Dienstag, 17. August 2021

Kein Germanist von Rang[1] hat sich je mit Herta Müllers Werk beschäftigt

 

Kein Germanist von Rang[1] hat sich je mit Herta Müllers Werk beschäftigt

Das hat seine Gründe, philologische, linguistische, vor allem aber geistig-denkerische[2] und nicht zuletzt politische, weil eine Kollision mit der aus der Politik offiziell vorgegebenen Linie nicht vermieden werden kann.

Welcher Professor, welcher - von Lehraufträgen abhängige kleine – Dozent will seine Position gefährden, aufs Spiel setzen, indem er sich mit der politisch etablierten Meinung anlegt?

Also geht er dem – auch sonst nicht sehr angenehmen Sujet aus dem Weg und widmet sich Bereichen, in welchen er sich nicht exponieren muss.

Was in Herta Müllers Werk nicht passt, wo jeder Aufrichtige aneckt, wird umschifft[3] wie ein Riff auf hoher See, so, wie man meine Bücher zur Sache aus der „Forschung“ verbannt, aber das als „Wissenschaft“ ausgibt, was eigentlich – mit viel Müh und Not – an peripheren Studien de facto an den Haaren herbeigezogen wurde, um eine „Forschung“[4], die eigentlich nicht da ist, zu begründen.

Solange diese Staatsschriftstellerin in obskurer Mission – wadenbeißerisch neuerdings an propagandistischer Hetz-Front gegen Putin eingesetzt – politisch protegiert wird, ist keine Änderung zu erwarten. Schließlich ist der deutsche Professor – ewig in vorauseilendem gehorsam unterwegs – ein guter Staatsbürger, der so denkt und agiert wie es sein Staat von ihm erwartet. In der DDR und im kommunistischen Machtbereich war das nicht anders.

Weshalb gehen nun gerade gute Leute aus der Germanistik dem Thema aus dem Weg? Weil die synthetisch aufgebaute Materie auf lange Sicht weder zu rechtfertigen, noch zu halten ist. Der politisch forcierte und ökonomisch angekurbelte Nobelpreis wird daran nichts ändern – die Eintagsfliege wird eingehen, wenn die schützende Hand aus der Politik wegfällt und so die hochstaplerisch-spitzbübige Posse von den neuesten Kleidern des Kaisers für immer beendet.



[1] Eine Person, einen Professor, den ich schon lange kenne und schätze, den ich aber in dieser Frage nicht verstehe, will ich hier ausnehmen, auch, weil eine differenzierte Diskussion der Materie noch nicht stattgefunden hat. In Deutschland gibt es kaum zwei, drei Köpfe, die mit mir sachkompetent die vielen ungeklärten Fragen der Herta-Müller-Materie erörtern können – und dies auch wollen. Deshalb auch meine These: die forciert Inthronisierte werde vom Ausland aus vom Podest gestürzt werden.

 

[2] Ästhetisch-künstlerische Aspekte sind eine Sache, historisch-politologische eine andere, die in anderen Fakultäten abzuarbeiten wäre. Das ist noch nicht erfolgt.

 

[3] Mehrfach schrieb ich darüber, ausführlich im „Labyrinth“.

 

[4] Die Servilität beginnt bereits in Promotionen, wo sich der Doktorand, der seinen Grad und seine spätere Laufbahn nicht gefährden will, der Position seines akademischen Lehrers anlehnt, also kritische Eigenpositionen vermeidet. Das nennt man dann „freie Forschung“!

 

 


 


 

Carl Gibson, 

Natur- und Lebensphilosoph, ethisch ausgerichteter Zeitkritiker,

Naturfotograf, im August 2021





Mehr zu Carl Gibson, Autor,  (Vita, Bibliographie) hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson_(Autor)

https://de.zxc.wiki/wiki/Carl_Gibson_(Autor)

(Das Wikipedia-Porträt Carl Gibsons in englischer Sprache)


https://www.worldcat.org/identities/lccn-nr90-12249/



Copyright: Carl Gibson 2021.


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