Samstag, 1. Mai 2021

Am Zusammenfluss - Faszination Bach, Faszination Fluss: alles fließt - panta rhei!

Am Zusammenfluss -

 Faszination Bach, Faszination Fluss: alles fließt - panta rhei!

 

 

Reiche Leute haben eine ganze Insel in ihrem Besitz - mir reicht diese winzige Halbinsel an der Tauber, eine Landzunge, wo der Bach sich mit dem Fluss vereint:

- hier lebt des Lebens welche Fülle!

Wenn die Sonne scheint und die Insekten fliegen ist hier einiges los.

Vögel suchen das Ufer ab,

das Eichhörnchen kommt zur Tränke.

Die Bisamratte erntet ihr Gras.

Die Flugenten schwimmen auf und ab.

Oben, am Himmel, tobt ein Luftkampf : der Rabe greift den Bussard an und wird andererseits - für mich ein neues Phänomen - von Drosseln, die viel kleiner sind als der Rabe, angegriffen und verjagt.

Ich stehe oben an der äußersten Stelle über einer Landzunge aus Lehm und Sand, warte ab, schaue dem wechselhaften Treiben zu, immer wieder erstaunt, was sich alles tut in der Natur.

Die Gebirgsstelzte kommt, verweilt Sekunden und fliegt schnell wieder davon, gerade dann, wenn sie mich erspäht hat. Sie erhebt sich in die Lüfte und sucht sich einen anderen Ort am Bach oder Fluss, wo sie ungestört verweilen kann.

Alles flieht und scheidet - wie in Lenaus „Kranich“-Gedicht, immer, wenn ich, der Mensch, die plumpe Kreatur, nahe:

der Reiher im Bach oder am Flussufer,

die Singvögel in den Ästen,

die Bisamratte am Bach- oder Flussufer!

Sie alle sind hellhörig - und noch vor dem Fressen auf Sicherheit bedacht!

Erst sicher sein, dann fressen oder trinken!

Weniger scheu, fast schon zutraulich:

die Flugenten, die mich jetzt schon seit vier Monaten kennen,

die Amseln,

die Bachstelze, die mir vor die Kamera fliegt und lange an einem Punkt verweilt, unruhig hin und her hüpfend.

Die Schwalben sind wieder da und verweisen auf den Frühling, der eingesetzt hat, obwohl das Aprilwetter schon Sekunden nach dem Sonnenschein Schneetreiben hervorbringt und Graupelschauer.

Die Hormone spielen verrückt, nicht nur bei sittlichen Menschen, sondern auch in der Tierwelt, wo man im Bereich der Paarung zum Teil brutale, bisweilen schockierende Szenen beobachten kann, fern von Liebe, dafür triebdiktiert, doch der Natur gemäß, auf Fortpflanzung und Arterhaltung bedacht.

Viel habe ich dazu gelernt in den vier Monaten intensiver Naturbeobachtung, fast rund um die Uhr, am Morgen, am Abend, bei Wind und Wetter.

Natur inspiriert – und sie regt gewaltiger an als andere Bereiche der Existenz; erst wer die die Natur begriffen hat, ganz egal ob Philosoph der Dichter, wird den Menschen, der oft noch ein Tier ist, voll und ganz verstehen.







Carl Gibson, Natur- und Lebensphilosoph, ethisch ausgerichteter Zeitkritiker, 

im Jahr 2020


Mehr zu Carl Gibson, Autor,  (Vita, Bibliographie) hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson_(Autor)

https://de.zxc.wiki/wiki/Carl_Gibson_(Autor)

(Das Wikipedia-Porträt Carl Gibsons in englischer Sprache)


https://www.worldcat.org/identities/lccn-nr90-12249/


 Bücher von Carl Gibson, zum Teil noch lieferbar.


Copyright: Carl Gibson 2021.


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