Samstag, 12. Dezember 2020

"Andersdenkende" in Rebellion: Ist der Ausstieg des Einzelnen - der "Reichsbürger" und der "Selbstversorger" aus der bundesdeutschen Gesellschaft praktikabel? Anarchie und Freiheit in der Demokratie ... und in der Diktatur, ein Vergleich

Carl Gibson, 2020.


"Andersdenkende" in Rebellion: Ist der Ausstieg des Einzelnen - der "Reichsbürger" und der "Selbstversorger" aus der bundesdeutschen Gesellschaft praktikabel? 

Anarchie und Freiheit in der Demokratie ... und in der Diktatur, ein Vergleich

 

Bürgerrechtler Carl Gibson - wegen "anarchistischer Gesinnung" in Rumänien während der der Diktatur Ceausescus im Jahr 1979 zu 6 Monaten Gefängnishaft verurteilt - nach der SLOMR-Gründung.



Einmal zum Anarchisten abstempelt, im Schnellprozess abgeurteilt und ins Gefängnis geworfen, werde ich hellhörig, wenn Anarchismus-Vorwürfe erhoben werden.

In einer Diktatur macht man Andersdenkenden den kurzen Prozess - man bringt sie einfach um, still und leise, im KZ, im Gulag wie bei Hitler und Stalin und später im Ostblock oder auch wie heute in Weißrussland unter Diktator Lukaschenko, wo Menschen, Bürger aus dem Widerstand, willkürlich verhaftet, abgeurteilt und - oft auch ohne Urteil - für lange Zeit eingesperrt werden.

Der Staat wehrt sich gegen Anarchisten, gegen jene, die den Staat an sich ablehnen oder - wie in meinem Fall - den „sozialistischen“ Staat. Repression ist angesagt, Vernichtung der Rebellierenden!

Doch in einer Demokratie gehen die Uhren anders, etwa im Rechtsstaat Deutschland, wo man mit dem Einzelnen in Aufruhr, nicht so umspringen kann wie in einer roten oder braunen Diktatur.

Der Einzelne hat Rechte, Menschen- und Bürgerrechte, die in der Verfassung garantiert sind.

Ein Individuum kann sich auch - wie im Fall der "Reichsbürger" - auf das Naturrecht berufen, das göttliches Recht ist, und den Staat an sich ablehnen.

Sind „Reichsbürger“ und der „Selbstversorger“ also Anarchisten?

Ganz egal, wie man diesen weltanschaulich anders orientierten einstuft, stellt sich die grundsätzliche Frage:

Soll die Demokratie diesen Aussteigern den Ausstieg ermöglichen?

Wenn ja, funktioniert ein totaler Ausstieg – auch aus der Staatsbürgerschaft- wirklich in einer modernen Gesellschaft?

Kann der Einzelne, der die Autorität des Staates und der geltenden Gesetze ablehnt, in einer Notsituation, wo die eigene Autarkie versagt, ohne den Schutz des Staates auskommen? Etwa in Zeiten der Krankheit, der Pandemie - wie heute, der existenziellen Bedrohung, auch durch Verbrechen?

Ist dieses gerade modische, sektiererische Aussteigertum, das auf die Politikverdrossenheit der Zeit zurückzuführen ist und irgendwo auch eine Ablehnung der von Kanzlerin Merkel praktizierten Machtpolitik darstellt, an sich nicht naiv?

Das Leben in der Bundesrepublik Deutschland, für mich, noch im kommunistischen Ausland geboren, seit je her erstrebt, ist für viele Menschen immer noch ein Privileg an sich – nicht gegen das Regierungssystem gilt es anzugehen oder gegen das Grundgesetz, das von „Reichsbürgern“ abgelehnt wird, sondern gegen die Pervertierung der tradierten Werte durch zynische Machtpolitik, die geeignet ist, die Fundamente einer gesunden Demokratie zu untergraben.

 

 Bücher von Carl Gibson, zum Teil noch lieferbar.

 

Mehr zu Carl Gibson, Autor, Philosoph, (Vita, Bibliographie) hier: 

https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson_(Autor)

 https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/111591457

https://www.worldcat.org/identities/lccn-nr90-12249/

 

 

 Copyright: © Carl Gibson 2020.



 

 

 

 




 

 

 






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