen die Ceauşescu-Diktatur




Chronik und Testimonium einer Menschenrechtsbewegung


in autobiographischen Skizzen, Essays, Bekenntnissen und Reflexionen,


Dettelbach 2008, 418 Seiten


Weitere Bilder aus Bukarest:








Mihai Eminescu - poeta laureatus










Namen der Gefallenen - beim Sturz des Diktators Ceausescu






Foto: Michael Blümel

Antikommunistischer Bürgerrechtler Carl Gibson vor dem ehemaligen
Zentralkomitee der Rumänischen Kommunistischen Partei







Ienei-Kirche


Blick in eine orthodoxe Kirche in Bukarest






Blick auf das Athenäum vom Königsschloss aus





Blick auf ein kapitalistisches Bauwerk











Die alte Ienei-Kirche






In der Ienei-Kirche




Ienei-Kirche









Foto: Michael Blümel

Zwei Exilierte



Ein Parteigebäude im Diplomatenviertel











Casa Gorjara - ein rumänisches Spezialitätenrestaurant
mit traditionellem Ambiente






Wasserspiel


Die rumänische Trikolore


CEC-Gebäude (Bank)


Das städtische Krankenhaus in Bukarest
an der Dimbovita



Bibliotheksneubau







Mein Bericht in der "Siebenbürgischen Zeitung" nach dem Einblick in meine Securitate-Opfer Akte




Technologischer Fortschritt





Strom-, Telefon- und Internetleitungen




Kabelsalat

Foto: Michael Blümel

Gesicherte Baustelle.
Im Mittelalter warf man Leute ins Loch,
heute fallen sie selbst hinein.



Der ehemalige Königspalast - heute Kunstgalerie














Flohmarkt - hier findet man auch die Publikationen jener Schriftsteller deutscher Zunge,
die angeblich im Kommunismus verfolgt wurden.




Blick von Hotelzimmer aus auf eine sich wandelnde Architektur weg vom sozialistischen Einheits-Plattenbau hin zum Individuellen.

Fotos: Carl Gibson


Mehr zum Thema Kommunismus hier:

Carl Gibsons neues Buch

zur kommunistischen Diktatur in Rumänien -

über individuellen Widerstand in einem totalitären System.




Allein in der Revolte -

im Februar 2013 erschienen.

Das Oeuvre ist nunmehr komplett.
Alle Rechte für das Gesamtwerk liegen bei Carl Gibson.

Eine Neuauflage des Gesamtwerks wird angestrebt.


Carl Gibson

Buchrückseite




Fotos von Carl Gibson: Monika Nickel

©Carl Gibson. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

Copyright: Carl Gibson 2021.



 

 


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