Mittwoch, 30. November 2022

Killer-Instinkt Oder Wenn der Jäger zum Mörder wird

 https://www.tagesschau.de/inland/kusel-urteil-101.html

 

Killer-Instinkt 

Oder 

Wenn der Jäger zum Mörder wird

Wer die halbe Nacht hindurch Rehe und Schweine über den Haufen schießt, der mordet auch noch im Morgengrauen, auch wenn das Lebewesen ein Mensch, einer, der den Wilderer bei frischer Tat ertappt, in Zivil oder in Uniform.

So geschah es, als im zivilisierten Deutschland aufgeklärter Kulturmenschen ein Enthemmter im noch nachwirkenden Blutrausch eine junge Polizistin, angeblich noch in Ausbildung, erschoss und einen erfahrenen Polizisten noch dazu. Die Wilderei sollte kaschiert werden – und beinahe hätte es den Mitwisseden auch noch erwischt, den Kompagnon, der bei Töten auf der „wilden Jagd“ mitgeholfen hatte.

Die Kehre aus der Geschichte: wer Leben nimmt, wer ständig tötet und Leben in großer Zahl auslöscht, ohne Skrupel, ohne dass ihn ein mahnendes gewissen zur Raison ruft, der tötet nicht nur Tiere, der tötet auch Menschen, später, im Krieg, weil er den Killer-Instinkt längst verinnerlicht hat, der tötet auch Menschen, in der Einzel-Tat[1] und im Massaker, auch Frauen und unschuldige Kinder.

Die Jagd – eine Vorstufe zur Menschenjagd?

Das Abschlachten im Wald – die Vorstufe zur großen Schlacht und zum Schlachten von Menschen?

Putins Krieg gegen ein ganzes Volk gibt uns eine Ahnung davon in einer Zeit, in der kaum noch einer in der zivilisierten Welt glaubte, das erleben zu müssen, während die Mordtat eines deutschen Jägers am Waldrand darauf verweist, wozu Menschen fähig sind, nicht nur in Uganda, im Busch, auch hier, in Deutschland.



[1] Das Urteil wird heute, am 30. November 2022, erwartet. Es wird damit gerechnet, dass der Polizistenmörder zu einer lebenslänglichen Gefängnishaft verurteilt wird. 

https://www.tagesschau.de/inland/kusel-urteil-101.html

 

Die Massenmörder aus den Kriegen aber laufen frei herum, die kleinen wie die die großen.

 

 

 Vgl. auch:

 

      Die „Jagdwütigen“ – des Erasmus von Rotterdam

In seinem Werk[1], in welchem er kaum eine Zunft der Zeit verschont, von herber Kritik ausnimmt, die Philosophen nicht, auch nicht die Anwälte, Ärzte, die Theologen und schmutzigen Bettelmönche bis hin zum dekadenten Vatikan, nennt er sie bei Namen, jene Aristokraten des Ungeistes, deren wahres Wesen hervorscheint, wenn sie jagen können, die als Jäger im Jagen nur sie selbst sind, im dionysischen Rausch, enthemmt, im Blutrausch, dann, wenn sie schießen und abstechen, wenn viel Blut fließt, „blutrotes Blut“, wie es in Lenau Husarenzyklus[2] heißt, dann, wenn sie Leben nehmen, Leben auslöschen können, einfach so, im Spiel, in erhebender „Jagdlust“ begriffen, völlig enthemmt, ohne dass ein christliches oder humanistisches Gewissen sie von großen Hetzen und Töten abhalten würde.

Im Krieg wird es nicht anders sein, denn der Krieg – mit allen Massakern und Kriegsverbrechen- ist nur eine höhere Stufe der Jagd.

Putins Krieg gegen ein ganzes Volk vergegenwärtigt uns das täglich.



[1] Lob der Torheit.

[2] Husarenlieder, von Robert Schumann vertont.

  



 Vgl. auch:

 


 

Die Jägerin – „Weidmanns Heil!“

Es gibt Frauen mit Killer-Instinkt. Die Lust zu töten treibt sie an.

Dieser Typus Frau wird immer gebraucht.

In arabischen Diktaturen, wo man die Frauen eher im Harem der Despoten vermutet, dienen sie obskuren Führer-Gestalten wie Gaddafi, Saddam und Assad als Phalanx, als Kampftruppe und paradierende Zierde in Waffen.

Sonst findet man sie aber auch – quer durch die Geschichte - als Wärterinnen im roten und braunen Gefängnis, im KZ, im Lager, sogar amazonenhaft im echten, heißen im Krieg.

Zu Friedenszeiten aber üben sie – wie ihre männlichen Kollegen - das edle Weidwerk aus, hegen und pflegen … stellen Fallen und schießen[1] ab, aus dem Busch heraus oder versteckt, unter dem Schirm.

Dann gibt es auch noch ein paar rechte Männer, die das gut finden, obwohl sie keine Jäger sind.

 

 



[1] Aus den „Sportschützen“, die im Frieden friedlich trainieren und national wie olympisch um Medaillen kämpfen, werden in Kriegszeiten „Scharfschützen“, „Sniper“, die den Feind aus der Ferne töten wie die Jäger den Bock am Waldrand; schließlich soll das viele Üben im „Schützenverein“ nicht umsonst gewesen sein. Und Göttin Diana war auch schon mit Pfeil und Bogen unterwegs!

  

 






Carl Gibson, 

Natur- und Lebensphilosoph, ethisch ausgerichteter Zeitkritiker, politischer Essayist,

Naturfotograf, im März 2022



Mehr zu Carl Gibson, Autor,  (Vita, Bibliographie) hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson_(Autor)

https://de.zxc.wiki/wiki/Carl_Gibson_(Autor)

(Das Wikipedia-Porträt Carl Gibsons in englischer Sprache)


https://www.worldcat.org/identities/lccn-nr90-12249/

 Bücher von Carl Gibson, zum Teil noch lieferbar.



Copyright: Carl Gibson 2022.

 

 

 

 

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